Firenze-Faenza – 38° 100 km del Passatore, 29-30 Maggio 2010 – “Io c`ero – ich Pfeiffe war auch dabei”

Mittwoch, 2. Juni 2010


Prolog


Boah, der Passatore – ne ganz harte Nummer:  heiß, schwül, hügelig, bergig, nachts, nur auf Straße mit Wahnsinns-Verkehr, die Füße brennen, Hundert elende Kilosmetros, nur italienisch babbelnde, egoistische, theatralische, tragikomische Schlabbohren um einen rein, italienisches Chaos und totale Desorganisation – soweit die Vorurteile – jetzt die Realität:  heiß schwül hügelig bergig, nur auf Straße, die Italos können aber subba Autofahren, die Füße tragen soweit sie tragen, die Hundert Kilosmetros sind ein einziges irres Abenteuer, jeder km fast anders, die Italos quatschen einem zuerst das Ohr ab (aber charmant und freundlich, die besten Freunde, die man haben kann), später sind sie stiller als hundert Finnen, überhaupt keine italienische Chaos nie nirgends, sondern absolut perfekte Organisation, gar nix null niente nada zu mäggern – man muß diesen Lauf aber sehr lieben, um ihn ein wenig zu mögen, avete capito? – weil es nämlich wirklich ne ganz harte Nummer is, zumindest für schlurfschlabbende kleine alte digge untalentierte Hasihumpels.  


Das Höhenprofil ist nur die halbe Wahrheit – in der Tat jibs zweimal lange nen Hügel rauf – aber es sind auch noch genügend kleine Gemeinheiten zwischendrin, machbare Gemeinheiten, aber trotzdem – man freut sich zum Beispiel beim 12 km langen Rauf zum Hauptpass bei km 48 tierisch auf die 10 Kilosmetros dahinter im Runter - aber, Mann, das ist zwischendurch runter so steil, da geht man doch lieber die einen oder anderen 100-200 Meter, wegen Aua-aua in den oberen Schenkeln.   Höhenprofil direkt von der webbigen Seite der Passatori-Tübben: 100kmdelpassatore.it.

Also schon zum dritten Mal in diesem Jahr im Belpaese (SchönesLand), das wird langsam zur üblen Gewohnheit – vielleicht mal Zeit, bei den Schwarz-Rot-Gelben auszutreten und bei den Verdi-Bianchi-Rossi (Grünen-Weißen-Roten) beizutreten?  Warum nach dem letztjährigen Passatore das Ganze nochmals?  Olaf vom Stamm der Schmalen Füße meinte zu dem Thema einmal nach dem Müritz-Lauf im August 2007:  “Warum den Spatzadlon mehrmals? diesen Lauf, den eigentlich keiner toll oder schön findet? bei dem man sich total abquält? warum den in 4 Wochen nochmals? weil, wenn ich im Bus am Tag danach auf der verdammten Stregge zurüggfahre, ich weiß, dass ich das geschafft habe und dass den nicht jeder schafft, aber ich Oberpfeiffe es geschafft habe und das mir keiner mehr nehmen wird!”.  Ganz genau, okay Unterschied:  der Passatore ist wirklich (zum Teil wenigstens) schön und eindruggsvoll und eben in Italia, aber auch der ist schwer und den schafft auch nicht jeder und eben nicht mal so “nebenbei”.  Und er ist wirklich genial organisiert und ein tolles (Lauf)abenteuer.

Freitag - Aufschlagen in Firenze


Die wahren Gründe, warum schon wieder sich ins Belpaese abzusetzen, sind hier – Gelato und Pizza a taglio (Eis und Pizzastügg auf die Pfote) – gleich natürlich gesucht und gefunden und sorglos entsorgt, logo lego.

Okay, die wichtigsten nicht-säxxuellen Tätigkeiten erledigt, jetzt mal guggen, ob noch alles und alle da sind – jawohl, der Fluß Arno (und seine Freundin Arna) sind noch voll dabei.

Die Kirche wird jedes Jahr schräger und schäbbser – der Knabe, äh könnte die Dame Justizia mit Helm und Schwert sein, auch noch präsent da oben und noch nicht runtergeplumpst.



links:   Voll in die Turi-Falle getabbt – eine der drei Parallelstraßen, die als Turi-Autobahnen dienen – 100 Meter links und rechts davon die totale Ruhe – also hier die Fußgängertrampelzone zur Ponte Vecchio (uralte total überfüllte Turi-Brügge).
rechts:   Schnell in ne Nebengasse, bevor man überrannt wird – Gasse zum Palazzo Vecchio (steinalter Palast).

Vorher noch schnell der Wildsau die Schnauze abgelutscht und abgeknutscht, sonst darf man nicht wiederkommen, nach Firenze – heftiger Andrang – die Klügsten werfen noch Geld in den Gulli zu Füßen der Sau – alles genau beobachtet von dem Knaben mit dem Kapuzenmantel – übrigens, die Farbe von Firenze ist violett (siehe Fahne) – richtig beobachtet, im Wildschein-Tempel-Markt kann man die Einbürgerungs-Jagge günstig oder (wenn man will, auch gerne) überteuert kaufen. 

Weiter nach Osten, quer zu den Turi-Strömen – an Türmen, Palästen und der Kreuz-Kirche vorbei.

In der Osteria de` Pazzi (Gasthof der Verrüggten) roten Wein vernichtet – danach am liebsten mit so ner Sausemühle durch die Straßen pfeiffen, leider nicht.

Die geniale Kombo aus Duomo, Campanile und Battistero (Dom, Gloggenturm und Taufkapelle).

links:   Das Eis-Festival ist nicht zu verachten.
rechts:   Die Firenze-Miezen sind auch nicht zu verachten – auffällig:  viele tragen dieses Jahr gerne Stiefel, auch bei 20plus Graden.

Samstag – am Morgen


Noch mal morgens durch die Straßen und Gassen schlendern, die Ruhe vor dem Geschlachtet-Werden, äh der stürmischen Schlacht – nicht blind auf den Boden guggen, sondern die Millionen tollen Sachen entdeggen.

Rom ist dreggig, ohne Zweifel – Napoli noch mehr – aber Firenze ist sauber – da säubern die Ladenbesitzer mit Wasser und Besen jeden Morgen den Gehsteig oder sogar die Straße, zumindest im Zentrum – fast schwäbisch – macht die Gassen angenehm kühl um 9 Uhr morgens, wenn noch keine Turi-Massen unterwegs sind.

Haus in der Hauptfußgängerzone (wo später der Hunderter starten wird) – die Piazza della Signoria (Platz der Herrschaft) noch fast leer.


Ah, die ersten Grubben an Tretern lassen sich schon für das Quartals-Blättchen des Heimatvereines ablichten – falsch gedenkt, die Turis sind schon unterwegs, hier ne Japaner-Grubbe so schnell nur von hinten erwischt und die etwas gemächlicheren Amis – tja, schon 3 Kirchen, 2 Museen, 1 Brügge und 1 Palazzo besichtet.










Wow wow wow – Calcio storico (historischer Fußball), wat et net allet jibt! – das wird jetzt einmal im Jahr gespielt, in historisch nachgemachten Pluderhosen, soll wohl ziemlich rüde zugehen und oft am Ende in ne volle krasse Schlägerei enden, Regeln sind gegeben, 27 Mann pro Tiem, hört sich wild an.














Herrlich die verwinkelten, engen Gassen.



















Selbst die Gulli-Daggel, äh Deggel geben was her, hier in Firenze.

links:   Aaaaaaaaaaah, kein Entkommen möglich.
rechts:   Süsse kleine Flizzer.

Höxte Zeit für das höxte Lebenselexir – extra Portion Pistacchio oben druff, für die Lieblingspfeiffe zuhause. 



La Galleria degli Uffici (die Uffizien) in aller Pracht, den langen Warteschlangen und dem Trubel Schwubel der Massen aus allen Klassen – wer soll denn all die angebotenen Ramsch-Bilder bei den fliegenden Händlern kaufen?

















Die Kulis und sonstiger Kram steggen bei den Karabinern in den Stiefeln – dubiose Sonnenbrille – eine ältere Ami-Mieze fragt zwei sehr imposante, echt stattliche, subba schigge in Paradeuniform herumstolzierende Karabiner, ob sie die fotofieren dürfe – winken ab, wobei sie anmerkt:  „But you are looking very handsome in your wonderful uniforms!“ (Ihr scharfen Jungs seht echt scharf aus in euren geilen Uniformen), ist also schwer beeindruggt.



Noch schnell die Ponte Vecchio fotofieren (alte Brügge), dann ab zum Anmelden undsoweiter – von Rom nach Firenze gekommen:  Liebesschwüre als Vorhängeschlösser an Absperrketten oder an Pfosten und Pfeilern und die Schlüssel in den Arno geschmissen.









Nur in Italia möglich:  alles durcheinander und nebeneinander – eine subbaschigge Hochzeit, eine Veranstaltung/Umzug mit traditionellen Fahnen, eine Demo (Freiheit und Rechte für ... Libertà Diritti ...) mit Kampfpolizei, die das allerdings total gelassen und kühl sieht und handhabt (keine teutonische Verbissenheit), und dazwischen die armen Irren, äh die Turi-Grubben mit Anführer jeder Affenbande – genial extraspezial.

Samstag – bald geht`s los




Das Haupt-Orga-Center auf der Piazza Santa Croce (Platz Heiliges Kreuz) – Dutzende von Helfern, alles totalemente logger vom Hogger, kein Sträss keine Hektik, wozu auch? viel Gequassel und Gelaber und mit den Händen-Fuchteln, aber alles im Lot.









Alle krass nett, sofort Kontakt und mittendrin und obendrauf – das ist Silvestre aus Sardinia, war im März beim Rom Mara – ausgerechnet dieses Jahr, als wir nicht dabei waren, jibbs den besten Ruggsagg (zaino).

Ah, Angela und Michele – Angela fordert gleich das ein-Jahr-später-Foto (la foto un anno dopo), nachdem man sich letztes Jahr schon an derselben Stelle auf der gleichen Welle getroffen hatte - Angela will am näxten Wochenende in Antibes die 6-Tage im Kreis rennen, um den italienischen 6-Tage-Miezen-Rekord zu kassieren, Michele macht ja jeden Bldösinn mit und hat extra nen Cämper angeheuert, zuviele verrüggte Ideen diese Ruheständler.

Er in Oransche (Name vergessen) lebte 10 Jahre in München, quasselt gleich teutonisch – er in rot (auch Name vergessen, echt subba-Gedächtnis, gell) war noch nie bei den Germanen.

links:   Luxus-Häuschen – auf nem Zettel an der Tür steht, nur für die Hunderter-Treter (nicht dass noch irgendwelche herumirrenden Turis das verpinkeln und verstinken).
rechts:   Sich ein Plätzchen zum Umziehen und Vorbereiten suchen, bevorzugt im Schatten.

Ist das das Führungsfahrzeux oder das Scheffe-Auto? egal – Hauptsache Il Passatore (der zum Briganden umgeschulte Fährschiffer – siehe Historie im letztjährigen Bericht) ist druff!

links:   Gleich neue Freunde gemacht, aus Napoli – der Alessandro in der Mitte ist ein 249-Mara-Treter, sein erster Hunderter heute – mal Fußball ausloten – „Ey, Alessandro, was werden die Blauen reißen?“  (Azzuri als italienische Nationalmannschaft) – weiß er nicht, aber augenzwinkernd meint er, dass erstmal Inter die Bayern geschlagen habe und das sei schon mal viel wert – hmmmm, will wohl Hasihumpel ärgern, gleich zurüggschlagen:  „Ihr seid doch aus Napoli! was macht denn Euer Müll?“ – aber schlagfertig meint Alessandro:  „Den haben wir nach Germania geschiggt!“ – *brüllwieher* Punktsieg! – seine Kumpels sind Luigi Puzo und Walter Della Porta, was für kühle Namen!
rechts:   Angela und Michel etwas spät dran – Michele läuft nicht, hat sein Knie in disordine (in Unordnung), könnte das Alter sein, alter Mann!



Laster für den persönlichen Krempel zum Zielort in Faenza – die Busse transportieren Zeux zu zwei Zwischenstationen, etwa zum Umziehen – perfetto veramente.











So, Wechsel von Piazza Santa Croce zur Piazza della Signoria, um den Neptun-Brunnen herum, schlabbe 500 Meter, max.

Rumhängen Abhängen Aufhängen.

links:   Tschibb auch dabei – hurra – einmalig hier benutzt, im Ziel abgeben und zur Belohnung dann etwas.
rechts:   Jeder kennt jeden, Geschnatter und quattro chiacchiere (ein Schwätzchen halten).

Samstag – genug gelabert, los jetzt


links:   Start in der Via dei Calzaioli – Fußgängerzone zwischen Piazza della Signoria und Piazza del Duomo.
rechts:   Ein Bersagliere (Schütze bei der Armee) zählt nochmal seine Finger nach.




Die Meute ist bereit – Ma farà bene tutto questo correre (ist dieses verdammte Laufen eigentlich gesund?) – einen Teutonen am Start entdeggt, nämlich Udo.
















Fünfzehnhundert in punto, die schiessen los wie die Irren – zum Glügg die Turis für ne halbe Stunde abgedrängt, sondern gäb`s nicht-lebendige Tote.



Durch Gassen, um Eggen, über Piazzas durch die Stadt, nur zwei drei Kilosmetros – Bullenhitze *schwitzschwitzschwitz*.

Fahrräder überall, zum Spaß, als Aufpasser, als allgemeine Helfer, als individuelle Helfer.

Zwei Charaktere, zwei Tübben, zwei Originale mit hohem Unterhaltungswert.

Schon nach 2 kms das allgemeine Gehen – auch rüggwärts geguggt nix als Marschierer – is vernünftig hier, sind noch mindestens 13 bis 15 oder mehr Stunden für diese Lahmsten der Lahmen, unter denen Hasihumpel sich tummelt.



Was für Anbligge, müssen fotofiert werden, wahrscheinlich die gleichen Fotos wie letztes Jahr, muhahahahahaha.












Boah, das ging aber schnell vorbei – alle 5 kms ne Markierung plus Schild, scheinen durchgehend exakt zu sein – die letzten 5 dann im Einer-Abstand, 96, 97, 98, 99 und 100, markiert – nochmals Ansporn für den finalen endgültigen ultimativen definitiven fiktiven Endspurt, die totale Endbeschleunigung, mit Worb-Geschwindigkeit, bäh denkste, die Laufuhr sagt hinterher was von 8er-Schnitt und 7er-Schnitt, Du schwörst, dass Du beinahe abgehoben hast und geflogen bist, so schnell bist Du auf den letzten Fünfen gewesen, haste gedenkt - oh well!

Firenze tschüß – und da ganz oben müssen wir rauf, in Serpentinen, erst mal, später geht`s noch weiter hoch, logo, is ja kein Ferienlager hier.



Die Bullen total logger drauf, haben ihren Spaß – und wir mit der uniformierten Miezen (die natürlich arbeiten, während die Bullen-Jungs rumhängen und gaffen und rauchen und kommentieren).










Fiesole, wir sind richtig – dasselbe Schild wie letztes Jahr, hat noch keiner abmontiert, holyschitt.

So langsam sieht das nach Arbeit und Anstrengung aus.





Selbst am steilsten geilsten Hang wird noch gequasselt, am Telefonino (dem Telefönchen), ob jetzt um 16 Uhr oder nachts hinter Pfuiteufel um 3 Uhr – Italiener eben!

links:   Tja, Pech - für die Begleiter auch nicht immer einfach hier.
rechts:   Heiß *schwitz* - schwül *nochmehrschwitz* - zum Glügg meinen auch die Italos um Hasihumpel herum:  „Fa caldo oggi!“ (heut isses heiß, so`n Scheiß!).

In besten Händen, die Ambulanz weicht nicht von Schneggis Seite, verdächtig, wissen die was? – pfuuuuh, wird immer steiler aber nicht geiler.

Bligg zurüg ins Tal, Dunst über Firenze.



Fiesole erreicht – der Karabiner meint:  „Hierlang Ihr Pfeiffen, da jibb`s wat zu trinken!“.












Von diesen Hemden jibb`s ein paar – ui ui ui, denuklearisierte Zone *beifallklatsch*.



Ein Betreuer-Auto (sostenitori accaniti hartnäggige Betreuer ... lo porteremo fino a Faenza wir bringen ihn bis nach Faenza) – ah, den edlen Piraten wieder eingefangen und prompto und completto versägt – sagenhafte Landschaft.










Essen und Trinken, hier kann geschlemmt werden – 21 Stationen, ein Überfluß bis zum Schluß.

Raus aus Fiesole, den näxten Hügel hoch – Firenze auf 65 Meter, also schon was geschafft bis hierher, kommt aber noch mehr.

Ey, schwüle Gewitterwolken, ganz schön schwitzig, viel mehr als letztes Jahr logo.

Zum Ausschluß des linken Beschisses jibb`s fünf Kontrollstationen mit Matten zum drauf-Tabben – ab jetzt Kekse und Nutella-Brote, auf letztere stürzen sich die Italos:  „Nutella Nutella Nutella!“.



Gegen 19 Uhr, irgendwo nach km 33, nach ner großen Kreuzung dann ne Zusammenrottung von Helferautos – hier ein paar Exemplare – was die da so alles treiben? keene Ahnung.










links:   Dann zieht die Karavane weiter, man hat Zeit – ob 13 oder 14 oder 15 Stunden, hugivesaschitt? die Nacht wird noch lang – da hinten dunkle Wolken, zefix.
rechts:   Unter einer Brügge:  Io e te tre metri sopra il cielo (ich und Du drei Meter über dem Himmel) - auf mancher Mauer und unter fast jeder Brügge in Italia, Kultbuch und –film der italienischen Jugendlichen – übrigens daraus auch der Brauch der Vorhängeschlösser und den Schlüssel in den Fluß schmeißen.

In die Berge da hinten müssen wir – ein Betreuer wartet auf sein Schäfchen.

Der Läufer hilft dem Begleitradler – nicht vergessen:  alles auf normalen Straßen, nix ist gesperrt, außer ein paar wenige kms am Anfang und am Schluß.

Gerade noch hinter einem hintergedaggelt, der seine Teilnahmen (io c`ero – ich war dabei) mit Jahren und Zeiten auf`m Hemdd trägt – und zagg schon isses dunkel – das ist ein elend langer Anstieg, über 13 kms auf der Straße in Kurven und Kehren, zwar „nur“ 700 Höhenmeter, trotzdem, *ächzstöhnjammer*, ehrlisch wahr.

Allgemeine Pause am Gipfel bei km 48, pfuuuuuuuh – nicht das Autos-und-Busse-Chaos wie letztes Jahr – alles ruhig, weil zum Teil für Normalos in Autos gesperrt.

Massaschen und sonstiges – Futtern und Saufen ohne Ende, lägger frischen warmen Kaffee da hinten in der Egge bei ner süßen Italo-Schnegge.

Noch ne glatte satte Piepse-Matte – hell erleuchtet hier oben.

Manche ziehen sich noch um oder machen sonst was – jetzt steil in die dunkle Nacht hinunter, 7 Kilosmetros steil, dann den Rest auch runter aber flacher bis nach Faenza, laut Plan - jedoch immer auch öfters mal wieder doch nen Schlenker für den Henker wieder rauf (nicht im Plan reinbgezeichnet) – es hatte heftig geregnet, aber die Lahmsoggen Nationalen kommen nicht in den Regen, dafür ist es granatenmäßig schwül, es dampft richtig, eine wahre Schwitz-Orgie (wenn schon keine richtige Orgie, dann wenigstens eine solche).

Diese Fotos laut Kamera-Gedächtnis (besser als jedes Hasihumpel-Gedächtnis) um 5:07 Uhr – oh mei, der geistige Tiefpunkt, absolut, nur noch Franz Häuslers`“immer weiter immer weiter immer weiter“ in der Birne – nicht mehr erinnert, sondern nachgeguggt: is Station Brisighella, km 88, letzte Zwischenkontrollmatte, zwangigste und vorletzte Station, nur noch 12 Kilosmetros, das kann aber noch dauern und dauern und dauern – die Frauen sehen das „Hans“ auf der Startnummer und „GER“ (für Germania):  „Ah, un tedesco“ (ah, ein verdammter Deutscher) – ist gepongt, lächeln-Daumen-rauf-danke-murmeln, keine geistige Kraft mehr für Rumlabern, lieber weiter, ja nicht hinsitzen oder gar hinliegen – entlang der letzten 20-30 km liegt quasi auf jeder Parkbank ein Treter und pennt – bei keiner Station der Versuch auf die so einladenden Sitzbänke oder gar Stühle sich hinplumpsen zu lassen – nur einmal, ein einziges Mal, (war`s so um die km 85 in Fognano? – oder doch bei km 80 in Strada Casa, völlig wurschtfurzpiepsegal) hat ein Stuhl so laut den Hasihumpel-Namen gebrüllt, Protest war zwegglos, Befehlsverweigerung zum Hinsetzen war nicht möglich, aber nur 1 Minute, okay vielleicht waren`s 3 Minuten, ganz bestimmt nicht mehr als 5 Minuten, todsicher.

Boah, das noch erleben zu dürfen – die Sonne geht dieses Jahr knallrot auf, man läuft genau drauf zu, hinein – der Ultimo KM, es fließen innerlich die Tränen, aber jegliche Flüssigkeit ist rausgeschwitzt, nur noch ein Sagg Haut mit Knochen und ein paar verfaulte Innereien, Birne totaler Matsch.

So sieht der Zieleinlauf aus – auf nem blauen Tebbich, durch ein Siegestor, ne Rampe hoch, es jibt tatsächlich Leute, die klatschen, und einen Ansager, der jede reinkommende Lusche willkommen heißt – um 6 Uhr morgens am Sonntag.

Gerhard der Penzel, wieder mit Wohnmobil in Italia wochenlang unterwegs – dieses Jahr nicht mal ne Minute zuvor im Ziel, echte Sauerei – also diese eine Minute wäre in der langen Nacht irgendwo noch drin gewesen, Mist verdammich – wenn Hasihumpel ihn wenigstens gesehen hätte, dann wäre der allerletzte Krümmel an Turbokeksen rausgeholt und verbrennt worden – Gerhard meint, das sei das letzte Mal, zu schwer, zu alt (er), blahblahblah – hat er letztes Jahr nach dem 20. Biel auch gejammert – und wo fährt er in 2 Wochen hin? hat nen Freistart für seine 20 Mal – dann darf er (und er ist so nett), die drei Flaschen Beute-Wein mitnehmen und in Biel zurüggübergeben, da Lahmsogge die nicht in der Sporttasche wegen Bruchgefahr im Flugzeugbauch und auch nicht wegen Terrorismusgefahr (muhahahahahaha, Hasihumpel der Terrorist!) in die Flugzeugkabine neben Sabine mitnehmen kann.

Toller Service:  mit nem kostenlosen Schattelbus in ne Turnhalle zum Duschen und Massiert-Kastriert-Werden und Pennen und Regenieren und Sich-nicht-Schenieren – dann zum Bahnhof schauffiert werden, der weltberühmte Faenza-Bahnhof, Tor zur Welt bzw. zurügg nach Firenze.

Die überaus fette Beute


Die startende Nummer und das schörtige Hemd.



Die diesjährige und letztjährige Medaille.













Ne schöne pappige Tüte – und die gekaufte Mütze – oben schon erwähnt, die drei Flaschen Wein.

Ja, das war`s - ein irre Abenteuer, wurde oben schon gesagt.  Was einen umhaut ist der Preis:  45 Euronen und 10 kriegt man wieder, wenn man den Tschibb zurügggibt (der in den 45 drin war, boah) – mehrere Hundert an Helfern, Dutzende und mehr von Krankenwagen, Polizei und Trara Tatütata, eine Riesenbeute zum Abschlebben – wie machen die das?  unglaublich, aber wahr.

Wiederkommen? mal guggen, vielleicht werden die Beine ja juggen – solch ein Abenteuer, das ist ja nicht ganz geheuer, aber wirklich nicht allzu teuer.  Die Variante Freitag-Hinfliegen-Übernachten-SamstagaufSonntaglaufen-Sonntag-Zurüggfliegen ist wahnsinnig anstrengend, aber hat nen gewissen zeitlichen und finanziellen Scharm – noch schöner ist, vorher und nachher Italia, Firenze, Gelato, Pizza-a-taglio und la ragazza Topolina geniesen.

Allora, ragazzi, ci vediamo, in bocca al lupo – also, Leute, man sieht sich (Marathon-Gruß): „in das Maul des Wolfes“.

Grüzi
Hasihumpel, der edle Kumpel


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Kommentare ...

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HaWe am 03.06.2010 um 18:26 Uhr
Wie, wo, was? Clubausflug zum Passatore 2012? Gute Idee, ich komme mit. Wer noch?
Hartmann am 03.06.2010 um 15:05 Uhr
Hallo Hans, complimenti per il tuo 2? Passatore, direi niente 2 senza tre? ich schlage vor einen Clubausflug zum 40ten Passatore 2012, was sagst du dazu? übrigens der im roten Hemd war Ferdinando Gambelli der seinen 18 Passatore 2010 unter die Treter genommen hat.
Hase Hansi am 03.06.2010 um 14:13 Uhr
Ey, Hamburger Pfeiffe, sehr gut aufgepasst, hat der Geistschreiber falsch formuliert, dieser Doofmann, diese Riesenpfeiffe, dieser Pänner - wenn man nicht alles selber macht, zefix kurzidürken
Sir Löffel am 03.06.2010 um 13:48 Uhr
Schneggi läuft in Italien
noch lieber als in Gallien
und auch das italienisch
kann er mehr als wenig
doch muss ich protestieren
weil ich nicht will kapieren
was er, der tränenlos geweint
mit dieser Zeile hat gemeint:

die letzten 5 dann im Einer-Abstand, 94, 93, 92 ….

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