Bad Arolsen - 24. Bad Arolser Avent-Wald-Marathon am 27. November 2004 - "Arolsen, schon wieder Matsch"

Dienstag, 30. November 2004


Der Arolsen-Marathon vom und zum Twistesee - das war der zweite Schneggi-Marathon in 2001 und ist “heilig” - jedes Jahr seitdem und jedes Jahr naß, matschig, feucht, grottenschlechte Zielzeiten - schon beim Rüberlatschen vom Parkplatz Dreck an den Schuhen und an der Hose - Georg-bereit-für-Alles-Weiss: “Hey, heute in zivil? läufst Du nicht?” - “Nee, ich bin zur Beobachtung hier, wie Ihr hier die Gegend verschandelt - klar, natürlich laufe ich, nur noch umziehen!”.

Der gewohnte Kloaken-Jauche-Scheißhaus-Gestank im Foyer, der von den Toiletten im Keller hochwabert - die Urkunde vom letzten Jahr steht im Auslagenständer - die Halle ist wieder brechend voll - nix geändert - doch, es wird teurer, viele maulen, einige sind gar nicht erst gekommen “nee, da fahr ich nich mehr hin” - “den Kuhaupt kann ich nicht ausstehen” - und andere Sprüche (für Nichtwisser: Kuhaupt ist der Obermufti hier).

Trotzdem trifft man im Dutzend die versammelten bekannten Verrückten - 100 MC wieder blendend vertreten, nur die Besten dürfen hierherkommen - René Wallesch mäggert, dass sein Geheimnis der Currywurst im Arbeitsamt verraten wurde: “Pech gehabt, René - alles was Du hier sagst, kann gegen Dich verwendet werden, auch diese abartigen Currywurst-Orgien - bei Beschwerden wende Dich an Deinen Arzt, uaaaa”. Unser HaJo Meyer ist ein bekennender Arolsen-Fan und liebäugelt mit dem zweiten Altersklassenplatz, gleich hinter Gottfried Schäfer - heute versägt er ihn aber und wird erster.

Selbst Berliner dürfen hier starten: Jürgen Aragon Köllner und Ryan Shakal vom SCC Berlin wollen mal sehen, wie man auch ohne Berliner Luft schnell sein kann. Aragon kennt die Powerschnecke nicht, Ryan läßt aber die Anonymität platzen. Zum Glück ist das Geheimklo (wird nicht verraten) geöffnet und fast komplett leer - dabei latschen fast alle dran vorbei. Bernd Gämlich meint: “Dich sieht man auch nirgends? läufst Du nicht mehr?” - das wird mit (sehr tiefen) Pieksern in den roten Rettungsring quittiert - wenn Bernd endlich mal wieder so liefe wie früher, könnte man 4 Stunden lang nur lachen, nee lieber nicht, sonst hüpft die Milz noch rüber zur Leber.

Traditioneller Gänsemarsch zum Start entlang dem Twistesee - die nervigen unten-am-Seeufer-entlang-Renner machen einen ganz kribbelig - Daniel Basel, brav in gelber Uniform (“wenn ich das schon gekauft habe, dann trage ich es auch”) gibt Tipps wie man von 3:30 auf 2:45 kommt - Versuchstier war damals Christoph Randt, der vor uns dahintänzelt. Die Meute ist undiszipliniert und Sekunden vor dem Start brüllt Kuhaupt, dass jetzt endlich alle hinter das Startbanner sollen und nicht davor noch rumblödeln.

Wie gewohnt brauchen die 700 Leutchen länger über die Startlinie als Zehntausend in Hamburg - aber hier ist es erst mal gemütlich - es wird geratscht und gequatscht - man sieht in der langgezogenen Linkskurve um den Twistesee vorne weg das Führungsfahrrad und dahinter wätzen sich welche die Hacken ab - die ersten 2 kms geht’s eher zäh voran, Zeit sich zu orientieren und Opfer zum Bequasseln zu finden bzw. vor denen wegzuhüpfen, die man nicht am Ohr haben möchte.

Bei km 2 wird Peter Wieneke entdeckt, man quasselt für die nächsten 8 kms - Horst Preisler wird überholt - an der Spitze des Sees nochmal letzte Pinkelpause, dann geht’s hoch - Laub, Dreck, Matsch, kilometerlang - alles naß und feucht und nieseln tut’s auch noch, Novemberstimmung wie immer in Arolsen - so bei km 5 tauchen Hartmut Feldmann und Daniel Basel auf, die beiden wollen nix sagen (“kommt doch alles auch in den Bericht, oder?”), okay Feiglinge, dann werdet ihr eben versägt.

“Die ersten 30 kms immer hoch” - nö, das stimmt so nicht, etliche Male zwischen km 10 und 20 auch runter - bei km 19 muß einer per Handy telefonieren, weiß aber nicht wo wir alle gerade sind, Dösbaddel - kurz vor Halbmarathon fehlt dieses Jahr die Lautsprecheransage, wer gerade dahergeschlichen kommt - dafür beim Einbiegen auf das kurze Stück Straße, ein Riesenschreck: hüpft da doch glatt ein Elefant aus dem Gebüsch auf die Straße - ach nee, es ist nur Bernd Gämlich: “Mann, hast Du mich erschreckt - wo kommst Du denn her? - biste wieder so schnell geworden?” - “Nee, ich kam zu spät zum Start und stellte mich in die erste Reihe - Du lachst ja gar nicht!” - Schild 21,1 km - “Au weia, grottenschlechte Zeit - das wird heut nix mehr mit unter 4" - “Schneggi, bloß weil Du einmal zufällig unter 4 gekommen bist, kannste das jetzt nicht immer machen!” - “Wieso nicht? will ich aber!”.  Zur Strafe wird dieser Demotivator stehengelassen - und gleich mit Vollgas in die Schleifenstrecke eingebogen - Bernd behauptet doch glatt am nächsten Tag in Herten-Bertlich: “Ich war immer hinter Dir, keine 20 Meter, Deine Zunge hing bis zum Bauchnabel, hätte man damit die Straße aufwischen können, beim Stand bei km 26 war ich dicht hinter Dir!” - Märchenonkel.

Die Gegenlaufstrecke ist kurz, aber man findet immer jemanden zum Abklatschen: zuerst Georg, der Junge hat immer ein Lachen im Gesicht und sieht topfit aus - René muß man jedes Mal anbrüllen, um ihn aus der Trance zu holen - allerdings muß man zugeben, dass diese Schleife doch sehr zäh ist, wellig, matschig und irgendwie jedes Jahr der Tiefpunkt.

Endlich zurück auf der Straße und rüber zum Verpflegungsstand:  früher gab’s hier immer Kuchen, die Zeiten sind vorbei - trotzdem, angenehm hier zu sein, jetzt erst mal runter und runter und zweimal hoch - zwischen km 26 und km 33,5, wo der nächste Stand ist, ist Sägezeit, viele gehen, andere schlurfen - der große Anstieg so zwischen km 29 und 30 - danach ist das schwerste Stück, nämlich eigentlich flach und geradeaus.

Plötzlich kommt Dietrich Schiemann, Spezi vom Spreelauf im September, dahergeschossen - typischer genialer Marathon-Talk: “Wo kommst Du denn her?” - “Na, von hinten - jetzt biste dran” - “Nix, da” und Zwischenspurt eingelegt - “Hoppla, jetzt willste’s aber wissen” - “Nee, aber da vorne nach 500 Metern kommt ne Station und danach geht’s zweieinhalb kms runter”.

Man geht die 100-200 Meter nach dem Stand, säuft sich noch mal die Hugge voll - und dann in Serpentinen runter in die Hölle - heute sauglitschigmatschigeklig, hier nicht auf die Fresse plumpsen - ab km 36 wird’s etwas flacher, aber noch abschüssig - *ächz* zum km 37-Schild einen kleinen Huppel hoch, muß das hier sein? aber dann nochmals runter - inzwischen seit ca. km 36 auf einem geteerten Weg und dann auf ne Straße, die in einen richtigen Ort führt, zurück in der Zivilisation - letzter Stand am Ortseingang bei km 37,5, hier gibt’s Kuchen und Kekse - die nächsten 2 kms auf einem flachen Feldweg - auf diesen letzten 4 kms können noch prima Plätze gut gemacht werden - leider sind da auch immer wieder Unsympathen, die Schneggerich überholen müssen, so was, keinen Anstand im Leib - den drei Amazonen in knallgelben Jacken sei es verziehen, die haben ihn 2 km die Schnecke gnadenlos gejagt, “jetzt dürft Ihr vorbei”.

Durch einen Minitunnel hindurch und man ist wieder am See - nur noch den Seerundweg - man hört den Lautsprecher, kann aber nix sehen - es nieselt - die meisten sind viel zu dick angezogen, es hat ungefähr 8 Grad - trotz kurzer Hose und nur zwei Hemden, klatschnaß von oben und von innen *schwitz* - wie jedes Jahr - zum Endspurt reichts noch, es können noch Treter eingefangen werden, die Zwölf auf der Uhr muß stehen bleiben, also ruhig Tempo rausnehmen, zur Elf reicht’s nimmer (später werden 20 Sekunden allen gutgeschrieben, wieso ist nicht bekannt - Knallköpfe, hätte zur Elf noch gereicht) - Zielkanal, “Hallo Herr Doktor” grüßt der Sprecher - Michael Turzynski kommt gleich dahinter rein, guggt ziemlich grantig: “Zuviel Stress in letzter Zeit”.

Erst mal auf die Stufen, die zum Wasser runterführen, sitzen - uaaaaaaa - Arolsen ist doch jedes Mal ne echt harte Nummer - hmmm, gleich in den See jetzt hüpfen? oder in die Twisteseehalle hochschlurfen unter die Dusche, der Effekt ist der gleiche, nämlich absolut eisig. Wenigstens ist dieses Jahr die Kartoffelsuppe noch nicht alle - am Tisch frägt der Nebenmann “Wie lange dauert es, bis die Urkunden fertig sind?” (offensichtlich ein Erststarter hier) - “Nur Stunden” - er guggt schräg - “Am besten Du kommst nächstes Jahr wieder, dann liegen sie schön aus” - derweil faselt Kuhaupt was von “nächstes Jahr der fünfunzwanzigste Lauf, ein Vierteljahrhundert Arolsen - juhu juhu”.

Bei Sofakartoffel zuhause:
-  Sofakartoffel:  “Ach Du schon wieder! Biste wieder durch nen Marathon gestolpert? War matschig und hügelig und schwer, blah blah blah!”
-  Schneggi:  “Woher weißt Du?”
-  Sofakartoffel:  “Weil Du immer dieselben Ausreden daherlaberst! Wie waren die Frauen?”
-  Schneggi:  “Was für Frauen? mußte mich auf den Matsch konzentrieren!”
-  Sofakartoffel:  “Quatsch mich nicht blöd an! also, alle Einzelheiten!”
-  Schneggi:  “Da war eine, klein, zierlich, niedlich, nett, ganz in schwarz, oben drauf, auf’m Kopf, ne schwarze Pudelmütze und als Clou knallrote Wollhandschuhe- süß!”
-  Sofakartoffel:  “Na und? angebaggert?”
-  Schneggi:  “Also bitte - wo sind wir denn hier? etwas mehr Respekt vor dem anderen Geschlecht! erstens war sie zu langsam, schon bei km 25 versägt - zweitens mußte ich genau den Matsch beobachten - und drittens - ja, drittens, bin ich doch zu schüchtern, weißt Du doch!”
-  Sofakartoffel:  “Schüchtern! - uuuaaaaaaaaaa - süß - uaaaaaaaaaaaa - muahahahaha mich weghau vor Lachen unter das Sofa gröhl (geklaut von MichaelK) - aber haste Recht - neulich hat mir Winnetou gesagt, dass der Schneggi von den Frauen über 4 wegbleiben soll - die haben einen schlechten Einfluß und von denen kann er nix lernen.”
-  Schneggi:  “Okay Chef Oberknallbirne - werde einen Bogen um die schnuckligen schneckischen Schnecken machen.”

Fazit: Arolsen einmal, Arolsen immer - zu kalt, zu naß, zu teuer, zu matschig, Mistduschen, zu weit weg, zuviele Höhenmeter mägger mägger mägger - HaJo: “Arolsen ist Arolsen” - genau.

Grüzi
Gepowerte Schneggi


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