Baltic Run 2009 Teil 2 – Etabbenlauf von Berlin an die Ostsee, 2.-6. August 2009 – “Zweiter und Dritter Tag: Sintflutregen und man fühlt sich ab Tag 3 sauwohl”
Was ist bisher passiert? wer sind eigentlich diese Knagg- und Knallfrösche? was geht hier ab? – Du haben keine Ahnung (wie immer), Du guggen zuerst zum Baltic Run 2009 Teil 1 (Link unten)
Montag, Tag 2 – von Hubertsstogg nach Prenzlau, 67 kms – “Regen, Platzregen, Regenwald, Niesel, von der ersten bis zur letzten Minute”
Sonntag, Tag 1, ist abartig pathologisch unfüsiologisch heiß – abends und nachts verdichtet sich dat Janze und folglich wird`s schwül schwül schwül. Überpünktlich zum Start um 7 Uhr für die erste Welle, die Luschen, fängt`s an zu regnen, zuerst nieseln, genauso wie letztes Jahr.

links: Volle Konzentration bei den müden Kriegern im Konferenzraum des Nobelhotels - auf jeden Fall “nobel” für solche Flegel der Landstraße wie uns, die wir bei Spree-, Isar-, Deutschland- und sonstigen querdurchsland-Läufen, nicht zu vergesssen die vielen wondei-Ultras, an alte, ältere und älteste Turnhallen, an kalte Duschen, an versiefte Scheißhäuser, Schnarchen, Rotzen, an all die verschiedenen Körpergerüche und –geräusche usw. gewöhnt sind – wir sind klaglos geworden – ein Eumel meinte sogar, er möchte nicht jeden Tag in so nem Hotel beim Etabbenlauf nächtigen, das sei “nicht richtig, nicht authentisch” – war das Ollie, die durchgeknallte Birne?
rechts: Alex von U klotzt den 7-Uhr-Lahmen im selbstgemachten Angeberschört zu – heut darf er noch mit den 8-Uhr-Flizzern starten, aber nicht mehr viele Tage.

links: Zum Appell beim General (vorne in rot) – er sabbelt was von “dat dauert nur zwee Stunden” – dann los, die Affenbande.
rechts: Der Werbellinsee morgens um 7 im Regen – anheimelnd.

links: Fahrradfahrer und Reiter willkommen – die räudigen Läufer können weg bleiben, die Rasseltrubbe.
rechts: Jawohl, Joachimsthal ist das Ziel – vorerst – inzwischen Platzregen.

links: Michael etwas ausbremsen und ein, zwei Kilosmetros mit ihm im Regen latschen.
rechts: Heute durch die Uggermark – gottverlassene Gegenden, herrlich, kein Lebewesen weit und breit – aber ziemlich hügelig und undulierend – die Dörfer veraltet überaltert verfallen sowohl Häuser als auch die meisten der paar übrigen Leutchen.


Natürlich hat der General Stuss geredet, logo, nach zwei Stunden immer noch Dauerregen – als er gegen neun oder zehn Uhr mal mit seinem (troggenem) Luxusauto vorbeifährt, faselt er was von “bis Mittag hat`s aufgehört” – muhahahaha, klasse Witz – um die Zeit lange Passasche durch nen Wald, n`richtiger Regenwald, Platzregen – logo, dass die Feld- und Waldwege ziemlich matschige Matsche werden – macht nix, die Laune stimmt, die Stimmung ist launig, die Moral wird nicht zur Qual.

links: Zur Strafe muß der General heut selber mal richtig arbeiten – hat ne Station zu betreuen – rüggt mit den richtig guten Sachen aber erst nach intensivem Belästigen, Dauernörgeln und massiven Drohungen raus, so wie zum Beispiel gekochte ganze Kartoffeln, hmmmmm legger mit viel Salz, gleich mit Schale und allem, dazu ne Knaggwurst und ein Bier, was will der Baltische Regenläufer mehr?
rechts: Neueste Mode hier – “Bett und Bike” (BB) – dazu meistens ein altes Fahrrad frisch farbig anpieseln und irgendwo hinstellen oder –hängen.

links: Noch ein Radl – dasselbe wie letztes Jahr selbe Stelle selbe Frikadelle – aber damals noch mit Lenker und Saddel.
rechts: Tag der Schneggen, Millionen davon.

Wohltuende Vistas und ansprechende Wegweiser.

links: Halbverlassene halbverfallene Dörfer – wo man nicht tot überm Zaun hängen möchte.
rechts: Auch ein Wiedersehen mit diesem Radl – hat sicher jeder Treter mit Kamera fotofiert.

links: Stundenlang allein unterwegs – nix passiert, außer dass es immer noch regnet – zu diesem Zeitpunkt bereits 7einhalb Stunden – der General braucht ne Tracht Prügel, allerdings müssen noch mindestens fünf andere Mittäter gefunden werden, alldieweil der Tübb stark und aggressiv aussieht, dann können wir ihm im Dunkeln auflauern und patsch patsch patsch.
rechts: Grit-Beibie arbeitet mit den Anbäbbpfeilen, der Sprühdose und mit diesem Bändeln, sehr apart und so smart.

links: Das Prenzlige Lau im Dunst des Regens – nix da, man läuft nicht drauf zu, sondern davon weg, noch mindestens 3-4 kms nach links.
rechts: Unschwer zu erkennen, das Ziel – eine neue Turnhalle, dieselbe wie in 2008.

Ekkie unterhält spielend die ganze Meute als Alleinunterhalter.

links: Ewald (Kumar) sieht a bisserl färtisch aus – hat Mühe die Flasche zu halten.
rechts: Jörg (Gerlach) ist schon wieder am Futtern.

links: Äberhard die Ruhe selbst, er bringt sogar die Ruhe nicht aus der Ruhe.
rechts: Ah, die Ziel-Belohnung-Regenerations-Milch von Türken-Mike – grazie, alter Knochen.

links: Ekkie, unser legendäres Säx-Sümbol und Mode-Aushängeschild erzählt Stasi-Witze.
rechts: Halle ist groß und gemütlich, jawohl gemütlich, das ist unser zuhause.

Alle benehmen sich gesittet, einigermaßen – außer manchen Charakteren, die mit Bier um sich spritzen.
Dienstag, Tag 3 – von Prenzlau nach Ueckermünde, 72 km – “Bergfest und längste Etabbe - windig, heiß, lang, toll”

Bernd und Jörg vorne guggen sehr skeptisch und ziemlich aseptisch auf die Mässätsch aufm Pflaster, aber genauso kommt`s auch – hinten döst noch Klaus-Peter (Ulmschneider).

links: Es wird wieder geklebt, was die Rollen hergeben – die Beklebten schwören drauf.
rechts: Die Italos sind gut drauf – Michele seit kurzem im Ruhestand, Rentner sind immer fitter als Normalotreter.

Heidi Hoppelchen hört erstaunt den Erwachsenen zu – sie hat sich gestern im Wald verlaufen, soll mit schnuggeligen Waldarbeiten durchgebrannt sein - am meisten gefeixt hat Jörg Generalissimus, die ganze Gemeinde aber auch – sie kriegt nen Pfeil auf die Hand gebäbbt, damit sie nicht vergisst wie die Markierung aussieht.

Die Trafo-Häuschen sind entlang unseres Weges ansehlicher als woanders.

links: Gestern Abend nich, aber dafür heute früh: durch Prenzlau durch.
rechts: Old Siggie kann auf schlechten Bürgersteigen nur mühsam laufen, daher wieselt sie lieber auf der Straße – meint ein Autofahrer auf der anderen Straßenseite extrem unwirsch dieser Hirsch, dass für uns auch gilt, auf dem Bürgersteig zu watscheln – Rechthaber damischer, kein Auto sonst weit und breit, Straße leer – weder zur Diskussion noch zur logischen Analüse nicht nie bereit, Hose-mit-Beißzange-Anzieher, auf-die-Krawatte-Pisser. 

links: Ah, die weiten Horizonte, das endlose Laufen oder Gehen – von jeder Viertelstunde ca. 5 Minuten Gehen reicht immer noch für nen niedrigen Achter-Schnitt und hilft Kräfte zu sparen (in der zweiten Tageshälfte dann die abgehalfterten Mitstreiter gnadenlos bodenlos versägen), Schwätzchen zu halten und Sachen zu sehen, die offensichtlich die gestressten Flizze-Treter gar nicht wahrnehmen – die Passanten trauen sich eher ne Schlurfschnegge oder ne Wander-Lahmsogge nach dem Sinn von dat Janzen und was da eigentlich los ist und abgeht zu befragen als die Windhunde.
rechts: Ah, da kommen sie schon die Windhunde, haben die 1 Stunde späteren Start abgearbeitet, die Malocher, die Streber – heute aber früh dran, zumeist so nach 2 bis 3 Stunden – Rümax mit der Eins und Raymond.

links: Schon wieder ein Fahrrad.
rechts: Die Verfolgung, die hetzende Meute – Ralf und Ollie – mitten auf der Straße, wenn das Ingo sieht, na na na!

Jeden Tag ne Eis-Pause – das ist drin, muß drin sein – und echt günstig, 60 Cent die Kugel.

Äberhard, Brust raus, Bauch rein, Beine auseinander, Bart im Winde – und Peter aus der Schwiiiiiez.

links: Wenn schon Straße, dann bitte lange Alleen mit ohne Autos – wunderbar alles klar.
rechts: Bett und Bike wieder, aber dieses Mal aufm Heuboden, urig.




Bergfest, Halbzeit – Sprühdosenorgie auf der Brügge (noch vile mehr Sprüche und Gelaber).

Viele viele Blumen am Wegesrand - sieht nur keiner oder guggt gar hin, die Knödel.

Was bleibt vom Ort Pasewalk in der Erinnerung: Stadttor, viele baufällige Häuser, John und HaJo und Klaus-Peter gemein übel von hinten versägt – Station am Ortsausgang mit Ankündigung.

Das Örtchen Viereck, circa 5 Alte, 3 Hunde und 2 Ratten, und sein Kopfsteinpflaster sind letztes Jahr schon oagnäm aufgefallen.

links: Immer wieder, fast jeden Tag, finden sich ein bis zwei dieser seltsamen farbigen Zettel auf dem Boden – unsere heiligen Wegbeschreibungen – aus Verzweiflung mit Wut und Karracho auf den Boden gepfeffert, oder nur duselig schusselig verloren?
rechts: Auf dieses Foto wartet Holger der Rennsteighunne sehnsüchtig – er hat es letztes Jahr entdeggt und sich jetzt 1 Jahr lang gefragt, ob es am 4. August 2009 immer noch dran sein wird, das historische kulturelle Gemälde – jawohl, und davor werden immer noch Betonmaschinenlaster abgespritzt.

Ein Pfeil von 2008, verwaschen – Grit-Beibie spielt mit uns: letztes Jahr auf dem Gehsteig der linken Seite nach Ueckermünde rein, dieses Jahr auf der rechten Seite – aber wir sind ja total ausgebufft, die Allerhellsten und Allerschnellsten, mit uns nicht.

Die wichtigen Leute sitzen im Ziel aufm Marktplatz in Ueckermünde herum und reden klug und lächeln scharmant.

Mike, das Goldstügg, auch heute abend im Ziel wieder dabei – keine Ahnung von wem der Kuchen ist, ist auch jedem piepegal, Hauptsache viel und gut.

links: Neben Goethe liegen wir in der Halle und zitieren ihn natürlich fließend fleißig eifrig.
rechts: Hoppelchen führt ihr neues Tie-Schört aus.
Die Hitze und den Regen überstanden – die lange Etabbe gemeistert – bricht jetzt die Ziggerei unter den Athleten aus? – wieviele Opfer werden noch erbracht werden müssen, bis Usedom und Karlshagen? – reichen Cola und Buletten aus? – auf dieser Dauerwelle auf diesem Planeten, demnäxt.
Grüzi
Schneggi
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Zur Strafe musste alle schwatz-weiß-Bildchen aus Walt Disneys lustigen Taschenbüchern ausmalen.
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