Baltic Run 2009 Teil 3 – Etabbenlauf von Berlin an die Ostsee, 2.-6. August 2009 – “Vierter und Fünfter Tag: nochmals heiße Hitze und a rather brilliant Finisch”

Freitag, 21. August 2009


Mittwoch, Tag 4 – von Ueckermünde nach Usedom, 61 kms – “Nochmals wird kräftig eingeheizt”


links:   Timo in seinem Raumschiff von Bett darf heute länger liegen bleiben, Start eine Stunde später mit den richtigen Läufern – gestern gerudert wie ein Besessener und als Erster sogar vor den Flizzern in der späten Grubbe reingekommen.
rechts:   Okay, heut wird`s heiß und zuerst mal schwül ohne ein Lüftchen, das Schört bäbbt am Adoniskörper – das Wasser tropft – Anklam heißt die Metropole, wohin es uns zieht.

Zuerst durch die Wildnis, durch die Sümpfe und Moore – na, ganz so schlimm ist`s nicht, asphaltierter oder mit Platten ausgelegter Weg – trotzdem heiß Schweiß heiß – es soll Einsiedler und Waldschrate geben, also Obacht!

Irgendwann mal – die Stunden und die Tage vergehen, mal verliert das Zeitgefühl, merkt nur noch “morgens”, “mittags”, “nachmittags” und “abends” am Stand der Sonne und an den Nummern der VPs – also irgendwann geht`s scharf nach links – und plötzlich der Geruch des Meeres, Salz in der Luft, wunderbar alles klar.

links:   Verkehrsunfall auf der Stregge:   wässrige Ratte von links, Rümax Riesenfuß von hinten, wässrige Ratte verliert, Wiederbelebung erfolgslos – die meisten behaupten, dass es ein Maulwurf sei – okay, na gut, also ein Maulwurf, wirft sein Maul.
rechts:   Es wird heißer und heißer – Kopie vom letzten Jahr – die Kuh verteidigt energisch und erfolgreich ihr Wasser-Saufbeggen (ne Ex-Badewanne) vor Schneggi, der saufen und Füsse und Kopf reinsteggen möchte – die dumme Kuh: “Nix da, verpiss Dich, das ist für Kühe!”.

links:   Wenn das nicht das Tor nach Anklam ist – dann wären wir falsch.
rechts:   *Brüll wieher unterntischschmeiß* - ne Kegelbahn dort, wo sonst nix, aber auch gar nix ist.


links:   Zeit für ne Auszeit mit ner Eiszeit in Anklam – lägger und preisgünstig.
rechts:   Urige Häuser mit irren Dächern.

Liebe Worte von Grit-Beibie - jibbts mehrmals am Tag.

links:   Och, wat soll dat denn? – dieser Bernd hat nen richtigen Harem an Weibern, äh Verehrerinnen, kreischende Fäns.
rechts:   Heute ist Old Siggie ausgerissen – immer wieder rangepirscht, aber sie saust und saust – endlich bei km 48 oder so versägt – aber sie ist nicht abzuschütteln, bleibt 50-100 Meter dahinter stur dran – Gas geben, Gas geben, bringt nix – Frage am Abend: “Warum biste denn so gerannt? konnte Dich gar nicht abschütteln!” – “Ich wollte nicht an die Brügge kommen, wenn sie gerade geöffnet ist!” – das ist sie, die Zecheriner Brügge, Hebebrügge oder wie dat heißt.

links:   Echt Humor, die Leute hier – da hinten is nix, gar nix, nullkommanix.
rechts:   Wo der Trabi steht, ist hingegen ne Riesen-Agglomeration, mindestens 4 Häuser.

“Da müssen wir hin!” – das Stadttor ist schon 4 km weit weg zu sehen – im Gegensatz zu letztem Jahr ist hier heute Schluß – damals noch 1,5 kms durch die Stadt.



Der Zirkus lüftet seine Unterwäsche – Alex vom U findet`s auch interessant, unrasiert der Knabe.




Jörg befiehlt, äh empfiehlt, nee bittet zum Gesamte-Bande-Meeting auf ner Wiese gegenüber dem Restaurant, vor der Schlacht am Büffet, um Sachen zu belabern, macht er gut prima sehr schön talentiert, einer muß der Scheffe und das Bestimmerstachelschwein sein und sagen, wo`s lang geht, Ultras sind Chaoten und brauchen abundzu ne “feste Hand” – “Ey, Ihr zwei Affen auf der Mauer, rüggt mal zur Seite!” – Timo bestätigt die biologische Einschätzung der direkten Herkunft und Abstammung perfettamente und überzeugend.





Donnerstag, Tag 5 – von Usedom nach Karlshagen, 59 kms – “Endspurt entlang der Ostsee”



Aufbruch zum letzten Tag – die meisten irgendwie angeschlagen und daher mit blauen oder roten Bändern an den Haxen – der Rest vergnügt und tralalalalala.

Tagtigg wie jeden Tag:  Lahmsogge geht erst mal die ersten paar Kilosmetros, äh vielleicht fünf, vielleicht zehn, auf jeden Fall Letzter und dann langsam sich nach vorne arbeiten und versägen, an manchen Tagen 12 Opfer, an anderen weniger - am zweiten Tag war`s doof, fünf versägt und drei davon steigen aus – und vorher gemütlich in den Büschen oder noch lieber im Wald ausgiebige Toilette – so auch heute – raus aus`m Diggicht und beim wieder-auf-die-Piste-rausrollen kommt gerade Rübezahl daher, Rümax nannte ihn Mammutjäger, auch gut – Ingmar kann nicht mehr loofen, vermutlich Pes anserinus hinüber (einfach selber nachguggen, wat dat is – “Gänsefuß” heißt`s auf deutsch, Innenseite Knie, viel aua aua aua) und da er seit zwei Tagen komisch daherwatschelt, tut ihm jetzt das Kreuz auch weh – er meint:  “Ohne die Prügel falle ich um!”.

Aber die Knübbel sind etwas unhandlich und daher stürmt er in den Wald und räumt erst mal auf bzw. bricht junge unschuldige Bäume ab und versucht, die richtigen Krüggen abzubrechen – bringt alles nix – er kommt ins Ziel mit den ursprünglichen Rübezahl-Knübbeln.


Herrlich, Natur pur – keine räudigen Läufer in Sichtweite vor einem, hinter einem nur noch Rübezahl, der nach hinten absichert – abundzu a bisserl Kultur, Artefakte untergegangener Kulturen, erloschener Zivilisationen.

Vorbei is mit der Ruhe – da kommen schon die Flizzer – heute mal alle fotofieren, wie sie dahersausen – zuerst Raymond (61) und Rümax, dazwischengeklemmt Michael, der nach dem Foto den Ausreißversuch wagt, am Berg, der Knödel! – dahinter in Lauerstellung, Ollie Mannindeinemalter, will heute gewinnen, wird Zweiter, sabbalot, in dem Alter, Mann!

links:   Dieses Foto repräsentiert die ganze Baltische Rennerei – allein, auf ner Landstraße, wunderbare Allee, der Horizont ist das Ziel – das müsste Ollie Mannindeinemalter sein – vor zwei Jahren beim DL07 schon am 3. Tag bei km 30 von Lahmsogge demütigend brutal hemmungslos schonungslos versägt worden, keine 2-Cent mehr wert daamals, das Bübchen – und jetzt der große Renner, der Nachwuchsflizzer, welch ein Unterschied!
rechts:   Norbert – immer gut gelaunt, hat nix mehr zu verlieren, alles schon gesehen, alter Hase!

Ralf in seinem Kinder-Erschreggen-Fasenacht-Kostüm, hart am Kämpfen, hält aber die Stellung, nämlich Platz 3 am Ende – Günter nicht wieder zuerkennen, letztes Jahr als Mister Oberkrügge und Subbainvalide beim DL08 kennengelernt, er hat dazugelernt und macht das, was er am besten kann:  laufen laufen laufen.

Peter aus der Schwiiez und Äberhard aus Ohnesorge – älter aber schnell.

links:   Thomas – “Ey, Schlabbohr! Du hast jeden Tag das gleich Schört an! haste davon mehrere oder nur eines?” – “Nur eines!” – “Ja, und waschen?!” – “Jeden Tag, Luftwäsche!”.
rechts:   Peter Zigarette – ein dänisches Original.

Udo muß erst mal pinkeln vor der Fotosäschon – “Gute Idee!” (er meint das Pinkeln).

Tja, und dann kommt keiner mehr bzw. es ist erneute Auszeit im Wald angesagt – nun zur Küste nach Ahlbegg und dann schön an der Küste entlang, immer dem gelben Pfad folgend.

Von flach kann keine Rede sein – auf-und-nieder immer wieder und zwar dauernd – immer noch der Berlin-Schmusedom-Radweg.

links:   Keine rote Karte riskieren, schön stehenbleiben – wozu auch die Hegtig?
rechts:   Die Nordsee erreicht – Quatsch, die Ostsee – derselbe Scherz wie letztes Jahr, muhahahahahaha.

Entlang der Küste fangen die richtigen Schikanen an – 16% Auf- und Abstiege – Trebben – wilde Urlauber auf Rädern, viele davon scheinen für`s Rad nicht geboren oder in irgendeiner Weise dafür begabt zu sein – Horst Preiselbeere wurde sogar von nem Diggmann-auf-Rad gerammt (noch digger als Löffel).

links:   Nach den 20 kms auf der Uferpromenade sind die letzten 5 kms oder so wieder die Ruhe, Stille, unsere Welt – geglüggter Abschluß.
rechts:   Neuer Radweg, vergessen wie der heißt – das ist das Zeichen dafür.

Huch, plötzlich die bekannten Schilder – schon vorbei? – alles geschafft?

Der letzte an nen Pfosten gebäbbte Pfeil gefolgt vom letzten auf den Boden gesprühten Pfeil.




An der sonnenbadenden Mieze vorbei direkt ins Ziel gestolpert.

links:   Türken-Mike, unser liebster Türke, grantuliert zum Einlauf – irre Geste!
rechts:   Grittie muß die Pfeile mit der Zahnbürste wegschrubben, die scheinen die Kurverwaltung zu stören.

Wenn schon nicht baden, sich wenigstens bis an die Wasserkante rantasten – wenn wir schon mal hier sind.

links:   Einer radelt noch die letzten Dutzende kms ab und muß auch die angebäbbten Pfeile entfernen – die Bürokratier mögen die nicht dulden – dat ist ein Fahrradhelm aufm Foto.
rechts:   Rümax sammelt die letzten km-Schilder ein – die meisten Döösbaddel hatten die beim Vorbeischleichen gar nicht bemerkt, blinde Hühner.

links:   Der Vorletzte, Steffen, ein ganz langer Tag und ein noch längerer Marsch für ihn heute – der Allerletzte, unser Rübezahl, schafft`s tatsächlich auch noch – Zeitlimit am letzten Tag nicht mehr gültig.
rechts:   Somit ist die Baltische Rennerei 2009 vorbei – diese Treter sehen doch noch prima aus, war das in-die-Tonne-Treten der Treter für den Treter Frust oder Lust oder ist-mir-egal-wurst?

Freitag, Tag+1 – von Karlshagen nach Berlin mit dem Bus, jetzt ist Schluß, ein letzter Kuss


Langes Ausschlafen, ne Stunde Zeit für Frühstügg – langsam schwärmt die Bande aus der Halle raus – alle Frauen küssen, allen Männern n Schlag ins Kreuz – Bernd säuft die letzte Flasche Bier aus – die meisten mit dem Bus nach Berlin, andere mit Bahn, eigenem Gefährt oder was-der-Geier-wie-oder-wohin.

Die Italos glügglich in den richtigen Zug nach Schönefeld gesetzt und erst mal Luft holen – die Einsamkeit im Freitagnachmittagsgewühl am Berliner Hauptbahnhof mit unendlichen Menschmassenen, ein richtiges Tohuwabohu – da sitzt doch ein Pänner auf dem Bahnsteig – darf doch nicht wahr sein, eine Baltische Rennsau, Ollie Mannindeinemalter höxt persönlich und ganz versöhnlich – okay, zusammen in denselben Zug.






Die üppige Beute


Das Schört als Kennzeichnung für den erfolgreichen Ins-Ziel-Kommer, wo Jörg Generalissimus es einem zuwirft, nee mit Finger-quetschendem Händedrugg und feuchten Augen persönlich überreicht.

links:   Ein Poster für jeden – oben und unten übrigens die subba-Lahmsogge-Laufschuhe, garantierte Rennsemmeln.
rechts:   Die brave Startnummer – hat viel mitgemacht (aber nicht drübergepinkelt), alles gesehen, sie ist zufrieden.


links:   Urkunde – a bisserl an den Eggen gekniggt, macht nix, gehört sich so.
rechts:   Kann man zwar nix erkennen – soll aber auch nur auf den exquisiten Sörvice einer detaillierten Ergebnisliste hinweisen.

links:   Die gelungene Medaille, schönes Stügg – mit dem Logo der Baltischen Rennerei nun.
rechts:   Eine Rose – sogar für die Männer – endlich mal, war immer eine totale Diskriminierung, klarer Fall für den (männlichen) Gleichstellungsbeauftragten.

Das Messer wurde zuvor schon erwähnt und gezeigt – es wurde nicht benützt, war auch gar nicht nötig, alle brav, alle lieb.

Ein grandioser Etabbenlauf – noch verbessert gegenüber 2008, was manches Detail betrifft – subba Orga, Jörg weiß, was er will, und sagt`s auch und setzt`s durch, mit einem Wort, alles klabbt und funktioniert – trotzdem in Harmonie und ohne unnötigen Sträss oder Hegtig – man fühlt sich richtig wohl bei der Sache.  Man kann hier schnell laufen, muß aber nicht – viel schöner ist bei diesem Lauf das Geniessen der Landschaften, der Natur und der Kultur, der Dörfer und Städte, der Millionen Eindrügge – außerdem ist langsames Laufen auch gesünder, Zitat Oberkeule:  “Lieber viel zu langsam als a bisserl zu schnell!”, da hat er ausnahmsweise mal recht, der alte Knochen.

Grüzi
Schneggi

alle bisherigen Baltic Run-Berichte 2008-2009 (siehe Links unten):


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Kommentare ...

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Michael am 18.09.2009 um 00:38 Uhr
Schneggi - vielen Dank für die Zeilen zum Baltic Run. Auf Deiner seite macht es Spaß sich an Läufe zu erinnern.
Klaus am 25.08.2009 um 20:42 Uhr
Hallo Schneggi,

deinen Bericht zu lesen... oder die Fotos zu gucken... hat wie immer Spaß gemacht.

Herzlichen Glückwunsch zum Baltic-Run-Finish!

Aber für dich war´s ja einfach. Du kanntest ja den Weg schon von 2008. :)

Gute Erholung... und viel Spaß beim nächsten Lauf!

Klaus

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