Biel – 51. Bieler Lauftage 100 km, 12.-13. Juni 2009 – “Urlaub in Biel mit Abenteuer-Einlage”
Dieses Jahr soll das Biel-Gesträsse ohne Sträss ablaufen – also ganz riläxt und strässfrei, folglich Vier-Tage-Urlaub mit einer nachts-durch-die-Gegend-Schleichen-Komponente, aber auch nur ganz pian piano pianissimo. Die ganze Sache war ja früher immer schon logisch logistisch ein Albträumchen – am Freitag hin, Rumhetzen, am Samstag halbbewusstlos irgendwohin, zu Bewußtsein kommen, Samstag Nacht oder Sonntag Morgen zurügg, zumeist mit Zwischenstation in Ulm. Neeeeeee, dieses Jahr nicht, sondern Donnerstag gemütlich hinzuggeln, ausgiebig futtern und noch mehr schlafen, Freitag rumhängen abhängen Löffel-aufhängen, Freitag Nacht dann äbbä ein paar Kilosmetros absolfieren, Samstag vermutlich in Biel ankommen, wieder futtern und schlafen, Sonntag zurügggondeln, Plano perfekto.
Übrigens Ulm – ganz seltene Spezies, diese Ulmer – Schlurfschlabb kann das beurteilen, weil er selber ein Ulmer ist. Nicht nur dass diese Nassfrösche den Bieler Klassiker kopieren bis auf die Unterhosen der Sekretärin des Capos der Müllabfuhr-Trubbe, die hinterher aufputzt - nein nein nein nicht genug damit, es muß auch in die totale Konkurrenz mit Biel getreten werden, alldieweil zur selben Stunde am selben Tag diese Ulmer Spatzen ihren ersten Hunderter loslassen, total scharmant und unheimlich elegant. Im Ulmer Münster steht vergrößert ein Vogel aus Stein, mit einem Stügg Holz im Schnabel, welches einen Strohhalm darstellen soll – die Storie geht wie folgt: Ulmer Bürger wollten einen riesigen Holzbalken in die Stadt schaffen, durch das Tor der Stadtmauer – nun war der Balken länger als das Tor breit - und da die Ulmer den Balken quer trugen, kamen sie damit nicht durch das Tor – es wurde beratschlagt, was zu tun sei, und es wurde beschlossen, das Tor zu verbreitern, also die Stadtmauer teileinzureißen – im letzten Moment sah einer der Ulmer, wie ein Spatz, der einen Strohhalm quer im Mund hielt, in seine Vogelhöhle fliegen wollte, aber wegen der Breite des Strohhalms nicht hineinkam, da das Loch der Höhle dafür zu klein war – der Vogel drehte den Strohhalm, so dass er ihn der Länge nach in seinem Schnabel hielt und fluggs war er in der Höhle. 

Biel ist in der Tat Urlaubsgebiet und der See ist prima und hat ein prima Klima dazu – der Cämpingplatz hinter Nidau ist dafür bestens geeignet, schon in 2003 mal dort jewesen – das Wetter ist stürmisch, der Wind pfeift.

Dann noch auf dem Kinderspielplatz rumtoben und den Kindern die Plätze auf den Schaukeln wegnehmen - manche Wörter und einige Aussprachen sind trotz langjährigem dran-Gewöhntsein immer wieder zum Brüllen, putzig, muhahahahaha.


links: Nidau ist auch nicht übel Herr Zwiebel – hier das Nidauer Schloß.
rechts: In Biel kann man sich subba durch die Fußgängerzone durchfressen, genügend läggere Sachen sind rechts und links vorhanden.
unten: Ach herrje, da ist ja heute Abend noch das Gelaufe – lieber gleich noch n Eis schlotza (= schäbisch schwäbisch).

links: Dann mal sich in die richtige Richtung bewegen.
rechts: Das ehrwürdige Eisstadion grüsst von weitem – soll wohl umgebaut werden.

links: Zelt auf der Wiese (welche Wiese? na in Biel jibbs nur eine Wiese, nämlich dämlich “die Wiese”) aufbauen – aha hier die Essener Tasso und der Lüdde Peter Großfuß beim massivem Essen, beim Einschaufeln – wowa aua, was da so alles auf dem Tisch rumsteht - genau hier und nirgends woanders wird das Zelt aufgebaut.
rechts: Dem kuscheligen Tom aus Menden läuft auch schon das Wasser im Mund zusammen.

links: Verdächtige Gestalten schleichen um die Wohnmobile – einer davon wird gestellt und festgenagelt – aha, der Tübb vom Passatore, der 9 Monate im Jahr durch die Gegend fährt und jeden Mara oder Ultra, der nicht bei 3 auf den Bäumen ist, läuft – der gute alte Gerhard Penzel, natürlich im Angeberhemdchen, zum 20. Mal in Biel, sabbalodd – dieses Mal revanschiert er sich für das Versägtwerden in Italia beim Passatore und hängt sich mächtig rein – erst bei km 55, janz genau beim Schild, versägt ihn Schlurfschlabb – aber das ist ein zäher Knochen (“alter Knagger” darf ja niemand zu ihm sagen, tut ja auch keiner), ein janz zäher – plötzlich, Schlurfschlabb troddelt gerade so dahin nach der Verpflegung bei km 74 auf dieser langen heißen Straße, keine Lust zum Laufen, eher Lust auf Schlafen, kommt dieser Energiebolzen daher, brüllt was von “Jetzt hab ich Dich, hab Dich seit dem Hatschie-Pfad im Visier, aber jetzt!” und nützt gemeinst übelst das sich-in-den-Wald-links-reinschlagen von Schlurfschlabb aus (auch so eine Art von Treue, wenn man jedes Jahr an derselben Stelle seinen körperlichen Abfall deponiert, oder nicht?) – auf jeden Fall lässt sich dieser Alt-Dünamo nicht mehr einkassieren oder gar versägen, tubäd, dann äbbä näxtes Jahr, holyschitt.
rechts: Bei den Mülltonnen und dem Hintereingang, genau richtig für zwielichtige Personen, werden Brigitte und Heiner entdeggt – in der Nacht meint Heiner, es sei sein 8. Bieler, es werde von Jahr zu Jahr schwerer (“ach was! erzähl!”), aber dieses Jahr janz besonders – irgendwie sagt das jeder der Alten, der Haudegen, der Reggen.


links: Zeit, mal den Einlauf zu inspizieren - alles beim Alten? jibbts wat Neues? – boaaaaaaaa, totaler Overkill an Plakaten und Zeux und Dings, da wird einem Morgen früh ja alles meschugge – der blaue Tebbich macht was her, prima.
rechts: Dagegen der Start, einmal umdrehen und in die andere Richtung fotofieren, ganz bescheiden und nüchtern.
unten: Der Turnschuh in der Egge der letzten Meter ist kühl.

Schlurfschlabb darf sich ein passables passendes Auto raussuchen.


Am frühen Nachmittag die totale Idülle und absolute Ruhe auf der Wiese – etwaige Nervensägen toben im Stadtzentrum rum oder gondeln mit der Seilbahn auf die umgebenden Berge hoch.

Wollte nicht Beat Knechtle wieder seine schlauen Studien an willigen Opfern durchführen? – da isser ja, der Äbbä – versucht seine Obermuskulatur zu präsentieren, hmmmmmm, na ja, er sei Schwimmer und gar kein Läufer – seine Utensilien, um die Säfte der Gepiesaggten zu sammeln.

links: 16 Uhr, der Ran auf die Startnummern – erstmal anstellen und ja nicht bellen.
rechts: Susanne aus Lübegg hält schon alles in den Händen.


Der Jörg will es nach dem honorigen Blinden-Geleit-Lauf beim Rennsteig dieses Mal krachen lassen – Klausiemausie Duwie sucht Opfer, die er fotofieren kann – Bernhard will kein “Nasenfoto” haben – Ollie mault, dass er überall, wohin er komme, er zuerst auf dieselben Pänner treffe (“Vorsicht Junge! sonst kriegste n Haartransplantat!”).

Ah, Äbbä auf frischer Tat erwischt, wie er entweder quält oder dobt – und dann noch ausländische Schurnalisten handgreiflich bedrohen, boaaaaaaaaaaa.

links: Wow wow wow, der Herr Schiedsrichter – im Luxus geht die Welt unter.
rechts: Sonst alles immer piekefein und genau – und hier ein schnell gemaltes Schildchen, prima, macht auch die manchmal überkorrekten Schwiezer wieder normal.

Vorsicht, die Hamburger – aha, kein Entkommen mehr möglich – Dieter Merker und Affenzahn mit Langhaarfrisur.

links: Da wollen die zu fünft (oder waren es acht?) drin hausen.
rechts: Löffel tscheggt noch seine Post, Affenzahn sucht Feuer, Dieter wirft sich ein gelbrotes Hemdchen über.

links: Wie aufgeräumt und niedlich ist da doch die Heimat der MMS-Banditos - was auffällt ist folgendes: Tüte Milch links vor dem Zelt und Dose Coca-Cola im Vorzimmer - die harten Drogen sind im Wohnzimmer versteggt.
rechts: Nun ja, entweder zuviel Milch oder zuviele harte Drogen - welcher Tschibb is nu der richtige? 

links: Hallihallo, der Manfred aus Huguet schleicht vorbei und wird zurügggepfiffen für nen kleinen Talk-Schnagg.
rechts: Ah, die Legende, die lebende Legende – Werner Sonntag kommt endlich auch mal nach Biel – kommt heute bis Kirchberg.

links: Der Schattel-Bus in Kirchberg, km 56, wartet auf Kundschaft – schnell hineingelinst, ob jemand Bekanntes drin hoggt, am liebsten Löffel – nee, leider nicht, lieber eine andere Person als selber da sitzen, ganz klar.
rechts: Entweder ist das ein neues Schild oder bisher im Tran noch nie bemerkt – auf jeden Fall, keine Velos (wie die Schwiezer babbeln) mehr ab hier – gleich beginnt der Hatschie-Pfad.

links: Juhu, die Sonne kommt raus – der Hatschie-Pfad geschafft (denkste – dieses Mal extra verlängert, letztes Jahr gings runter an die Emme auf nen Kiespfad) – auf jeden Fall keinen Mara mehr zu latschen.
rechts: Das Lieblingsstügg von Schlurfschlabb – schönster Teil – die Euphorie beginnt, die Halluzinationen setzen ein, die achte Dimension galobbiert.

links: Von den Fahrradlern wieder mit Beifall empfangen – an der Verpflegung aufgetankt – jetzt über die Emme - und bald die letzten 30 in Sicht.
rechts: Il ultimo chilometro ist anders als gewohnt, neue Gebäude, neue Baustellen – egal, dieses schäbse Schild muß wie jedes Jahr fotofiert werden, geht nich anders, gelle, Bitte um Nachsicht.
Kostet wertvollste Sekunden, Minuten und Stunden – aber den Zieleinlauf aus eigener Sicht festzuhalten ist das wert – harte Nummer - ab km 75 der Ofen los, die Kagge ist am Dampfen, soll heißen abgekaggt – ab km 80 die volle Sonne für die restlichen 3 Stunden, pfuh uh uh, dat ist echt heiß da an der Aare und später über die Felder – macht aber braune Hautfarbe und laut Mehrzahl der Menschen korreliert der Grad der Bräunung proportional mit dem Erfolg des Urlaubs, folglich sehr erfolgreicher Urlaub in Biel, braungebrannte Arme, Beine, Hals und kostenlos dazu ne rote Birne.

Später kommt Johann Spieker zu Besuch – das ist ein alter Knagger, aber verdammich schnell, erster Platz AK 70 – auch Rudi grüßt und ist allerbester Laune.

links: Im Laufe des Samstags haut die Meute ab, fast alle – wieder Ruhe in der Nacht und am näxten Morgen die Wiese wieder in der Hand der harten Biel-Cämper.
rechts: Die Orga ist so subbanett und lässt den Wagen für Fingerduschen und sonstiges bis Sonntag stehen, sehr nobel.

links: Die Essener Bande, sehr gute brave gesittete Nachbarn, wacht auf, futtert und paggt zusammen – Riesenzelt und Tasso am Transporter.
rechts: Die meisten Wohnmobile sind geblieben – hier einer, der wohl Läufer ist.
Nach dobbeltem Frühstügg gleich voll in die Regeneration einsteigen - das einzig Wahre sind Magnums (oder Magna?), am besten in Intervallen mit Gummitierchen.
Die Beute

Die Medaille von vorne und von hinten – hier jibbs wat zu mäggern: nämlich bezüglich der extra 7 Euronen für ne Medaille, grrrrrrrrrrrrrrr.

Nix auszusetzen jibbs am Finischer-Schört – kann man von vorne und von hinten mit angeben.

Die Urkunde, hier Diplom genannt – und die Startnummer mit den Auszeichnungen der erfolgreichen drei Kontrollen bei km 40, bei km-weiß-nicht-mehr und im Ziel (jawohl im Ziel jibbs auch noch nen Stempel, muhahahahaha).
Dieser junge aufgepumpte Schweizer wollte mal ne weite Reise machen – was ihm auch gelungen ist, wie schon seinem Kumpel damals in 2006.
Das Abenteuer war der Lauf durch die wilde Bieler Gegend in der Nacht und der Kampf morgens gegen Sonne, Müdigkeit und die schweren Beine und die brennenden Füsse - jeder Bieler Lauf ist anders und man muß flexibel drauf reagieren können - zum Glügg ist ja immer genügend Zeit nach hinten raus - jedes Mal ein Abenteuer.
Grüzi
Schlurfschlabbie
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