Burg – 8. Spreewald Marathon, 18. April 2010 – “Bullenhitze im Gurkenwald”
Beim Spreewald Mara im Gurkenland ist immer gutes Frühlingswetter und es lässt sich dort gut flizzen oder schleichen, je nach den Interessen und Möglichkeiten. Der erste heiße Tag in 2010 wird angekündigt, zwanzigplus Grade – jemand meint: “Pagg die Badehose ein, es wird warm werden!” – warm? hä? nee, heiß heiß heiß.
Zwee Runden, wegen Bauarbeiten gegenüber dem Vorjahres-Gerenne leicht abgeändert - der Streggenplan von www.spreewaldmarathon.de.

links: Schon ganz schön warm heiß wasauchimmer kurz nach Neun – Start um 10:30 Uhr, kommt man folglich prima problemlos als Blägg Boy-Staatsangehöriger der Lahmsoggen-Nation in die größte Hitze rein.
rechts: Wieder schöne Immobilien rechts und links, bestimmt für Spott-und-billig zu haben – wenn man Zeit und Geld hätte, könnte daraus ein Juwel werden.

links: Huch! was ist denn hier los – falsche Stadt? – hier war doch immer die ganze Aktion, die Anmeldung, das Ziel, die Stände, einfach alles – nur Baustelle heute, mitten drin die Feuerwehr? ne Kirche? eine Bedürfnisanstalt? keene Ahnung (wie immer).
rechts: War dieser knaggige Frosch auch in 2008 und 2009 an dieser Stelle? hm hm hm, keine Erinnerung daran.

Nen schlabben halben Kilometro rüggwärts (im Sinne der früheren Laufstregge) ist dann doch die komplette Aktion – inklusive dieser aufgetakelten Damen.

Da bricht gerade der blaue Strumpfbogen in sich zusammen, zuviel Asche in den Wolken des wolkenlosen Himmels – die drei Oldies lässt das kalt, Old Siggi, noch-Older HaJo und weniger-Old Eggie.

links: Zweimal die Duschen in 2008 und 2009 verpasst nicht gesehen verdusselt verpasselt – dieses Mal lieber vorne weg die Örtlichkeiten auskundschaften – hinter der Halle, in den Tiefen der Höhle, die Duschen.
rechts: Warum grinst dieser Mann namens Vesa Korhenen? – erstens, weil er gegen die heiße Sonne blinzelt, zweitens weil er Finne ist, und drittens weil er für 5 Eur Startgebühr wieseln darf, wobei wegen mangelndem English, Deutsch, Italo-franco-espanol seinerseits und fehlendem Finnisch unsererseits nicht klar ist, ob das die 5 Mäuse für den Start oder die 5 Mäuse für den Transponder sind – es gibt nämlich dämlich zwei Gebühren, zum einen die Startgebühr, zum anderen die Transpondergebühr – die erste ist 45 Mäuse für Nachmelder, die zweite 25 Euronen, von denen zwanzig nach Abgabe des Dingens als Pfand wieder zurüggkommen – also, ein Zuschlag Aufschlag Extragebühr wasauchimmer – stösst nicht auf die große Begeisterung der Läufer, zum Beispiel Old Siggi ist ziemlich angefressen und man geht ihr besser ne halbe Stunde ausm Weg – man kauft ein Brötchen für 25 Cent und noch 5 Cent für Mehlzuschlag? – ein Tigget nach Firenze bei Air Berlin für 70 Euro, hurra, was für ein Schnäbbchen, ätsch kommen noch 58 Eur Kerosinzuschlag dazu! – ein T-Schört für 20 Eur als Option ist okay, kann man nehmen oder nicht nehmen, aber der frigging Transponder ist keine Option, sondern Pflicht, muß man nehmen, also verdammich nochmal damit in den Gesamtbetrag rein und nicht keine Extrafürze, kruzidürken – demnäxt noch nen Zuschlag für die Startnummer, wa?


Diesem grauhaarigen Alten Mann mit der dritter-Monat-schwanger-Wampe und den durchlöcherten Schuhen sollte der 100 Motorrad Club ein besseres Präsidentengehalt zukommen lassen, dann könnte er repräsentativer rumlatschen.

Superduper Getrommle und Gehämmere – die Bögen stehen alle flizzegerade und bereit – die Luft flimmert schon, der Schweiß läuft beim Rumstehen.

links: Das Schört ist prima, der Körper da drinnen ebenso, aber leider noch langsamer als Langsam-Sogge.
rechts: Der Geigenmann steht jedes Jahr da, immer an ner anderen Stelle – sogar in der zweiten Runde geigt er wie wild, ein wilder Geiger.

Dieser Treter mit der stromlinigen wilden Frizzur und dem ausdruggsstarken exquisiten Ziegenbart am Kinn pfeift Lahmsogge zu sich her und man kleinspricht (äh, smalltalk) – Bernd vom Stamm der Neumänner Schlabbohren - er müsse jeden Lahmsoggen-Bericht-Satz zweimal lesen, vielleicht hilft ne Brille?

Ein gewisser Herr Hansi-Joachim muß an dieser Stelle leider zersägt werden.

links: Sehr schön – aber keiner oder keine pinkelt da, doof.
rechts: Schört kommt in die Kühle-Clubnamen-Schürie-Auswertung.

links: Kaffeepause – genügend zum Trinken jibbs, meistens, in der zweiten Runde geht mal das Wasser aus, okay kann vorkommen, Tee, Iso und Cola als Ersatz ausreichend vorhanden.
rechts: Ui ui ui, bei der Hitze mit langer Hose, Jagge und Mütze.

Da taucht ne blutjunge grazile Gazelle vorne auf – hat ein rotes Einkaufsnetz aufm Kopf.

links: Barfusspark, muhahahahaha – der ist auch neu.
rechts: Überall Kanäle mit Booten aller Sorten aus verschiedenen Orten.

Die faule Bande, die da bei km 40 rumgeschibbert wird, ist begeistert, dass wir Troddel in der Hitze hier rumrennen – Beifall ist gewiss.

links: Ein Schleicher aus Berlin schleicht dahin – zäher Knabe, bei km 21 versägt, bei km 41 schlägt er unschlagbar zurügg, was für eine Stamina - das Schlabbohr scheint mächtig zu schwitzen und vor allem sind Naggen und Arme schon ziemlich rot, aber noch nicht tot.
rechts: Neuer Streggenteil zwischen km 18 und km 23 – “Keine Höhenmeter steht in der Ausschreibung”, na wat is denn dat? – der Mann im türkisen Angeberhemd (aus Biel) ist zu warm angezogen.

links: Diese Trubbe ist oberfaul – der laufende Nebenmann fordert Beifall Klatschen Anfeuerung – “Ihr lauft uns zu langsam!” – holyschitt, do legste de nieda, echte Gurkentrubbe.
rechts: Heute definitiv für schnelles Schleichen zu heiß, daher in aller Ruhe – das Ziel kommt trotzdem irgendwann einmal.
Das Thermometer beweisst alles – in der Sonne war`s dann naturalmente noch heißer – aber toller Frühlingstag, nicht schwül, nur heiß – Bäume und Sträucher in Blüte, die Wiesen grün, der Himmel blau.
Die lustige Beute für die lustigen Leute

links: Ne Startnummer mit draufgezitterten verschütteten runtergesabberten Cola-Fleggen – Arzt zum mit den Händen zitternden Patienten: “Trinken Sie viel?” – Patient: “Nein, das meiste verschütte ich!”.
rechts: In der Tüte erhalten im Ziel sind Futtersachen drin – wo sind die Essiggggurken?

Hier sind die Gurken – als Medaille – nu schon drei davon am Kleiderständer, äh Trofäenständer – dass dieses Mal das Halsband Camouflasche-artig ist und Werbung für die Bundeswehr druff hat, muß nicht unbedingt sein.
Die urige Kunde – hat sich wieder gelohnt, der weite Weg (ist schon ziemlich weit weg vom Rest der deutschen Welt) – wie jedes Jahr ist das ein prima Mara, der zu empfehlen ist und der Gurkenwald ist auch sonst gar nicht übel Herr Zwiebel – leider fällt das belohn-ich-mich-Eis aus, da Eisdielen total überlaufen, kein Wunder bei so einem Tag-so-wunderschön-wie-heute.
Hier noch das kühle-Namen-Ränking: erster Platz an “Crazy Elephants Frankfurt/Oder”, toll schenial fundamental – zweiter Platz für “Schneller gehts nicht! Berlin”, subba dubba – dritter Platz an “Wildauer Muskelkater”, nicht schlecht! – ehrenwerte Nennungen für “LV Tote Hose Görlitz” und “Chaos Gang SCC Berlin” und “Powerraupen Berlin” – weiter so – übrigens, je weiter hinten in der Ergebnisliste, desto fündiger wird die kühle-Namen-Schürie, in Anlehnung an das Tie-Schört im Foto oben: “Wir sind langsamer, aber viel lustischer”.
Grüzi
Schneggi
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vielen Dank für den launigen Laufbericht - ihn zu lesen macht wirklich Spaß. Nur die Aufregung über die Transpondergebühr verstehe ich nicht ganz - so sind das doch nur Kosten, die den Veranstaltern durch die Leihe der Transponder entstehen - ob AMB oder Championchip ist dabei egal. Ob Mitteldeutscher, Hamburger, Berliner oder Spreewaldmarathon - weder 5 € (in Berlin gar 6)noch die Verfahrensweise der Abrechnung (Auszahlung des Pfandes, Einbehalt der Leihgebühr) scheint unnormal zu sein und wird immer auch online und in der Ausschreibung dargestellt.
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