Davos – 25. Swiss Alpine Marathon K78, 31. Juli 2010 – “Schneggis schönster Schwiss aller Zeiten”

Montag, 9. August 2010



Beinahe Pflicht zum Fünfundzwanzigsten anzutreten – allerdings dieses Jahr terminliche Schwulitäten mit dem Berliner Badewannelauf, zefix.  Die Lösung: Augen zu und durch, zuerst Sonntag bis Donnerstag die 325 Kilosmetros an die Ostsee schlabben, Kondition aufbauen (muhahahaha), am Freitag in die Schwiieez düsen, und am Samstag ganz früh in Davos im eisigen Stadion stehen.  Warum ganz früh?  Dieses Jahr dürfen müssen sollen die Schlurfies um 6 Uhr starten, die Normalos können wie gewohnt um Achte loslegen.  Damit die Lahmies auch starten können, es auch bis 20 Uhr ins Ziel schaffen, auch ihre Euros nach Davos bringen dürfen.  Im Jubiläumsheft sagt Meisterscheffeorgamann Tuffie:  “... Wichtig ist auch, dass es – gerade beim K78 – nicht wirklich um die Zeit geht, sondern vielmehr um die grossartigen Eindrücke, die man hat ...” – da fällt einem doch das Gebiß in die Kloschüssel, kruzidürken, das war vor kurzem noch ganz anders, ganz ganz anders.  Aber okay, man will ja nicht nachtragend sein – daher Grantulation zur Idee und Implementieren des 6 Uhr-Luschies-8-Uhr-Flizzies-Programms, an Tuffie oder an wen auch immer.   Dies hat in der Tat zur schönsten von nunmehr sieben schneggschen Schwiss-Rennereien geführt, aber dies nicht allein, sondern auch Wetter, Kondition, Tagtig und Tigtag, einfach alles hat dieses Mal gepasst - schenial, wenn`s so geplant gewesen wäre, ehrlisch!
Nach der Tausende-Meilen-Anreise noch rechtzeitig angekommen – Startnummer im Keller von ner Schule als Aushilfslager während der Bauarbeiten des Kongresszentrums geschnabbt – in Davos ist es fröstelig, den Damen ist es kalt, logo, dabei sind es immerhin 16 Grad – Pastaparty jibbs dieses Jahr keine, die Läufer haben sich schon alle in ihre Höhlen zurügggezogen - auf dem Freitagabend-Hauptstraße-gesperrt-Fest in Davos ist relativ wenig los – einmal rauf und runter waggeln, dann husch husch in die Koje - Heinz Gollner aus Dortmund (Vorort von Schalke? aubagge, das gibt näxtes Mal Prügel!) trägt noch zur Unterhaltung bei, läuft morgen auch schon zum zigtausendsten Mal hier – also, Freitag ist abgehakt, der Fünfundzwanzigste Schwiss kann morgen kommen.


Im Dunkeln aufstehen, draußen liegt der Frost auf den Wiesen – in der Dämmerung ins eisige Eisstadion stolpern, alles zeitlich a bisserl zu knäbbli bemessen – Rennsteig Gabi beinahe umgerannt, sie wird später am Berg versägt, 3:0 für Lahmsogge muhahahahaha.

Jochen, der früher mal Jürgen hieß (oder war`s andersherum? der Mann bringt einen ganz durcheinander!) und Thomas, der einen Lachanfall kriegt, als er diesen Baltische-Rennerei-2010-Vollender erbliggt, drängeln nach ganz vorne rein – Streber!

Ränä und Mirko, die Lahmsogge aus dem Quartier im Kofferraum hergefahren haben (besser als der Dachträger) – verwegene Burschen, die würden so manche Schwiieezer Oma im dunklen Wald gehörig erschreggen – Uli aus Berlin hat die Nacht durchgemacht.

Ganz hinten anstellen, über Startlinie auf allen vieren, und schon als Letzter aus dem Stadion raus, so geplant und es klabbt, wunderbar fantastico – nach 200 Meter steht links ein K78er und reihert und geiert alles Mögliche aus ihm raus, geht noch 500 Meter, tibbelt, kotzt nochmals, gibt auf, ein Australier – hey, da überholt ja noch einer, zu spät aufgestanden, wa? Äberhard aus Stuttgart, prognostiziert ne 13:20 über Hasihumpel, na warte, Du Pfeifffe!

Der Mainzer Thomas und sein Freund könnten Beifall klatschen, wenn sie nicht so faul wären - na is noch früh am Tag.

Morgen ist Schwiieezer Nationalfeiertag, überall das Rot mit dem weißen Plus drin zu sehen.

Stefan hat Speziallatschen an und ist auch sonst mit viel Zeux am Gürtel, aufm Rüggen und sonstwo optimal ausgerüstet.

Kaum aus Davos raus, schlabbe fünf oder sechs kms, boah schon die erste Verpflegung, die Mädels in den Einheits-25-Jahre-im-Knast-Jaggen langweilen sich, aber es kommen 2 Stunden später noch viel mehr – Sonnenaufgang, es verspricht ein Bombentag wettertechnisch gesehen zu werden, Versprechen gehalten.

Vorwärts und rüggwärts geguggt – geschätzte drei vier Grad, gefühlte minus zehn, die Finger sind eisig – in Davos zeigte ne Anzeige +5 °C, bestimmt getürkt.

Dem Profi-Fototübb isses auch verdammich kalt, muß jetzt 2 Stunden auf die näxten Treter ausharren, brrrrrrrrrrrrr.

Uffm “Heidboden” sind die Klohäuser de luxe und die Bananas alle bio und die Miezen adrett und kokett.

Berliner Indianer Uli grüßt beim Versägen – diese Miezen sitzen auf nasser Wiese und ihnen isses kalt:  “Auf was wartet Ihr denn?” – “Na auf Euch!” – wow wow wow, was für eine Antwort, gleich fotofieren.

Waldschrat und Kinderschregg Bernd Seitz wird auch versägt, keine Chance.

Die totale Ruhe Stille Idülle, keine Hektik, kein Sträss, himmlisch - Spina kommt, da isses immer lustig,

In Spina das übliche Gebimmel, aber heut kein Gewimmel, man fühlt sich im Schwiieezer Himmel.

Sehr lobenswerte Aufforderung an die Dösbaddel, die ihren Mist überall hinpfeffern müssen.

Ah, ein einsamer Läufer voraus – Andreas, zuletzt beim ThüringenUltra vor 3 Wochen gesehen - ein geklauter Slogan (dankeschön an den Spender!):  "Da wo wir sind ist hinten!".

Monstein kündigt sich an, der Friedhof kommt zuerst, da liegt es sich bestimmt schön.

Schön 8:20 Uhr und immer noch alles picobello, unglaublich, so kann`s weitergehen.  




Die Zügenschlucht mal ganz allein, herrlich.

Da vorne stiefelt Old Siggie dahin – fätte Beute für die hungrige Meute.

Die Sonne fängt an zu wärmen, aber nicht die Bullenhitze wie schon mal in früheren Jahren in der Zügenschlucht, wo die Ziegen unter den Zügen drunterwegrennen.

Bei weniger Tempo und gemütlicherem Getrabse sieht man auch viel mehr, Sachen, die in den früheren 6 Jahren nicht entdeggt wurden, verdammich.



In Wiesen jibbs gar keine Wiese, aber ne große Verpflegungsstation - es klatschen sogar die Zuggäste heftig mit.

Am anderen Ende des Viadukts blasen einem diese Jungs eins, die Alphornbläser – waren die früher auch schon da? noch nie dort gesehen!

Dezenter Hinweis auf ein wichtiges Zwischenziel -  herrliche Wiesen hinunter nach Filisur – hier tauchen die Raser plötzlich von hinten her auf, die K31er, also schon 2 Stunden wett gemacht, diese Pfeifffenflizzer.

Filisur erreicht, kein Zeitlimit überschritten, im Gegenteil mehr als 2 Stundfen Vorsprung – noch nie war Filisur so schön, ehrlisch!

Beat Villiger, der frühere Rennarzt, der am Skelettpass den Tretern tief in die Augen schaute, heute als K78er selber.

Im Tal von Filisur bis Bellaluna stand früher schon mal die Luft und vor allem die Hitze – heute 2 Stunden früher, richtig angenehm – trotzdem viele gehen schon, Zeit sich nach vorne zu sägen, oder ein wenig weiter nach vorne.

Ach, in Bellaluna trifft man die Marathon-Vier-Dich-Leutchen – Äberhard beim rumlungern, Klausimausi beim Fotofieren.

Bis Bergün stolpern wir drei die Straße hoch und schlurfen dahin, schlaumeierisch klug alles diskutierend, aber darin übereinstimmend, dass diese 2 Stunden-früher-Lösung einfach schenial sei, ehrlisch!

Auf der Bergüner Straße die ersten heftigen Höhenmeter erklimmen, na so schlimm isses gar nicht.

Joh, von da unten kommen wir her, aber da ganz hinten wollen wir nicht hin, heut nich.




Spektakuläres Blau, viel zu schade zum Wandern, aber die zwei Alten an der Seite wollen nicht laufen, noch nicht.

Jules kennt die drei Schreiberlinge und ihre Opusse, ist aber sehr höflich dabei – nach Bergün runter muß jetzt aber jeloofen werden.

Solche Massen in Bergün kennt man als K78-Hinterbänkler gar nicht – die K42er machen sich bereit und watscheln gegen den Strom zu ihrer Startlinie.

links:   So, jetzt geht`s los – eine Frau ruft:  “Willste Cola?” – “Biste ein Angel!” - es ist die Frau von Bernie, der kurz zuvor durch ist.
rechts:   Nicht mehr viele haben alle 25 komplett, ne Hand voll.

Rennfloh Gernot wird beim Hochsausen unterbrochen.

Sogar Hamburger kriechen hier die Berge hoch - Meister Stefan.

Alle stürmen zum Wasser – Wasserstelle Teva.

Fotos 5490/5491:   Fast 12 Uhr Mittag, “we are cruising without a bruising”, oder “es läuft absolut subba”.

Ah, da ist Bernie, der Kühle Renner aus Teutonia.

Tuors Davant heißt dieser wunderbare Fleggen Erde.

Ein paar Kilosmetros nur rüber bis Chants, easy beasy - das ThüringenUltra-Schört, das blaue mit den vier Angeber-Sternen, wird erkannt, er möchte da auch laufen.

Chants mit subbaläggeren Brötli mirt Rosinen drin wieder – und seiner ein-Haus-Kunstgalerie.

Von Chants rüber und hoch nach Valzana ist Erholung pur, fast nur Gehen und Hochstiefeln, Laufen bringt fast nix.

Ulmie auf nem Stein an der Valzana Station hängengeblieben – “Komm mit Ulmie, jetzt kommt das geile steile Stügg” – “Okay, ich komme mit, aber ganz langsam!” – nach 2 Minuten:  “Das ist doch nicht langsam, Mann, Raser! okay, geh zu, ich komme nach!”.

Schneggi klettert weiter, kommt an das Schört “25mal dabei” – fantastico, an dem dranbleiben, der wird ja wohl wissen, wie`s am besten geht – und der 25Maler macht`s subba, zieht Lahmsogge in baum- und buschfreie Höhen hinauf.

So manche Pfeifffe hängt Rüssel oder Birne in den Wassertrog neben der Station Tschüvel – prima, genau die Hälfte der 700 Höhenmeter von Valzana nach Kesch geschafft, 50 Meilen sind auch im Sagg, schlimmer wird`s nimmer.

Offensichtlich ist jemand, der die Beine aus dem seitwärts fliegenden Hubschrabbschrabb hängen lässt und dabei filmt, auch von den Vistas totalemente begeistert.

Rechter Hand Piz Kesch – geradeaus die gleichnamige Hütte – schon zum neunten Mal hier oben, verdammich.

Neuerung:  Verpflegungsstand hinter und nicht mehr vor der Hütte, gehupft wie gesprungen – sind das dieselben Jungs wie am Wiesen-Viadukt, oder ihre Brüder? die flatternde Schwieezer rote Flagge an der Stange hätte das Kitschfoto perfetto gemacht.

Auf dem Panoramatrail flizzt Dirk vorbei – unten im Tal laufen die K42er und diese K78er, für die oben zuviel geschwindelt wird.
Von hinten ruft jemand:  “Hat Hoppelchen gewonnen?” – kruzidürken, dass kann doch nur jemand Eingeweihtes sein und hat dazu noch Lahmsogge von hinten erkannt, bravo – “Ja Antje, Hoppelchen hat den BalticLauf gewonnen!” - uuuubbbbs, fürs Fotofieren auf nen Grasbüschel gestellt, Grasbüschel bricht wech und saust in die Tiefe, Lahmsogge fliegt und liegt auf dem Bauch.

links:   Neuerdings Absperrungen – damit sich niemand verläuft.
rechts:   Jedes Jahr das gigantischte Foto, haut einen aus den Latschen – und haut einen nicht-auf-den-Weg-guggend auf die Fresse:  glitschige Schieferbroggen, nach hinten unten weggerutscht, nach vorne auf die Pfoten gedonnert und Kinn auch noch hingedebbert, Blut fließt, aber nicht mehr als een höxtens zwee Liter – bäh, immer noch diese degenerierte mutierte vertigierte Berliner Sprache vom Baltischen Lauf intus.

Da vorne um die Egge, dann kann man den Skelettpass schon erbliggen oder erahnen – weniger Schnee auf den Gipfeln dieses Jahr – auch nur ein kurzes Stügg Schnee auf unserem Weg zu durchschlittern, affig rutschig, viel weniger Schnee zu überqueren als letztes Jahr.

Sieht ziemlich gemütlich und wandermäßig aus, aber hier wird geflizzt und geschwitzt – angeblich haben 8-Uhr-Starter über die 6-Uhr-Drösel gemault, wegen Engpässen und Nicht-Überholen-können und 2-Sekunden-Warten-müssen, können aber nur wenige gewesen sein, auf der Stregge war alles brav – müssen sowieso Teutonen gewesen sein, die müssen ja immer was zum Mäggern haben.

Die Station am Skelettpass – alle friedlich, alles prima – neuerdings mit Cola, ganz links – zusammen mit den Alpi Brötli, ein Festmahl, noch mal nen Nachschlag holen.

Die Siegerehrung


Noch nie an der Siegerehrung teilgenommen – mal guggen, wie das so ist – die Listen draußen sind interessanter als die Gastronomie in der Halle, auf jeden Fall um ein Vielfaches billiger, die Schwiieez bleibt die Schwiieez.

Die Wagners lungern auch herum und stellen bohrende Fragen – die Braunis, Marion und Wolfgang, haben ebenso den K78 geschafft, erkennbar an den Jaggen.

Diana Oberflizzemaus, die mehrmals den K42 gewonnen hat, hat dieses Jahr beim Halben Mara zugeschlagen – ja, im Alter werden so lange Streggen natürlich immer länger und länger.

links:   Die Sieger des K78:  der Schwede Jonas zum vierten Mal und die Davoserin Jasmin auch schon zum zweiten Mal.
rechts:   An diesem Tisch sitzen wohl Rennsteigler, die abends in Schmiedefeld das Festzelt heimsuchen, weil sie auch hier partout auf die Bänke steigen und so was wie schunkeln wollen.

Die witzige Beute


Die startende Nummer und die letzten vier Medaillen.





Die begehrte Jagge mit der 25 druff – allerdings ist das nicht das Wichtigste an diesem spektakulären Lauf, aber ein  krönender Abschluß – die urige Kunde mit dem Rot des vergossenen Blutes.



Was für eine Woche, 6 Ultras mit 403 Kilosmetros - die Füsse sind massig digg, die Tapes hinterlassen Spuren, temporäre – am Sonntag um 12 Uhr wieder Abfahrt aus Davos - da hinten hinter dem Kirchturm könnte man auch mal hochlaufen, aber nicht heute.

Für eine lahme Sogge und einen humpelnden Hasen ein fast perfekter Lauf, dieser 25. Schwiss – wie die Yänks sagen würden: “that`s as good as it gets” – auf schwäbisch: “bessa werd`s nimma!” – vielleicht sollte der Tuffie nen netten Brief kriegen, in dem er auch mal gelobt wird, das tut auch gut.

Grüzi
Schneggi


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Kommentare ...

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Hans-Uwe am 12.08.2010 um 13:36 Uhr
Wie immer grandiose Bilder und Kommentare.
Seitenhieb auf Obertuffi durfte natürlich auch nicht fehlen.
Ich habe etwas recherchiert:
In Bergün warst Du ~45 Minuten hinter mir, auf dem Trail hast Du mich überholt, und im Ziel warst Du ~15Min. vor mir.
RESPEKT!
Sir Löffel am 10.08.2010 um 09:21 Uhr
Hey Lahmsogge, diese Wannen-Gipfeli-Kombi haste echt gut gemacht, Respeggt.
MM am 09.08.2010 um 21:22 Uhr
hey, Dein Endspurt durchs Dischmatal fehlt, Du hattest einen Auftrag und diesen grandios erfüllt, das gehört in den Bericht!!!!!! :-P
Und meine Lieblingstrainerin "durfte" nur den Halben, für die WM muss man halt Opfer bringen... muss ich sie mal in Schutz nehmen...... brubbel brubbel brubbel :-)

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