Davos Teil 1 – 23. Swiss Alpine Marathon K78, 26. Juli 2008 – “Auf dem K78 laufen Läufer, die da nicht laufen sollen”

Donnerstag, 31. Juli 2008


Der Titel dieses Schneggi-Berichtes geht auf den sturköpfigen Scheffe des SwissAlpine, Andrea Tuffli, zurügg – MM meinte, man könnte auch schreiben: “Auf dem K78 laufen Läufer, die dort nicht erwünscht sind” – in der Tat hat es den Anschein, dass Lahmsogge und Co dort nicht erwünscht sind.  Wie es sich damit verhält, wird im Laufe der näxten Zeilen ziemlich klar werden.

Tränenlager


Wie in 2006 dieses Jahr wieder ein ultrabrutales Tränenlager in Italia – den ganzen Tag die Hügel runterhetzen, unten im eiskalten Meer sich auffrischen und wieder hochbrettern – boa, so hart kann das Leben sein, das armselige.

Vielleicht sind es am Ende doch zuviele kleine, eigentlich winzige, quasi nicht existierende Pizza-Eggen und minimale, sozusagen null-Kalorien Gelato-Kugeln und fast leere, ganz bestimmt fast allolollose 1,5-Liter-Weinflaschen und zuwenige Kilometerchen.

Freitag - der Tag-minus-eins


Quasi quasi auf der Heimfahrt noch den SwissAlpine mitnehmen – neues Startbanner über der Promenadenstraße – das Kongreßzentrum ist gleich geblieben - die Schwiez ist stabil, der Franken ist hart, die Schwiezer sind putzig.

Davos ist immer noch teuer und gibt sich mondän – auch das “Rennleitung”-Auto ist passend protzig.

links:   Immer dieselben Pabbnasen – Klaus Duwe von Marathon-4-Dich – zwar nicht mitlaufend, aber dieses Mal im Pressehubschrauber dabei, “Heli” sagen die hier – er hat die unselige Nachricht, daß die Zwischenzeiten rabiat verkürzt wurden und daß der Tuffli nicht mit sich reden lasse – später erwähnt Klaus, daß am Freitag Morgen bei einer öffentlichen Diskussion mit Läufern Tuffli auch die Bedenken, daß die Leute zur Keschhütte quasi hochgehetzt würden, stur wegwischt und von “Null Toleranz” spricht – im Gegenteil, retrospektiv muß man sagen, daß Tuffli seine Rothemden (die Helfer und Offiziellen tragen zumeist rote Hemden, manchmal mit “Staff” drauf aufm Buggel) wohl verdonnert hat, ja nicht großzügig oder gar tolerant zu sein – ach noch was, es kam wohl im Vorfeld auch die zu erwartende Überlastung der Laufwege zur Sprache – “nix da, es wird durchgezogen wie geplant”.
rechts:   In Davos gibbs auch die Scalettastraße – wir wollen über den Pass drüber – Scaletta = kleine Trebbe.

links:   Man trifft die Pabbnasen, jaja immer die gleichen, auf der Straße und überall, Davos ist klein – Bernhard hier vom 100MC.
rechts:   Auf der anderen Straßenseite diese drei Halunken, Kumpels vom Isarlauf – Kurt, Börnie und Norman.

Alter SwissAlpine-Kämpfer Jürgen Kuhlmey – mit Nordpol-Mara-Angeberjagge.

Die Schlange zur Nudelausgabe – immer viele “alte” K78-Hemden unterwegs.

links:   Theo Huhnholt – zuletzt am Rennsteig gesichtet.
rechts:   Sigrid, fast genesen nach beinahe-Totalschaden-am-Knie, aber pausiert heute nochmal – Gerd Bracht, weil der Junge so abartige Bemerkungen macht (“biste schwanger? was isn das für ein Bauch?”), kriegt er heut nur ein Rüggenporträt.
links:   Niels, der Blonde-Bursche, nicht-mehr-Hamburger-fast-schon-Schwiezer.
rechts:   Diana aus Pozzblizz – gewinnt (wie jedes Jahr) den K42 – und den Rennsteig-Mara auch (auch wie jedes Jahr) - muß mal gesagt werden.

links:   Die trifft man auch überall, Tatjana aus Hamburg (“Mädel, haste keine zuhause?”) – mit Thomas, dem Yukon-Alaska-Spezialisten.
rechts:   Ja was, auch noch zwei echte Schwiezer, die gibbs hier auch – Christian vom Isarlauf (hat auch das Angeber-Isarlauf-2007-Hemdchen an) und Ursula – und haben sogar Humor, sind aber als Züricher nicht wirklich richtige Schwiezer.

Samstag – das wird ein wilder Tag, wow wow wow


Der Zieleinlauf ins Stadion am Morgen – hoffentlich am Abend genauso.

Heiner, der Erstling - und Äberhard, der immer-Starter.

Die drei von der Tankstelle:  Börnie, Kurt und Norman – Ralf gehört auch noch dazu.

Wo läuft Olaf nicht? -  Klausmausie guggt a bisserl grantig, Sigrid im Hintergrund.

Noch ein Gelbhemdler, Dietrich - am näxten Tag schon beim König-Ludwig-Dingsbums in Füssen.

Die üble stinkende, äh erwartungsfrohe und gut gelaunte Meute.

Heiner hat sich rausgeputzt und sogar gekämmt - ey, ey, das merkt man ja jetzt erst, erwischt im Biel-2008-Angeberhemdchen, muhahahahaha – der Ruggsagg gilt als Träning für TransSuisse und Reünion – hat viel vor, der Bubi – die Sonne kommt um die Egge.

Die tobende rasende Meute tobt und rast und wird ungeduldig – der Heli ist da, es kann losgehen, unter den Klängen des immer-desselben Songs (äh, vergessen welchen).

Immer die gleichen dummen Sprüche am Anfang, während noch die Galarunde durch Davos rast und brettert:  “Is noch weit?” – “Das geht ja aufwärts hier, ich bin Flachländler!”.

Didi wird heut wieder geführt – unter der Eisenbahn durch, aus Davos raus, jetzt gehts richtig wichtig los.

Alle lustig, alles primaballerina – keine Probleme, keiner weiß-was-kommen-wird.

links:   Die erste Station, heißt “Hof”, nur Wasser – zurecht mault hinterher mancher Veteran, daß die Verpflegung auch schon mal besser und vor allem auswahlreicher und reichhaltiger war.
rechts:   Christian – heute der K78 eigentlich nur ein Tränenlauf für den TransGallien im August, welcher eine Vorbereitung für den TransEuropa 2009 ist, welcher eine Vorbereitung für ....

Jo, es wird massiv und fidel gepinkelt, “ist der Ruf erst ruiniert, pisst es sich ganz unscheniert” – es geht abwärts, das Tal ist lang, die Schwiez ist süss, das Wetter ist passend, wir sind die lustigen Wandervögel, äh Laufvögel.

Hinter dieser Hütte pinkelt Schneggi jedes Jahr, Platz ist reserviert – derweil schleicht die Karawane emsig fleißig weiter.

Niels kommt dahergestoben – kriegt noch nen Schlag ins Kreuz und obergescheite subbaschlaue Tibbs-mit-auf-den-Weg.

Die Schlange schlängelt sich den Berg hoch, noch kriegt man keine rote Birne und tropft nicht schweißige Tropfen – Christian, der Waffenläufer, kriegt noch (kostenlose! und das in Davos!) Schneggi-Instruktionen für den richtigen staksigen schlurfschlabb nur-ja-das-Knie-nie-heben one-änd-only patentierten Schneggi-Laufstil mit, bevor er in die Wildnis entlassen wird.

links:   Uaaaaaa, der richtige Kämpfer – so-und-nich-andersch sind wir edlen Krieger, die immer-Sieger, tralalala.
rechts:   Ey, Leute, diese weißen Laufstrümpfe sind schon wieder von gestern, out, Hut-von-damals, könnt ihr vergessen.
links:   Die Schwiez sieht hier oft wie ne Modelleisenbahn aus.
rechts:   Die Anfänger laufen am Berg, die Wisser und Kenner und Schlauen gehen.

Tja, es kommt wie es kommen musste:   Stau auf dem singel-Treil-Teil bei ca. km 10 oder so – langsam im Gänsemarsch oder glatt ganz stehend – warum? weil als Neuheit die K78iger, die K31iger und die C42iger alle gleichzeitig aus dem Stadion um Achte morgens raus gescheucht wurden und das sind äbbä zuviele Nasen pro Quadratmeter Trampfelpfad, lieber Andrea – manche meinen hinterher, das hat 15 Minuten gekostet, andere “ein paar Minütchen” – keine Ahnung, weiß der Geier, hu-gives-a-schitt? – aber in Anbetracht der null-Toleranz, wir-sind-die-obergenauen-Schweizer-Uhrenmacher-Kontrollöre an den Etabbenpunkten natürlich scho a bisserl blöd, saublöd, megablöd – auf jeden Fall ist der Lauf ab hier bis zur Keschhütte für Schneggi der pure Stress und pausenloses Kopfrechnen (tut doch eh schon weh, die olle Birne), ob die Zwischenzeiten erreichbar sind – nee, die Null-Toleranz der Rothemden wird zum Null-Spass für Lahmsogge – wenn`s so geplant war, dann ist die Rechnung voll aufgegangen, Gratulation, äbbä auf-dem-K78-laufen-Lahme-die-da-nicht-laufen-sollen – man muß noch hinzufügen, dass manche Treter auch ganz schön dämliche egoistische Rindviecher sind, weil sie die schleichende oder stehende Schlange oben rum auf der Wiese am Hügel oder parallel zum Weg zwischen den Bäumen hindurch überholen und sich dann vorne wieder einreihen, Effekt ist der gleiche wie auf der Autobahn, wenn drei Spuren wegen Unfall zu einer Spur werden.

Aber die Welt ist ja hier noch in Ordnung, Stau löst sich auf, Spina wird erreicht – eines der Glanzlichter unter den Stationen.

Die Kuhgloggen in Spina läuten gekonnt für all die Rindviecher auf der Stregge.

Immer noch klettern wir höher und höher.

Monstein wird erreicht – hier isses schee.

Der allgemeine Tretermüll am Posten Monstein (km 17) – rasant runter und mit Schwung drüben wieder hoch.

Szenen, die den SwissAlpine unvergleichlich machen.

links:   Nach geilem steilem Abstieg dann in die Zügenschlucht.
rechts:   Kemptener Wolfgang schleicht sich sägend von hinten an – übermittelt Grüße von Freund Thomas Miksch, zur Zeit etwas lädiert.

Sehr angenehmer und interessanter Teil, aber irgendwie jedes Jahr doch etwas anstrengend, geht wohl immer leicht aufwärts – kommt sicher auch die erste Müdigkeit und das sich aufdrängende im-Bett-wärs-jetzt-schöner-Fieling.

Tunnel, Brüggen, Schluchten, Abgründe – hier läuft man subbadubba.

Uaaaaaaa, welche Vistas – übrigens, die Fotos bis Filisur fotofiert von MMchen, hat se jut jemacht, die Kleene.

Wiesen ist nicht mehr weit – noch a bisserl Wald und über den Abgründen schweben.

Posten Wiesen, hier kann man die Uhr mit der offiziellen Zeitnahme vergleichen – kruzidürken 6 Minuten drüber, holyschitt verdammich, jetzt aber los.

Schnell auf die Brügge gehüpft und weiter - keine Zeit mehr für Fotos.

Nach der Wiesen Station durch den Wald und bald im Sturzflug nach Filisur runter – da liegen Piepsie-Matten und da hört der K31 auf. Schneggi beeilt sich – doch was zum Teufel ist da los? Fast am Ende von Filisur stehen Rothemden, vor sich quer über die schmale Straße von Haus zu Haus ein Plastikflatterband – die große Leuchtuhr der Rothemden und die eigene Polar zeigen 3:41 h, Limit ist mit 3:40 angegeben – MM steht 10 Meter weiter, auf der “guten Seite”, kommt mit 3:40:40 h noch durch – die Situation wird hektisch und chaotisch, die Läufer schreien, die Rothemden brüllen zurück, berufen sich auf die Angaben im Internet, fordern die Treter auf, ihre ChampionChips abzugeben – ne Läuferin im weißen Hemd schreit:  “Du spinnst wohl, das ist meiner eigener Chip!” – es kommen mehr und mehr Läufer an, alle fluchen, maulen, zetern – nach 3 oder 4 Minuten nimmt Schneggi das Flatterband hoch und geht langsam weiter, wartend, ob sich irgendetwas tut, ob geschossen wird, ob die Fallschirmjäger kommen, ob am Straßenende ein Panzer steht – es passiert nix, die Rothemden halten niemanden physisch auf, lassen die, die sich “durchboxen” wollen, unter dem Flatterband durch - es sind aber nicht viele Knaggfrösche, die es “wagen, der Obrigkeit sich zu widersetzen”.

Pfuh, was passiert jetzt? keine Ahnung! einfach mal weiter, näxtes Zeitlimit ist in Bergün, also in knäbbli 9 kms, dafür 70 Minuten Zeit (jetzt natürlich weniger), aber zum Teil saftig kraftig die Hügel hoch.  Wie immer isses in dem Tal gehörig schwül und der Anstieg zur Straße nach Bergün dann ziemlich brutal.   Hier die Straße nach Bergün an ner Riesenfelswand entlang und der Bligg rüggwärts ins Tal Richtung Filisur.

In Bergün geht`s nach 4:53 h über die Matte, also 3 Minuten drüber, der Lautsprecher macht noch ne Bemerkung, aber keine Sperrung, kein lästiges Rothemdmännchen – Äberhard, der auch als Revoluzzer die Filisursperre gleich hinter Schneggi durchbricht, bleibt vor Bergün ein wenig zurügg und kommt ein-zwei-Minuten später nicht mehr durch, gibt entnervt frustriert verärgert auf.  MM fragt, ob man sich das alles weiterhin antun solle – keine Frage, ab jetzt wird gekämpft bis zum Umfallen, diese Eumel, Knallköppe und Sturfrösche kennen Lahmsogge noch nicht.

Aber es wird heiß und ab jetzt geht`s so richtig hoch – letztes Jahr hier noch fast alles lustig fidel hochgetigert, jetzt schleichen kriechen schieben – der Stress nimmt zu, wo bleibt der Spassfaktor? – der Stress nimmt Menschengestalt an, nämlich dämlich in Form des Rothemdes Charlie, der nen Ruggsagg hinten druff hat, in dem ein kleiner Besen steggt – ach Du-mein-Schregg, in der Tat, er ist der Besenläufer – er sagt gleich zu dem Läufer in blau: “Du bist jetzt Letzter und Du Schneggi bist Vorletzter!” – Charlie geht schneller als wir armen Sünder laufen können.

Charlie eilt voran und fragt jeden der letzten Mohikaner, ob sie weitermachen wollen – dann lässt er sich zurüggfallen und plauscht mal mit dem und mal mit dem.

Die Berge interessieren unsere kleinen “Problemchen” nicht die Bohne – verdammich, niemand hat Mitleid, auf wen kann man die Schuld schieben?.

So Luftlinie circa 1 km vor Chants meint Charlie:  “Da müsst Ihr in 5 Minuten sein!” – “Du Witzbold, da sind doch Steigungen dazwischen!” – iss ihm egal, wir haben 6:00 h und der Cut-Off ist für 6:05 angesetzt.  Nach Gehetzte den Hügel hoch zeigt die Uhr 6:10 h.  Wieder das Theater mit zwei Rothemden und ihrem verdammten Flatterband – “Schluß, aus, keiner kommt weiter!” – Heiner lässt sich nicht aufhalten, schiebt das Rothemd zur Seite – Schneggi sieht das, gleich hinterher, das Rothemd lässt gewähren, MM kommt mit.

Dahinter ist die Chants Verpflegungsstation, es gibt nur noch Wasser, nix mehr zu essen.  Okay, einfach weiter – nach 10 Minuten den Berg hoch kommt Charlie als Beifahrer auf nem Quad (die kleinen Autos mit Total-jedes-Rad-Antrieb), steigt aus, geht hinter uns her.  Mist! jetzt gibbs bestimmt gewaltigen Ärger und Gezeter und die Situation wird eskalieren. Nö, es passiert nix, er kommt als Besenläufer mit, da wir ja unbedingt weiterlaufen wollen.  Die angefangene Diskussion (“Weißt Du Charlie eigentlich, was Ihr uns da antut, was Ihr mit uns macht!”) würgt er mit ziemlich dämlichen Argumenten ab. Okay, er kann auch nix dafür, macht nur seinen Job.

Sein Job besteht ab jetzt darin, die Startnummern der Schon-Aufgeber (es sitzen einige am Wegesrand) und die potentiellen Bald-Aufgeber (das sind unter anderen MM, Schneggi, Heiner und ne Handvoll mehr) per Funk an die Zentrale durchzugeben.  Das nervt wahnsinnig – einmal wird im Funk die 278 als Aufgeber durchgesagt – MM hört das mit und meint, daß Lahmsogge noch nicht aufgegeben hat und auch nicht aufgeben wird.  Gut, wird korrigiert.

Wenn er sich nicht gerade mit den Startnummern der letzten Trubbe am Berg und seinem Funkgerät beschäftigt, vergliggert er uns, daß wir es eh nicht schaffen (Schneggi: “Na wart mal ab, Genosse!”), daß die Ärzte uns an der Keschhütte rausnehmen werden (Schneggi:  “Ey, Charlie, ich laß mir von keinem Arzt was sagen, nicht einem einzigen, diese Saubande, hai capito?”), daß wir keine Verpflegung mehr haben werden, etc.  Dieser letzte Punkt ist der Knaggpunkt für MM, die von dem ganzen Mist schon seit langem die Faxe digge hat, aber wie - und es gab ja auch schon seit langem nix mehr zum Beißen, also ziemlich hungrig ist - bei der Aussicht auf nur noch Felsen, Steine und Murmeltiere (die sich nicht verspeisen lassen wollen, die putzigen Dinger) will sie lieber umdrehen und nach Chants zurügg.  Va bene, sehr schade, aber wenn`s nicht mehr geht, dann geht`s nicht mehr, die Sturfrösche in Davos wird was zu hören bekommen.

Charlie gibt die 130 per Funk durch, fragt, ob Lahmsogge aufhört – nee – “Na, kannst Dir`s ja bis zum näxten Posten überlegen!”.  Die näxte Station ist “Tschüvel”, km 50, noch 3 kms bis zur Keschhütte, die Zeit wird nicht mehr reichen bis zur Zwischenzeit, egal weiter.

Die Luft wird kühler, es ist nicht mehr schwül, das Ärgste ist geschafft, Schneggi versägt wieder – Heiner kämpft tapfer, Menno der Tübb ist aus Nordstemmen bei Hannover, da gibbs keine Hügel keine Berge nix nix nix – Charlie mit dem nun Letzten.

Juhu, die Keschhütte ist in Sicht – gleich mal mit dem Zuum herholen.

links:   15 Minuten sagt der Wegweiser – na, das paggen wir doch glatt in 14 Minuten.
rechts:   Die Berge und der Gletscher gegenüber.

Heiner auf den letzten Metern – die Matten liegen noch, piepsen aber nicht mehr – es ist 7:40 h, zehn Minuten drüber.  Läufer kommen schon runter und meinen, daß hier zu dicht versperrt aus finito sei, alle ab jetzt disqualiziert.  Das sagt auch ein Rothemd direkt an der Keschhütte:  “Ihr seid alle disqualifiziert - Ihr seid die letzten Heuler und die allerletzten Luschen!°” – okay, der zweite Satz stimmt nicht, das hat er nicht gesagt.

Ein Fernsehteam des Schwiezer Fernsehens SF macht Interviews mit ner frustrierten, sehr verärgerten Läuferin – dann kommt Schneggi dran und lässt 3 Minuten lang Gift und Galle im Fernsehen ab – Schneggi winkt Geoff her, der soll auch noch was sagen – Geoff ist Kiwi, also Neuseeländer (kennengelernt auf den 3 kms zur Kesch hoch) und ist extra aus Kiwiland hierher gekommen, um den K78 zu laufen - Geoff ist gut drauf und macht das Beste aus der beknaggten Situation – “Ey, mate, lets go before it gets dark and before they kill us here – I`ll bring you down to Davos, promised! – I know the way - these fuggers and wonkers cannot hold us bägg”.  (“Los, Junge, lass uns abhauen bevor`s dunkel wird und die uns hier erwürgen werden – ich bring Dich runter nach Davos, versprochen! – ich kenne den Weg - diese **** und ***** können uns nicht zurügghalten” - **** = zensierte Worte).

Der Fernsehfritze ist begeistert, will uns gar nicht ziehen lassen – zum Trinken gibbs nur noch Bouillon (macht schneggschen Durchfall) und ein gelbliches, a bisserl ekliges Gesöff - Klasse! nix G`scheites mehr zum Trinken da, nicht mal Wasser (vielleicht wollen sie uns auch nix geben, die Knaggnudeln), müssen die Bäche über den Panoramatrail eben herhalten – es scheinen sechs renitente Widerständler bereit zu sein, sich allein ohne die famose SwissAlpine-Organisation (famos und teuer) nach Davos auf der bekannten Laufstregge durchzuschlagen:  Heiner, Geoff (er meint hinterher:  “ohne Dich Pänner wäre ich nicht weiter und hätte mich zurügghalten lassen!”), ein Weißhemd und ein Päärchen in grünen Fluoreszenzjaggen – wir sind die Letzten, wir paggen`s – noch ein letzter Bligg zurügg auf die Keschhütte und das Panorama dahinter und schwubb-di-wubb hurtig auf den Panoramatrail.

Dieses ist der erste Teil!
- wird Schneggi noch zur Stregge gebracht und gefangen genommen?
- wird er geteert und gefedert?
- wird er lebenslänglich des Landes verwiesen (heul, nie mehr Biel, nie mehr SwissAlpine, heul)?
- stürzt er am Skelettpass ab?
- verdurstet er am Panoramatrail?
morgen mehr im zweiten Teil

Grüzi Schneggi


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