DL2006 - Etabben 0 und 1: „Am Tag davor ist die Welt noch in Ordnung und am 1. Tag gleich Kampf und Krampf“
Im Frühjahr 2005 taucht der Deutschlandlauf (DL) in den Köpfen der Ultrabeklobbten auf, Ingo Schulze bläst die Trompete und alle hören hin – DL? längs einmal von oben rechts nach unten links quer durch Deutschland! Mann! ojeminee – obwohl, in 2004 einen Isarlauf und einen Spreelauf absolviert, erfolgreich sogar – trotzdem, DL das ist ne Nummer (oder zwei) größer – zu groß für kleines digges lahmes Schneggi? – also nee, doch lieber nicht.
Beim Isarlauf 2005, letzte Etabbe, läuft Änschie BamBam mit Schneggi so schlabbe 2 kms am Schluß nebenher und meint: „Warum bist Du noch nicht beim DL angemeldet? genau das Richtige für Dich! die Liste ist offen!“ – „Nee, glaube nicht, daß das was für mich ist“. Aber dann? was dann? natürlich, doch eingetragen – als dann Biel and Schwizz Alpin ziemlich in die Hosen gingen und Joachim Barthelmann in Biel (Juni 2005) sagt: „200 kms Träning pro Woche sollten es schon sein“, uaaaaaaa, fängt Schneggi an zu kneifen und zurüggzurudern und läßt die Anmeldung auf 2006 verschieben (um das Gewissen zu beruhigen und die Anmeldegebühr zu retten).
Doch 2006 kommt unweigerlich – wie aus dieser Brädrulle rauskommen? Angreifen, einfach mal probieren. Als dann Michael „Dromeus“ Ex-Träner Krüger sich anmeldet, gibbs kein Zurügg mehr – wenn diese Lahmsogge sich das zutraut, dann Schneggi allemal, der wird versägt nach Strich und Knopf, oder so ähnlich. MM läßt auch nicht mehr logger und tritt so manches Mal in den Hintern, damit die nötigen kms um die Seen in Pozzblizz zusammenkommen – und zu guter Schluß verspricht bzw. droht MM auch noch, mitzukommen, als Helferin und Betreuerin (Aufpasserin und Sklaven-Antreiberin wären die richtigen Begriffe, kommen aber auf der DL-Wäbseite nicht vor). Okay, Schneggi ergibt sich in sein Schiggsal, kein Zurügg mehr. Noch was: Willem die Mütze und Heinz der Jäggel hatten am letzten Tag des Isarlaufes 2006 noch im Suff gesungen: „Schneggi ist DL-tauglich Schneggi ist DL-tauglich“ (waren ja auch gehörig versägt worden, quasi ein historisches Versägen).
Tag 0: in Stralsund


links: Mit dem Zug von Berlin, wo MichaelK hinzustößt (vornehm mit dem Flugzeug aus Badensia eingeflogen), gehts als Trio mit MM, Dromeus und Schneggi nach Stralsund - übrigens diese drei Schlabbnasen bauen ihre Nachtgemächer (sprich Matte und Schlafsagg und Zeux drum herum) immer in Schnarchnähe und Gummibärchenwurfweite als drei-in-einer-Reihe-auf, hat grandios funktioniert – hier gleich die ersten Pfeile an der Bushaltestelle: "da gehts lang, Ihr Pänner!".
rechts: Hmmmm, die Nachbarschaft ist dann etwas ernüchternd – wo sind wir da bloß reingeraten?

links: Die Halle nebendran ist ein klein wenig besser – Unterkunft für zwei Nächte.
rechts: Am Abend begibt sich das gesamte Lumpenpagg ins fast feine Hotel (man fällt auf), angeführt vom Lumpensammler Ingo zum Redenhalten, Redenanhören und schön-Dinieren - hier im Schlabbmarsch zum Futtern, hinten MM, davor Martina Hausmann im Rock und davor außen rechts Mike „Türken-Mike“ Friedl.

links: Der Ingo hält Reden und quasselt einem die Ohren ab und ein Wiedeo vom DL05 wird gezeigt – MM findets lustig, Dromeus fragt sich wohl „Schitt, wie komme ich hier unauffällig wieder raus?“ (übrigens im Angeber-Shört vom Spreelauf 2004).
rechts: Man kann deutlich erkennen, wie Herrn Ex-Coach die Spugge wegbleibt und bald die Kinnlade runterfallen wird.

links: So sieht das dann jeden Abend aus – mal enger zusammen (äh, Sardinen in der Büchse), mal mit mehr Abstand zum nächsten Schnarchbruder.
rechts: Sigggi Bullig (der Tübb mit dem SB auf der Jagge, damit er das nicht vergißt) fängt schon mal mit den Motivationsreden an – der Bursche hat gut reden, der pännt im Cämpermobil – unverkennbar, das klassische Schlafmodell: Turnmatte, Isomatte, Schlafsagg, und Zeux drum herum, das ist das Territorium, da darf niemand drauf - auch wichtig: Tüten, Beutel, Taschen – ebenso wichtig: immer was zum Trinken in Griffweite – dritter Punkt, alles drum herum stratägisch so postieren, daß man sich nur zu drehen braucht – vierter Punkt: immer genau wissen, wo das Chaos beginnt und die Ordnung anfängt – fünfter Punkt: auch im Dunkeln alles finden – sechster Punkt: in kleinen Hallen immer die Laufwege zum Klo in der dusteren Nacht vorher kennen, sonst kann man über viele Fluchende und Beißende stolpern und im vermeintlich eigenen Schlafsagg liegt schon jemand drin (so lange es MM ist, macht das nix, wird so mancher XY sicherlich denken).
Tag 1: Kap Arkona nach Stralsund (64 kms)




Am ersten Tag rennen die ersten gleich um vier Uhr nachts durch die Halle, kruzidürken – es steht aber erst um 7 Uhr eine 90-minütige Busfahrt nach Kap Arkona an – und dann Start um 9 Uhr dort – daher ist man viel zu früh bereit und räddie und hängt nur doof rum, genau wie diese drei Nasen hier - um falschen Ideen zuvorzukommen, der SchämpionSchibb hängt da rein zufällig am rechten Latschen, der faule Sagg ist einfach zu faul ihn abzumachen – MM heute als Etabbenläuferin mit Startnummer 2 – Dromeus hat die 26 und Schneggi die 7.
links: Nun denn, jetzt geht’s doch los, erst mal zum Bus waggeln – die beiden in rot grinsen, noch.
rechts: Uhrenvergleich – unten der linke Arm von MM - Dromeus, der Maximalmeister im Overkill, hat ne Polar und ne GPS-Garmin an - nicht sich übertrumpfen zu lassen hat Schneggi auch ne Garmin Forerunner 205 an, aber ne bessere Polar, bäh, allerdings viel klüger als Krüger (hey, reimt sich) die Garmin links und die Polar rechts, aber Badensianer lernen so was nie.

Warten auf den Bus nach Kap Arkona – alle Treter werden im Laufe der näxten Tage vorgestellt werden – hier im roten Dänemark-Outfitt mit Nummer 37 der Michael Larsen, später genannt „Smokey“ (warum kommt später), wir haben 4 Michaels dabei: Friedl, Krüger, Larsen, Müller, muhahahaha – Nummer 39 ist Rudolf Mahlburg und Nummer 24 ist Karin Scheer.

links: Da hinten am Leuchtturm auf Kap Arkona wird’s gleich losgehen - man beachte den blauen Himmel.
rechts: Da wollen wir lieber nicht runter.

links: Ingo direkt unter dem Startbanner krazzt sich die letzten Haare vom Kopf.
rechts: Noch mal schnell zur Inselspitze flizzen und ein paar Turi-Fotos schiessen.

links: Ingo bläst zum Sich-Sammeln: Nummer 18 ist Manuel Fischer aus Luxemburg, Nummer 1 Silke "Lauffreundin" Stutzke, Dromeus und MM kennen wir schon, ganz rechts Tom Wolter-Rössler – im Hintergrund Sigrid Eichner. Anmerkung: An MMs Gürtel hängt ein sehr sehr wichtiges Utensil: die Streggenbeschreibung auf gelbem Papier (kluge Leute sagen dazu „Road Mäb“), viermal gefaltet und in einem Plastiktäschchen verstaut.
rechts: Ingo quasselt noch ein bißchen – Heike Pawzik als Etabbenläuferin mit der 3, Jochen das Höschele mit der 23, Sven (später genannt „Snuppie“) Pienkny mit der 31.

links: Noch ein Grubbenfoto aller Halunken und Spelunken – ganz hinten neben dem rechten Pfosten streggt Dromeus noch seine Birne hoch und grinst – MM links lacht im gelben Biel-Angeber-Shört.
rechts: Ingo fummelt bedenklich mit der Knarre rum – die Dame wird dann schießen, trifft aber Ingo doch nicht.

Von da hinten kommen wir und da am Abgrund laufen wir lang.

links: Einfach so aus Jux mal ein Ortsschild fotofiert – niente paura (keine Angst), es wird jetzt nicht jedes Ortsschild abgelichtet werden, muhahaha, wäre aber lustig.
rechts: Unmengen an Ortsschildern werden wir sehen – aber noch mehr von diesen Dingern, und die machen einen Lärm, wenn man drunter weg dahinschleicht, an Schlaf, Trance oder Meditation nicht zu denken – ganz zu schweigen von der Angst von so einem Propeller geköpft zu werden.
links: Viele dieser schönen Häuser stehen im Norden rum.
rechts: Bei km 21 muß man mit der Fähre übersetzen – Schneggi hat Glügg und die Fähre legt gerade an.

links: Jörg „Ultrajörg“ König (hält Schneggis schnell noch erobertes Eis), Karin (Nummer 24) und Martina auf der Fähre.
rechts: Es ist schon schön knallig heiß, die haben es schön auf dem Boot.

links: Genug gejammert, wir kommen an und gleich auf die Piste wieder.
rechts: Oft, zu oft, die wilden Bundesstraßen mit lebensgefährlichem Dahintrotten auf dem weißen Strich links – dann auch wieder diese endlosen menschenleeren und oft trostlosen Nebenstraßen und Wege.
Vorne und im Mittelfeld wird, so erfährt man später, natürlich wieder gerast wie bescheuert nach dem Motto doof-bleibt-doof und ich-laß-mir-nix-sagen. Hinten geht’s gemütlicher zu, jedoch allzu gemütlich wie Schneggi es nimmt führt gleich zum vorletzten Platz. Und dann, o- Schrägg-o-Graus-mir-bleibt-die-Spugge-wech, ist es am Conny-Sigggi-Stand? egal, an einem Stand sitzt Sigrid und winkt ab, Ende, aus, der Muskelfaserriß vom TransGohl ist noch nicht verheilt. Mist, kruzidürken – Letzter zu sein ist nicht schön - im Klartext, es ist verdammt scheiße – Sigrid hinter sich zu wissen gibt einem ein „gutes Gefühl“, da kommt ja noch jemand. Nun ja, hilft alles nix, weiter, immer weiter. Conny will dann nach verheilter Achillessehnenproblematik auch wieder ein bißchen laufen und gesellt sich zu Schneggi, leider an der heftigst befahrenen Bundesstraße – trotzdem gelingt es den beiden soviel zu quatschen, daß sie einen Abzweig nach rechts (im nachhinein als wunderbar markiert und verpfeilt entdeggt) verpassen – nu, können so etwa 1-2 kms extra gewesen sein - wird vermutlich bis zum Schluß allen mindestens einmal passieren, selbst den viel Klügeren, den Schnelleren und den Veteranen vom DL05.

links: Die Hitze ist granatenmäßig, Dromeus meint schon beim Start: „Heute wirste leiden müssen“ – yep yep yep – ach „Träumen unter Bäumen“, ja das wäre schön, mit MM im Arm im Gras unter nem Baum liegen.
rechts: Das dazugehörige Haus.

links: Noch ein phantastisches Haus.
rechts: Diese Spurplattenstraßen müssen einfach mal fotofiert werden – zum Teil schön und zum Teil lustig drauf zu laufen, aber auch irgendwann mal verhasst – Schneggi verhädert sich beim Zählen der Platten bei 3596 und kann es nicht mehr genau rekonstruieren, kruzidürken.

links: Jetzt kommt Uli Schultes Verpflegungsstand (VP), er markiert immer die Restdistanz von 1000 m und das ist einfach klasse, dazu noch ein oder zwei Lauf-bezogene Bibelsprüche, und es geht wieder prima, zumindest bis zu seinem Stand – er ist erfahrener VPler und ein ächter Profi - er macht fast immer den letzten Stand, undankbare Aufgabe, weil er am längsten ausharren muß, bis die letzten Heuler daherschleichen (heute Schneggi als letzter Heuler), aber er mault nie und grinst nur.
rechts: Uli kriegt hohe Punktzahlen für seinen Stand, jedoch nicht die Höchstpunktzahl, weil er immer diese scheußliche grüne Fahne irgendwohin ausbreiten muß - das macht er seit dem Isarlauf 2004 konsequent, um Schneggis Bayern-München-Moral kleinzukriegen, aber deswegen kiggen diese Gurgenkigger in Bremen auch nicht besser.

links: Nach Uli dann am Meer entlang, es wird schon spät.
rechts: In der Distanz ist Stralsund zu erkennen.

links: Soviel Zeit für so schönes Getier muß sein.
rechts: Ah, wenigstens kommt Stralsund etwas näher – die letzten kms, also die einstelligen sind die gemeinsten brutalsten und auf alle Fälle längsten und dramatischten - jemand meinte hinterher: „Haste Dich mental nicht richtisch drauf vorbereitet!“ – tja, was drauf antworten? eine Lieblingsantwort des Schneggenmann ist: „Ich denke sowieso nie, ich bin nur ein Wurm und reagiere!“.

links: Auf den Rügendamm und hier die neue Stralsund-Brügge in der Abendsonne.
rechts: Am Ziel ist nicht mehr viel da, wenigstens die Ziellinie gefunden, die noch nicht weggewaschen wurde – ein Stralsunder Sportsfreund fährt die Meute zur schon bekannten Halle.
Das war heute nix, zu heiß, zu lahm, irgendwas im Gesäß und am hinteren Oberschenkel tut oagnäm (schwäbisch) weh – die Stimmung und Laune sind 20 Meter unter dem Keller – MM ist zum Aufrichten der gekniggten Seele voll gefordert, sie wird in den näxten Tagen noch viel aushalten müssen, eigentlich Sträss pur auch für die persönlichen Begleiter, Beziehungen werden ächt getestet und strabaziert.

Dromeus gings prima, er hat schon wieder Zeit und Lust für die Fingergymnastik und sich hemmungslos zu betrinken – MM lief als Etabbenmaus ebenso spitzenmäßig, aber ohne Sonnenschutzcreme im Gesicht, daher roteste Tomate in der Halle.
Abendessen fällt für Schneggi aus, zu kabudd zu down - jetzt möglichst schnell und viel und tief schlafen, alles vergessen, morgen wird bestimmt alles besser werden, es kann nur besser werden – sich in den Schlafsäggen noch ne Runde an MM kuscheln - und dann schnarchen, angeblich – übrigens: es ist reine Legende und eine infame fast ehrabschneidende Behauptung, dass Schneggi schnarcht - Schneggi schnarcht nämlich gar nie nicht nirgends nix und wenn, dann total leise und nur für eine, höchstens zwei Sekunden, - die Wahrheit und nix als die reine Wahrheit steht auf diesen Seiten, jawohl, Saubande elendigliche - Bericht zu Etabben 2 und 3 folgt.
Grüezi
Schneggi
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