DL2006 - Etabben 4 und 5: „Das Drama beginnt – der Anfang vom Ende?“

Donnerstag, 5. Oktober 2006


Tag 4: Pritzwalk nach Jerichow (81 kms)

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links:   Sigrid beim Paggen der letzten Habseligkeiten – im Hintergrund hängt jemand seine Haxen einen Stogg höher (das haben bestimmt alle bei den Bildern des DL2005 gesehen und denken, das muß man so machen).
rechts:   MichaelK startet erst um 7 Uhr, haut sicher vermutlich noch mal aufs Ohr – die Halle ist schon fast leer, eigentlich nur fünf Starter um sieben und der Rest von 25 Nasen um 6 Uhr - ein elitärer Haufen, diese Siebener.
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links:   Ränä Wallesch beim Gähnen und Dähnen.
rechts:   Fragt sich Diethard nach dem Sinn? die meisten Treter haben digge aufgeschwollene, manche entzündete Libben – die Sonne knallt drauf, vielleicht trägt das Trinken aus den Flaschen auch dazu bei, nicht zu vergessen das heftige Küssen der Damen an den Verpflegungsständen.
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Wo sind wir eigentlich? aha, in Brandenburg, klar, wo sonst? – müssen typische Häuser sein – man verliert den Rhythmus des Zeitgeschehens, weiß nicht mehr wo man genau ist, welcher Wochentag ist, was „draußen in der richtigen Welt“ eigentlich passiert – nur so Hartgesottene wie Türken-Mike kaufen ab und an ne Zeitung, dem Rest ist es wurscht.
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Natürlich muss der Sonnenaufgang wieder fotofiert werden.

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Ingo beim Abfahren der Kadaver, äh der Läufer – sieht aus, als ob er gerade nen Spruch loslässt.











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links:   Diese Heuballen laden zum dahinter-was-Machen ein.
rechts:   Schöne Allee auf einer Landstraße – roter Pfeil am weißen Pfosten ganz links, Leute, die muß man mit geschlossenen Augen registrieren, wichtig wichtig wichtig.
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links:   Eine echte DDR-Schwalbe – das Gefährt.
rechts:   Zwei echte Berliner Schnauzen – Simone Stegmaier und Jürgen.
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links:   Hiroko beim täglichen Versägen.
rechts:   … und schon isse weg – vorne in rot Karin – unangenehme Sandpiste.
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Da kommen schon wieder welche unangemeldet von hinten – aha, die Herren Löffel und Dromeus, das Tempo wird die Lahmsogge Löffel aber nicht lange durchhalten können – gugg mal den linken Arm von Michael, der krampft ja schon, nix wie aus dem Weg.
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Da sind diese festungsartige Kirche und der Riesenpilz (mindestens 30 cm Durchmesser) doch nicht so wild wie diese Vorbeiflizzer.

Und auf dieser Sandstraße fängt der Mist an: etwas tut am linken Bein, knäbbli oberhalb des Aussenknöchels, weh und wird zum richtigen Auaauaaua. Nun, ignorieren, wird schon weggehen – „Ich gehe aber nicht weg, muhahahahaha, so schnell wirste mich nicht mehr los, hihihihihihi!“. Weiter weiter weiter, bis zum näxten VP durchkämpfen, durchmogeln, sich hinschläbben.

Beim VP steht Peter und pfeift gleich den frisch angekommenen Jan Straub her – Jan ist Täter und Sanitäter und ein wichtiger und gewichtiger Mann im Ingo Wanderzirkus. Er sagt gleich: „Aufschneiden!“ – Schneggi von der verdammten Hitze total belämmert (mehr noch als sonst) versteht „abschneiden“ und lacht sich schäbbs (schwäbisch): „Hey, solche Witze mache normalerweise nur ich!“ – Aber Jan hat die Schere schon in der Hand und jetzt kapiert Schneggi erst, was los ist – „Hey, das sind 12-Euro-das-Paar-Soggen, ich bin ein sparsamer Schwabe blah blah blah blubber blubber blubber!“ – alle Umstehenden niggen bedeutungsschwer mit dem Kopf und machten exträm besorgte Mienen – wow, so schlimm schon? keine Langspielplatte mehr kaufen, hä? – okay, okay, die guten Soggen aufgesäbelt, neue Pflaster an den aufmuggenden kleinen Zehen und ab die Post – arg viel besser wird’s aber nicht.

Die Hitze ist heute eine Katastrophe, kruzidürken – endlich das Conny-Sigggi-Mobil in Sicht und MM bereit zum Mitlaufen und Antreiben und sich-das-Gejammer-Anhören. Heute macht sie schlabbe 42 kms – Sigggi meint gleich, die Soggen weiter aufschneiden und zwar beide Paare: „Ist doch jetzt egal, was die gekostet haben“, unterbricht er jeglichen Einwand – ohne weiteres Gezeter, her mit der Schere – dann noch Siggis Spezialteiping an den Unterschenkel, hält natürlich nicht: „Du hast Haare wie ein Affe an den Beinen, die müssen wir erst abrasieren! heute Abend dann!“.

Also dann, wieder auf die Piste - und mit ner schönen Mieze an der Seite läufts dann auch wieder viel besser, es läuft sogar ausgezeichnet – außer daß wir ab jetzt so ungefähr 30 kms geradeaus am linken Straßenrand auf dem weißen Strich dahinschleichen – wahnsinnig interessant und unterhaltsam, ein ächtes Highlight des DL06.
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links:   Grandioseste Abwechslung des heutigen Nachmittages: ein Dutzend Windmühlen.
rechts:   Das ist natürlich auch wert, fotofiert zu werden.

Zusammen mit MMchen gehts klasse – bis 1 km vor Ulis letztem Stand, also bis km 69, dann noch bis zu Uli schläbben, km 70 – und dann, Ofen aus, total, leer, niente nada, nix mehr zu machen – so eine Scheiße, noch 11 kms wandern – der zuvor genial versägte Reinhard kriegt seinen zweiten Frühling und sägt zurügg – nee Schneggi geht nur noch.
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links:   Dann noch auf einer Deichanlage entlangkrebbsen – Milliarden Müggen freuen sich auf Schneggi.
rechts:   Schneggi mault und mäggert seit einer halben Stunden in einem Atemzug, reißt das Hemd vom Leibe und schmeists weg, MM rettet es aus den Büschen, Schneggi setzt sich hin, will nicht mehr weiter – nur MM und die freundlichen Müggen treiben ihn noch bis in die Sporthalle in Jerichow – au Mann, ganz hartes Ende heute, das ist bitter, ganz ganz bitter.

Nach dem zu-Abend-futtern noch in die Praxis des Jan, d.h. in so ein Kabuff am Ende der Halle, wo vermutlich der Hausmeister die frustrierten älteren Hausfrauen nach dem Aerobics vernascht. Also Jan legt die Hände auf die Füsse, macht schon wieder dieses ganz komische Gesicht (das medizinisches Personal immer bei schlechten Nachrichten aufsetzt) und meint mit Gravitas: „Das sieht nicht optimal aus (Übersetzung: das sieht verdammt scheiße aus)! die Füsse sind ja ganz heiß, das könnte nicht unbedingt schnell besser werden (Übersetzung: das wird ziemlich schnell ziemlich übel)! da kann ich im Moment nicht viel machen (Übersetzung: er kann gar nix machen)! gute Besserung, das wird bald wieder alles okay sein, alles wird gut (Übersetzung: mit so einem Mist hätte man im zweiten Weltkrieg gleich notamputiert).“

Tag 5: Jerichow nach Schönebeck (73 kms)

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links:   Der näxte Morgen kommt bestimmt und zwar zu früh und zu heftig – noch 5 Minuten bis zum Start – schnell noch Rudolf ablichten – der Tübb ist immer gut drauf, wichtige Säule im Ingo-Wanderzirkus, weil erfahren und ausgleichend und hilfsbereit, die Amis würden sagen, ein „älder Statesmän“, hält zusammen, was an den Fugen zentrifugal auseinanderdriftet – er ist einer unserer Vorarbeiter (Anspielung an die Grubenlampe an seiner Birne und das Bauarbeiter-Leuchthemdchen).
rechts:   Auch Jens ist ein wichtiger Mann, weil immer ruhig und gelassen, kein Hektiker – und natürlich auch als Veteran erfahren und klug – jetzt aber genug der Lobhudeleinen, gleich gehts raus in die Nacht.
Foto PowerschneckeDas ist Reinhard Kobelt – er kriegt nen extra Absatz, weil er so ein ungewöhnlicher Vogel ist, mehr als mancher andere.

Reinhard wird alsbald von allen nur noch der „Doc“ genannt – er ist eigentlich ein DocDoc - interessanter Knabe, hat Chemie studiert und mit Doktorarbeit abgeschlossen und später noch Medizin studiert und mit Doktorarbeit abgeschlossen, also ganz doof kann er nicht sein, aber die beiden Titel für sich allein heißt ja noch nicht, daß er intelligent ist oder sogar soziabel – ist er aber, und wie, zumindest das erstere – aber am Anfang ist er ein ziemlicher Außenseiter. Im Bus nach Kap Arkona hält er die Finger seltsam an den Kopf, sieht aus, als ob er meditiere, vielleicht ist er auch nur müde. Am Bein unter der Sogge trägt er Scheiben, die besondere Kristallkonstellationen haben, von denen dann Energie ausgeht, oder Energie aufgenommen wird, je nach Art der Scheibe, und Vibrationen kommen auch noch hinzu, holySchitt, hävvie Stuff – aber Schneggi lernt ihn schätzen, als man mal so 2 Stunden zusammen dahinkriecht – Doc hat zwar wirklich wilde Ideen und Vorstellungen, so von den Vorgängen beim Krebs und in den Zellen und auf den Chromosomen und mit den Genen, aber ein totaler Spinner ist er nicht, er hat schon Kribbs – das heißt natürlich ist ein Spinner, sonst würde er hier nicht mitlaufen.

Jetzt macht er auf Naturheilmittelmedizin und Vibrationen und bietet Seminare an für die Selbstfindung mit auf-heißen-Kohlen-Laufen, uaaaaaaa (auf jeden Fall ohne Schneggi), sich-frei-Tanzen und Malen – sag ja, wildes Zeux, aber wers mag, solls machen. Nu, Doc wird vor allem von Sigrid soziabel gemacht, die ihm ein paar mal die Leviten liest und vor allen Dingen zum Waschen seiner stinkenden verdräggten Klamotten bringt – an den VPs schluggt er immer einen Schwung, nicht abgezählt einfach ne handvoll her damit runter damit, von Vitamin-E-Radikalenfänger-Pillen, dazu noch Antioxidantien, quasi ein halbes Pfund Ultrabuffer und noch einen halben Becher voll pures Salz hinterher boaaaaa brrrrrrrrrrrrrr – beim Laufen versucht er sich in Trance zu versetzen und verläuft sich auch prompto einige Male sakrisch – sag ja, hochinteressanter Treter – „Das ist mir vielleicht ne Marke“, würde jemand aus Pozzblizz sagen – aber Doc ist klasse und passt voll ins Panoptikum des Ingo-Wanderzirkus hinein, vorderer Platz für ihn, auf alle Fälle.
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links:   Manfred Huget – im Hintergrund links steht Veronika und rechts Gérard mit Frau Nicole – Gérard bekommt den inoffiziellen Preis des besten Schnarchers (in den Kategorien: Lautstärke, Melodie, Variabilität und sich-nicht-beim-Schnarchen-Stören-lassen).
rechts:   Jörg, der Ultrajörg – mit kleinen Tibbelschritten kommt er schnell und weit voran – sein zweiter DL, obwohl er den ersten geschafft hatte.
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links:   Heiko, der Zeitnehmer, sagt vermutlich: „noch 2 Minuten“ oder „noch 30 Sekunden“ – Ingo schert sich kaum drum.
rechts:   Ingo flucht bestimmt schon wieder – erstens tut er das meistens, also vermutlich auch hier – und zweitens siehts so aus, als ob entweder der Kuli nicht funktioniert oder er hat nicht genug Licht, oder beides – gleich rattert er die Nasenliste runter.
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Schönes Haus in Jerichow – kommt dieser handwerklich Gekleidete aus nem Auto und wünscht alles Gute für den Lauf – Schneggi fängt an zu erklären, aber er sei der Bürgermeister und habe gestern die Läufer empfangen – „Aber mich nicht!“ – „Nu ja, er habe ja nicht auf die allerletzten Heuler auch noch warten können!“ – warum die Stadt so wie das biblische Jericho hier in Sachsen-Anhalt auch Jerichow heiße, weiß er nicht – führt aber das W am Ende als großen Unterschied an – warum denn das W wie bei Pankow und Treptow (siehe Berliner Tiem Marathon, kennt er aber nicht) nicht ausgesprochen werde, weiß er auch nicht – trotzdem, sümbadischer Bursche, und alles Gute mit dem Meistern der Bürger, Herr Bürgermeister.
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Lassen sich nicht storen – weder die Gäule noch die Sonne.
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links:   Am ersten VP derWild Wild Görls, heute MM allein, Lauffreundinläuft ne Etabbe– die Schuhe nochmal loggern und eine Reihe Schnürsenkel rausnehmen, vielleicht barfuß laufen (oder gleich auf den Händen?) – im Hintergrund sitzt Snuppie am Auto und wartet nach der gestrigen Rausnahme durch Ingo auf seinen Abtransport zum näxten Bahnhof, er guggt nicht so lustig, es trifft ihn sehr hart, er knabbert dran, mal guggen ob er wie versprochen beim DL07 startet.
rechts:   Peter Weber von BennyundCo – prima Kerl, macht VP fast jeden Tag und abends baut er den Info-Stand auf und hilft hier und dort mit seinem Elektrostimulator (Stimulator nicht Vibrator, kruzidürken) und seinen grünen Binden – er läuft auch zwei oder drei Etabben mit (und nicht zu langsam).
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links:   Lustig – oder? außer für die Kühe und Schweine natürlich!
rechts:   Interessantes Foto.
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links:   Urlaub am Steilufer der Elbe – muhahahahaha!
rechts:   Dieser Schrebergartenkünstler hat auf jeden Zaunpfosten nen Würfel draufgebastelt.
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links:   So sieht das aus, wenn der Schnellste einen der Langsamsten versägt – aber hallo – tolles Bild, akutes Selbstlob, Mann klasse Foto.
rechts:   … und gleich ist er weg, ziemlich wortkarg und einsilbig, hat wohl keine Zeit, immer diese Hektik und Hetzerei, bestimmt ungesund – okay, dann begnügen wir uns als Unterhaltung mit dem Lesen der Kartoffelfeste-Plakate in Genthin.
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links:   Ah, ein Mini-Privatzoo – was Ziegenartiges und was großer-Vogel-auf-zwei-Beinen-artiges.
rechts:   Zwei noch größere Vögel auf zwei Riesenfüssen greifen von hinten an – Dromeus der Krüger und Jochen das Höschele – „Weg da, gemeiner Plebs, der Rennadel kommt!“ – die rot-gelbe Fahne links heißt VP des DL2006 - hey das ist vermutlich der zweite VP des Tages in Güsen mit Conny-Sigggi, wo MM schon auf Schneggenmann wartet, um mit ihm die restlichen 55 kms logger runterzuspulen, was für ein Görl!
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Sigggis (oder Connys?) Malkünste am VP – leider ist uns nicht bekannt, wer die Person sein soll, sieht aber ein wenig wie ein Klon von Ingo und Helmut aus.
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Noch mal aufgepasst: am Pfosten des gelben „Güsen“-Schildes und am Pfosten des blauen Fahrrad-Fußgängerweg-Schildes kleben rote Pfeile (Richtung nach links) – gleich gesehen? subba genial äxtraordinär! deutschlandlauftauglich!









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Das sieht doch ganz gut und logger aus – was hat er denn nur am Vortag wieder für Pseudo-Probleme gehabt, der Junge? und das Gejammer dazu noch! – keine Ahnung, was er da wieder auf dem rechten Foto für Faxen macht! – MM ist das willige Opfer zum Anhören der zweistündigen Kurzversion der zweisemestrigen Vorlesung „Einführung in die Blutzellbildung“ – sie wird auf deutsch vollgequatscht, ihr wird ein Ohr voll abgekaut (mal bei Gelegenheit tschäcken, was hängengeblieben ist, vom Ohr? nee von der Vorlesung).
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Der Elbe-Havel-Kanal mit bunter Brügge.
Foto PowerschneckeDie Stadt Burg begrüsst uns freundlich.

In Burg fängt der Mist an – alles Paletten, es läuft gut, die Stimmung könnte nicht besser sein – der Weg ist leicht zu finden – große Kreuzung, in die Berliner Straße, Richtung Genthin – Straßenseite wechseln, Ampel auf rot, stehenbleiben – Ampel grün, geradeaus, kommt ne Tankstelle, 20 Minuten Vorsprung aufs Zeitlimit, wunderbar, Zeit genug für ein Eis-am-Stiel – wir watscheln weiter und schläggen das Eis – dann Schneggi: „Schon lange keine Pfeile mehr gesehen! und Du?“ – „Nö, auch nicht, müsste aber stimmen!“ – also weiter, aber dann wirds doch komisch – MM rennt zurügg, Schneggi schlurft hinterher – verfluchte Kürbisse, an der Ampel, wo wir stehengeblieben waren, gehts auf der anderen Seite nach rechts und nicht geradeaus, schöne rote Pfeile auf nem Verteilerkasten und Kreidepfeile auf dem Boden – Schneggi sah nix nulla nada niente und MM lief hinterher – kruzidürken, so 2-3 kms für lau, 5 Minuten nun hinterm Zeitlimit und vor allem Moral am Boden, oje – bis zum Ortsausgang Burg mit VP 4 ist es nun ne Qual, dort pfeift der Wind, voll entgegen, aber auch ziemlich heiß.

Bei km 48 steht Thomas mit Mittagessen, es ist brüllend heiß, Zeitlimit schon 10 Minuten überzogen – Aufstehen fällt granatenmäßig schwer, das wieder-in-nen-Trott-fallen ist fast unmöglich.
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links:   Einer muß ja schließlich die Stregge markieren – hier ist das Kopfsteinpflaster noch halbwegs überteert,
rechts:   … aber hier nicht mehr, und wenn man Probleme an den Haxen hat, ist Kopfsteinpflaster beinahe das allerschlimmste, blutige Hennakepf (schwäbisch).
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In eigentlich ganz hübschen Dörfern stehen immer wieder solche Dinger (rechts).
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Au bagge, das sieht aber gar nicht mehr gut aus – von Laufspaß nicht mehr viel übrig.











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Es kommt wie es kommen muß: völlig färtisch, eine Pause, Hinsitzen, die Tränen rollen: „Ich kann nicht mehr, das macht keinen Spaß mehr!“ – MM versucht die Stimmung zu loggern und meint scherzhaft: „und alles freiwillig!“ – Schneggi explodiert, die Nerven liegen blank, aber wenigstens kommt er wieder hoch und trabt weiter.
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Man kann äußerlich nicht viel sehen, aber es tut ganz schön weh – ob das SchinnSplinter sind? oberhalb des äußeren Knöchels? komisch! vielleicht ein Muskelfaserriß? aber n Hämatom (das is n Bluterguß, Ihr Eumel) ist auch keins da! Mist! nicht mal ne elitäre Diagnose (zum Angeben und als Ausrede) steht zur Verfügung – Therapie? forget it! – Prognose? kommt ein Skelett zum Arzt, sagt der Arzt: „Sie hätten früher kommen sollen!“, muhahahahaha.
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links:   Bei ca. km 53 steht im Roadbook: „Schlechte Wegstregge, äh Wegstrecke, nicht unbedingt für KFZ geeignet!“ – Katastrophenwegstregge wäre passender, nicht für Laufen geeignet, total uneben, sandig, stürmischer sandiger Gegenwind, ein Alptraum für Beinlose.
rechts:   „Kleine Pause bitte bitte“ – MM meint: „Wenn Thomas seinen Stand abgebaut hat und vorbeikommt, steigen wir ein, ich lasse nicht zu, daß Du Dich so quälst und so kabudd gehst, das kann ich nicht mehr mit anschauen“ – Schneggi sagt nix – und prompto 3 Minuten später kommt Thomas mit Wohnwagen angerattert und guggt ganz verdattert und schnattert nur: „Einsteigen?“ – Schneggi springt auf, tänzelt, meint er sei topfit und habe nur eine Yoga-Meditation-Betpause-Vibrationenauffangphase eingelegt.

Weiter geht’s, Schneggi humpelt voraus, MM läuft gekniggt hinterher – aber es geht einigermaßen bis zum VP 6 von Nicole und Sigrid gleich hinter den Gleisen an einem Bahnhof. Danach auf eine Bundesstraße, wieder auf dem weißen Strich am Straßenrand, auch noch 5 kms bergauf, Schneggi läuft wie frisch geduscht und neu aufgeladen, nicht wiederzuerkennen – Schneggi will nicht mehr stobben, MM legt Gehpausen ein und kommt dann wieder angefegt (auch für sie natürlich ein irre heißer und schwerer Tag).
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links:   Stimmung wieder okay, Moral auf dem Siedepunkt (beinahe), Zeit für doofe Fotos und sogar ne Tüte Milch kaufen und leerschlabbern.

Uli hat den letzten VP bei km 66, er kommt aber schon entgegen, da der Zeitkorridor schon weit überschritten sei, er habe alles im Kofferraum, ob wir was brauchen, er habe auch noch ne Pappkarton-Kiste mit Getränken an seinem ex-VP deponiert, die Kinder bewachen es – am VP dann kurze Pause, ne Blase an der Fußsohle (nix bleibt erspart) mit ner rostigen Sicherheitsnadel von der Startnummer aufgepiekst und mit Pflaster verbäbbt, die deponierten Sachen an die Kinder verschenkt, und weiter weiter weiter.

Danach wieder Chaos: Baustelle, Straße kompletto aufgerissen, nur Drägg und Erdhügel, keine Pfeile, nix – Schneggi geradeaus zum Erkunden, da gehts nicht weiter – MM links die Erdhügel hochgeschiggt und die Kinder befragen, wissen von nix – im Plan steht was von ner blauen Brügge, hey da hinten ist so ein Teil – quer über die Matschwiesen rüber, Mini-Gräben sind ein Wahnsinnshindernis für Schneggi – okay bis zur Brügge und danach ist eine neue noch unbefahrene Straße, man kann sich rollen lassen, so im 10er-Schnitt (kein Witz) – Zeitlimit erreichen wir nicht mehr, Ingo ist kulant, außerdem wird er nicht nach Sigrids Abgang auch noch seinen zweiten Athletenrat verlieren wollen.

Just da kommt Ingo dahergefahren: „Ihr seid im Verzug“ – Schneggi guggt zur anderen Seite, ignoriert das Gelaber, trottet weiter, MM erklärt Ingo mit brandenburgischer Delikatässe, MMscher Raffinässe und Pozzblizzer Schnauze, daß man nach solchen Etabben wie an den ersten fünf Tagen den Läufern auch mal was nachsehen muss, quak quak quak, die Worte sind klar, die Lautstärke moderat, die Stimme flörtisch, die Augen funkeln, Ingo ist baff und meint nur noch: „okay okay - noch 4 kms!“ – das bricht Schneggi das moralische Genigg, er dachte, es seien nur noch ein oder zwei kleine Kilometerchen – „Meine Fresse, 4 kms, das sind ca. 40 bis 50 Minuten, oh nein!“ – Moral dahin, Schlurfschlabb gestorben, nur noch Kriechen möglich – MM ist auch so färtisch, sie kann weder in die Motivationskiste greifen noch in den Hintern treten, wir schlabbern dahin – selbst die schöne Brügge über die Elbe, normalerweise ein gefundenes Fressen zum Drüberbrettern, wird zum 10-Minuten-Dahinkriechen-Hindernis. Auf der anderen Seite warten die Zeitnahme und jemand vom Sportverein Schönebeck, um die Kadaver zur Sporthalle zu fahren – Schneggi ist total apathisch, läßt sich in den Mini-Vän schubsen, platzieren, rauszerren, am besten wäre tragen oder ne Bahre, äh Trage.

Helmut steht an der Tür zur Halle: „Schneggi, Du bist ein großartiger Kämpfer“ – Schneggi guggt nur noch lethargisch auf den Boden, sieht dann aber Ingo an nem Tisch und murmelt im vorbeigehen: „Ingo, ich steige aus“ – Ingo hats todsicher gehört, tut aber so, als ob er nix gehört hat, reagiert nicht, verzieht keine Miene – Schneggi schläbbt sich einfach weiter, eine gute Fee (wars Lauffreundin? wars Dromeus?) hat das Lager vorbereitet – erst mal 10 bis 15 Minuten auf den Rüggen liegen und die Füße hoch gegen die Wand stemmen, so wie Jan das empfiehlt – oh Mann, die Füße brennen wie Feuer, die Füße pulsieren in der Frequenz des Puls, die Füße lassen sich am Sprunggelenk nicht mehr bewegen, hey das ist doch nicht mehr normal.

Tumor, Dolor, Calor, Rubor, Zeichen der Entzündung, schon die alten Römer hatten das in der Medizin gelehrt – Tumor (nicht wie heute Krebs bedeutend), sondern in der ursprünglichen Bedeutung von Schwellung, sakra quadrata, in der Tat die Füße sind ganz schön geschwollen, soviel Flüssigkeit ins Gewebe ausgetreten, rausgedrüggt, der Finger hinterlässt beim Reindrüggen ne tiefe Delle – Dolor, Schmerz, yäp yäp yäp kann man laut sagen, tut verdammich weh, die Schwellung drüggt auf die Schmerznervenenden – Calor, Hitze, auch noch richtig, schon drei Punkte gesammelt, grandios, die Füße sind heiß, brennen, erhöhter Blutdurchfluß erhöht die Extremitätentemperatur – Rubor, Röte, ja rot sind sie auch noch, wegen dem erhöhten Blutdurchfluß – prima Ballerina, vier von vier, der Kandidat hat alle Punkte, a fullfletched inflammation, wie der Yänkie sagen würde – Entzündung bis zum Stehkragen – kein Wunder ist der ganze Körper glühend (die knallige Sonne heute hat auch nicht geholfen), die Entzündung wird intern vom Körper mit allen Immuno-Geschützen bekämpft – das wird ja ne „heiße Nacht“ werden – und morgen? ja was morgen?

MM macht tut organisiert alles, aber auch sie ist völlig färtisch, zum glügg hat sie nix an den Haxen– zur Regeneration kaum Zeit übrig – später, als die Lichter aus sind, krebbselt sie noch in Schneggis Schlafsagg und fragt nur: „und jetzt?“ – „Morgen früh entscheide ich!“.

Fortsetzung folgt – was wird passieren?

Grüezi
Schneggi


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