Dortmund nach Essen - 2. Karstadt Ruhr Marathon am 25. April 2004 - "Powerschnecke im Ruhrpott - Affenzahn verbrennt sich die Schuppen"

Dienstag, 27. April 2004


Nach Ostern geht’s Schlag auf Schlag: Hamburg - Dortmund - Hannover. Drei schnelle Marathons, da muß doch was zu reißen sein, im vorderen Schneckenfeld natürlich. Hat ja schon super in Hamburg geklappt. Problem, wenn man einmal Blut geleckt hat, will man das auch öfters, am liebsten immer. Also neuer Rekordversuch in Dortmund. Es heißt zwar Karstadt RuhrMarathon, aber für so halbgebildete wie eine richtige Powerschnecke heißt das Dortmund-Marathon - steht auch so in den Powerschneckschen Akten.

Ganz genau sollte es heißen 2. Karstadt RuhrMarathon, weil es nämlich letztes Jahr seltsamerweise den ersten gab. Um den chaotischen zweiten zu kapieren, muß das Chaos des ersten noch mal aus dem Gedächtnis herausgeholt werden.

Wie war das in 2003 gewesen?

Der erste RuhrMarathon startete in Bochum und endete in Dortmund. Startnummerausgabe für Abholer, aber schon Angemeldete, fand von zwei Lastwagen runter statt, die in der Hofeinfahrt zum Edeka-Supermarkt standen. Um 8:00 Uhr funktionierte das noch halbwegs, aber Richtung 9:00 Uhr gab es Chaos, fast schon tumultartige Szenen. Jeder grabschte sich einen Karstadt-Rucksack und vermutlich viele irgendeine Startnummer. Von Anderen war zu hören, daß sie extra außerhalb ihr Auto geparkt hatten, jedoch der Shuttle nicht kam (oder nicht oft genug fuhr), und sie so erst mal 5 km zum Start rennen mußten. Start um 10:00 Uhr, Herbert Grönemeyer (Bochum!) sollte den Startschuß geben: 1000, kein Grönemeyer - 1003, kein ... - 1005, kein ... Es war Mitte Mai und bestialisch heiß, zumindest in der prallen Sonne, in der man in den Startblöcken eingepfercht auf Mister Bochum wartete, das Wasser lief schon vor dem Start. Als dann Herbert (jeder sprach nur von “Herbert”) endlich auftauchte, sollte er noch über die Lautsprecher interviewt werden. Lautes Buhen, und endlich geht’s los.

Gestartet wurde auf einer vierspurigen Straße, in der Mitte durch einen Grünstreifen für die Straßenbahn getrennt, rechte Seite Marathon, links Halbmarathon. Nach ein paar kms kamen die beiden Straßenhälften zusammen und die Riesenmeute vereinigte sich - und zwar als es einen Hügel hochging - klarer Fall, alles staut sich, gehen ist angesagt. Zudem, wer denkt, die Gegend ist flach, ist falsch gewickelt. Bayrische Nebenläufer waren entsetzt über die heftigen Aufs und Abs - in der Bullenhitze. Wenigstens aber war die Stimmung bombenmäßig - bis Halbmarathon. Auf der Höhe eines weiteren Hügels bogen die Halben rechts ab, die Ganzen geradeaus weiter - nach unten - ins Leere: keine Zuschauer mehr, Laufen auf einer Schnellstraße oder Autobahnzubringer, was auch immer, jedoch ziemlich einsam - bis auf verirrte Sympathisanten, vermutlich verdonnerte Familienangehörige, blieb das auch größtenteils bis auf die letzten kms in Dortmund so. Klasse Einlauf, mit Riesenleinwand zum sich-selbst-Anglotzen-auf-der Zielgeraden. Wie schon mehrfach erwähnt, war es ziemlich warm. Zum Schluß hin lagen links und rechts die verausgabten Läufer und wurden behandelt, verhätschelt oder ruhten sich nur aus. Die Tatütatas ratterten rauf und runter. Es gab einen äußerst hohen Anteil an Erstläufern, einmal-im-Leben-einen-Marathon-laufen-machste-mit-Kumpel-Täter - die kippten um wie die Fliegen.

Neues Chaos nach dem Ziel: wo sind die Medaillen? wo gibt’s was zum Trinken? Die Rucksäcke waren in Bochum aufgegeben worden und per Laster nach Dortmund gekommen. Nur, in einigen Lastern war niemand mehr da, der ein geordnetes Aushändigen der Rucksäcke vornahm. Jeder Läufer suchte und wühlte in einem Riesenhaufen von Rucksäcken in seinem Laster herum. Wenigstens der Bustransport zurück nach Bochum klappte prima. Und wer hockt da vorne im Bus und träumt von Tabakpflanzen? Affenzahn! So ein Zufall.

Von ersten Dortmund-Chaos ist noch zu erwähnen, dass damals Bernd Gaemlich aus Castrop-Rauxel, quasi hinten links um die Ecke, also Heimmarathon, seine 100 vollmachte - und sich selbst auch. Laut Bernds Angaben stand auf jedem dritten Plakat ein Glückwunsch zu seinem Hundersten drauf und alle paar Hundert Meter mußte er Bier trinken - er kam innerhalb der 22 Stunden an, halt, das ist ja das Bieler Zeitlimit - egal, er hat’s geschafft - aber seitdem lief er nicht mehr unter 4.

Wie wird das in 2004 werden?

Die Organisatoren wollten von dem ersten Chaos gelernt haben und dachten sich eine neue Strecke aus und komplett andere Modalitäten und sowieso alles anders und besser und jeder wird glücklich und schön und reich und dauerbefriedigt sein. Powerschnecke ist auch (begrenzt) lernfähig. Daher lieber schon Anfahrt am Samstag und Übernachtung in Dortmund. Nun, diese Ruhr-Cleverles hatten folgendes Neues ausgeheckt: Startunterlagen nur in Essen und Beutelabgabe, dieses Mal eine Karstadt-Sporttasche, nur in Essen. Okay, also, wie nun? Alternative 1: in Dortmund übernachten, mit dem Auto früh nach Essen, in Essen die Tasche abgeben, in Essen den Shuttle zum Start in Dortmund nehmen, von Dortmund nach Essen eiern, in Essen Tasche und Auto wiederfinden, hoffen dass alles funktioniert. Alternative 2: in Essen am Vorabend die Tasche abgeben, mit dem Auto zurück nach Dortmund fahren und dort übernachten und länger schlafen, nach Essen hoffentlich ziemlich flott laufen, und in Essen Tasche vorfinden, mit dem Zug zurück nach Dortmund zum Auto - wenn alles klappt. Mann, ist das kompliziert.

Während Powerschnecke heimlich schon die Alternative 1 ausgewählt hatte, favorisierte Affenzahn, der sich schon am Tag zuvor per E-Mail angekündigt hatte, am Handy die Alternative 2. Okay, wenn Affe es so will. Wieder pure Hektik, Tasche noch schnell vollpacken, nichts vergesssen, im Dauerlauf fünf Minuten vor Tagesschluß auf die Festwiese zum Abgabezelt hinbrettern.

Aber wieso eigentlich Hektik? Extra einen Tag früher hingefahren und per Routenplaner alles ausbaldowert und geplant und pipapo. Denkste. Auf der A2 vor Dortmund Komplettsperrung der Autobahn, Umleitung über Dortmund. Dort gibt es ja tonnenweise Autobahnen und Schnellstraßen und Städte ohne Ende. Die Umleitungsbeschilderung ging dann ziemlich schnell verloren, und wer aus Süddeutschland weiß schon, ob Bochum im Osten oder Westen von Dortmund liegt - Autobahn A44 Kassel, wo ist denn Kassel? - Autobahn nach Münster-Bremen, nee lieber nicht, das ist ja ganz woanders - Köln, Frankfurt, Oberhausen, in welche Richtung nun? - Hannover, nee da kommt man ja her - das nicht noch Berlin, München und Mailand und Moskau ausgeschildert waren, ist schon seltsam. Dann endlich “Essen” geradeaus - auf ner Straße durch Dortmund mit Baustellen - klasse, eine Stunde rumgelungert, wo der Routenplaner 5 Minuten angab.

Im Riesenmarathonmessezelt erst mal zur Information und sich nach dem Wirrwar von Startunterlagen, Shuttle-Bus-Zeiten, Taschenabgabe, etc. erkundigt. Auf das (ehrlicherweise) sanfte Maulen von Powerschnecke ob solcher Kompliziertheiten und vor allem dem dezenten Hinweis (das war der entscheidende Fehler) auf die Super-Duper-Mega-Klasse-Organisation vom vorherigen Hamburg-Marathon, rümpfte gnädige Frau leicht die Nase und flötete: “Aber dafür haben wir eine Weltpremiere, Marathon durch 5 Städte!”. Pfffffffffffftttt. Ja, sollte erwähnt werden: Dortmund-Bochum-Herne-Gelsenkirchen-Essen (oder so ähnlich). Startnummerabholen: kein Problem - junger Mann fragte, warum man denn schon am Tag vorher aus Braunschweig komme und hier etwa übernachte: “Weil Ihr Chaoten letztes Jahr so ein Chaos machtet!” - auweia, schon wieder einer beleidigt. Nochmal Checken der Angaben am Computer beim Ausgang: haben die Schlappohren doch glatt das “100 Marathon Club” nicht eingetragen - Todsünde. Kein Problem, rüber zur extrahübschen jungen Dame am nächsten Computer: “Stimmt das, daß man als Mitglied 100 pro Jahr laufen muß?”. Blondinen sollte man grundsätzlich nicht widersprechen.

Okay, das Wichtigste erledigt. Jetzt noch ein bißchen rumgucken, vielleicht gibt’s Schnäppchen. Ah, der New Balance-Stand, mal den neuen NB 900 betasten. Ein supercooler Kerl, Typ Student-als-Aushilfskraft-für-Marathon-Messen, meinte: “Ein Super Marathonschuh - man kann auch gut damit trainieren, bis 20 oder 25 km”. Moment mal, ist nicht ein Marathon länger als 25 km? “Ja, aber man läuft ja nur einen oder zwei pro Jahr” - komischer Blick von Powerschnecke - “Okay, höchstens einen pro Monat” - dem Jungen konnte geholfen werden: “Ich laufe einen pro Woche” - er war der Ohnmacht nahe. Nichts wie weg hier. Rüber zum Tao-Stand, prima Kleidung. Nach einigen Minuten Verhandlungen (Saubande wollte keinen Messerabatt geben) meinte der junge Mann, Tipp Student-als .....: “Waren Sie nicht letztes Jahr in Frankfurt auf der Messe vor dem Frankfurt-Marathon und haben eine Tao-Hose gekauft und erzählten, dass Sie schon 54 in dem Jahr hatten .....? Unglaublich, was für ein Gedächtnis, dieser Marco aus Nürnberg, in der Tat Student der BBL. Läuft nächste Woche in Nürnberg seinen ersten Marathon - hey, Marco, weil Du zuwenig trainierst hast, ganz langsam die erste Hälfte! Und dann auch noch zu guter letzt Meister Affenzahn am Telefon. Der Tag war gelaufen - aber Alternative 2 wurde gewählt. Und jetzt fingen die Probleme erst an.”.

Wettkampftag: Marathon-Start um 10:00 Uhr. Treffen mit Affenzahn am Dortmund Hauptbahnhof, um die Regionalbahn in einen Dortmunder Vorort zu nehmen. Affenzahn taucht im historischen Trainingsanzug (zum Wegwerfen) auf - vermutlich ein Trainingsanzug aus dem zweiten, wenn nicht sogar ersten Weltkrieg. Affenzahn muß unbedingt noch inhalieren, also ans Ende des Bahnsteiges, in die Raucherzone (und das im Freien). Hunderte von Läufern lümmeln auf dem Bahnsteig herum, als ein Zug mit zwei Wagen dahergeschlichen kommt. Heilloses Gedränge, Affe und Power natürlich die Letzten, da sie in der Raucherzone, weit ab vom Schuß, gewesen waren. Die schon früher zitierte Tokyoer U-Bahn ist ein Urlaub dagegen, was jetzt ablief: quetsch, drück, Brüllen, Schreien, Blut floß, aber beide Traumtänzer noch drin. Powerschneckes rechter Fuß berührte die nächste halbe Stunde nicht mehr den Boden, es war kein Platz da, linker Arm hochgehalten, um die Lufthoheit abzusichern (also für ein wenig Luft zum Atmen), den Rest des Körpers dazu verwendet, andere Menschen mit Kraft und Spucke vom Leibe gehalten (um nicht erdrückt zu werden), usw. Alle sind klatschnaß geschwitzt, sogar die Scheiben schweißgebadet. Obwohl man lebend rauskam, war fast die Hälfte der Energie schon bei der Anfahrt verbraucht.

In dem verdammten Vorort dann, einen km etwa zu Fuß zum Start. Kein Problem, die ganze Straße war gesperrt. Unterwegs sah man 3 (in Worten: drei) Dixie-Klos, natürlich mit ca. 100 Meter Schlange davor. Na, da werden doch noch mehr kommen. Dann erreichte man das hintere Ende der Startstraße, Block E. Obwohl Karstadt-Schilder mit “WC” drauf aufgestellt waren, waren keine Toiletten da. Auf der linken Straßenseite lag ein Sportplatz mit einem Sportheim - und Toiletten - aber nur zwei (die sowieso laut Platzwart eigentlich nicht geöffnet werden sollten). Fünf vor zehn schickte Powerschnecke Freund Affe weg, damit er noch in seinen B-Block kommen konnte. 28 Sekunden vor zehn betätigte Powerschnecke die Klospülung und flitzte was das Zeug hielt noch raus. Keine Chance, kein Durchkommen mehr in den C-Block, die Leute machten dicht - also Start unter den E-Leuten. Was sieht man während des zehnminütigen Gehens zur Startlinie: Dutzende von Dixie-Klos auf dem Gehsteig neben Block B und noch mehr neben Block A. Super, dufte - alle unbenutzt.

Jetzt galt es, nach vorne zu kommen, da die E-Schleicher tatsächlich schlichen, schätzungsweise Achter-Schnitt. Kaum ein Durchkommen, 6 Leutchen nebeneinander, wie es die “2. Jugendmannschaft im gemischten Kampfstricken Heiße Nadel” oder das “5. Altherrenteam im Tischfußballclub Tipp-Kick” oder sonstige Knackfrösche ja gerne beim Marathonlaufen machen, bilden undurchdringbare Wände. Nichts dagegen, dass alle mitlaufen, nur durchlassen sollten sie einen. Wenn mal eine Lücke sich auftut, nichts wie durch und weiter im Slalomhüpfen. An Laufrhythmus ist nicht zu denken. Zudem wird’s schon bullig heiß - Puls also in der roten Zone. Die Straßen sind eindeutig zu eng bei solchen Läufermassen für’s Überholen oder gar schnelleres Laufen. Zwischen 7 und 9 km in etwa ist die einzige “große” Steigung - ein echter Witz: eine einspurige Straße, links und rechts durch Leitplanken unüberwindbar begrenzt - und wieder die Trupps von ich-Hausfrau-kann-auch-Marathon-laufen-Typen, die partout in Angriffsformation wie einst die römische Armee unter Cäser in einer Frontreihe den Berg hochkriechen - nach dem Motto “an-mir-mußte-erst-vorbei-wenn-du-gewinnen-willst”. Unter Einsatz des Lebens hüpfte Powerschnecke dann einmal zwischen Leitplanke, Bordstein und 4-Zentner-Frau von der “Laufgemeinschaft Auch-Hinkelsteine-dürfen-laufen” nach vorne - Kommentar: “Mußt Du Verrückter hier überholen?”. War aber nur ein Meter gewonnen. Weiter ging’s im Schleichschritt, einfach zu viele Schäfchen für die schmale Straße, die da blökend den Hügel hochtrampeln. Dann nach links durch das Opelwerk, jawohl eine Werkshalle - als Gag angekündigt, aber so toll nun auch wieder nicht. Zumal am Ende der Halle ein Werkstor von ca. 3-4 Meter Breite lag, durch das sich die Menge erst mal durchquetschen mußte - Resultat: stehenbleiben, warten, per Hypnose den Uhrzeiger anhalten.

Also, die ersten zehn kms waren schon ein Desaster, was die Anstrengung, Schwitzen, Nerven usw anging. Jetzt erst einmal abwärts mit mehr Platz - auf geht’s, die unter 2 zur Halbzeit muß doch noch zu holen sein. Es gab so viele Läufer, man konnte auch an den Verpflegungsstationen keine Zeit gewinnen, da an Durchlaufen oder Vorbeilaufen angesichts der stehenden oder gehenden Massen nicht zu denken war. Endlich biegen bei km 20 die Halben nach rechts ab - goodbye und auf Nie-Wiedersehen (das ist bös - also streichen). Luft, Luft, Luft - und endloser Platz. Neue Gemeinheit: ab jetzt für die nächsten kms voll in der knalligen Sonne, kein Lüftchen, schwül. Bekanntermaßen “killt” Hitze und Schwüle kleine arme Powerschneckchen. Ach, zum Teufel, keine Lust mehr, wozu das Gehetze, zu heiß, nicht mein Tag.

Irgendwo in den 20er kms gab es einen Powerbar-Stand mit den flüssigen-Powerbar-Säckchen. Am Ende des Standes stand eine Frau und kotzte, was es zu kotzen gab: sah nach Powerbar-Brühe aus. Ganz Kavalier opferte Powerschnecke den soeben eroberten Becher Wasser. Und es wurde noch heißer. 10 km weiter rechts ein Notarztwagen mit Blaulicht und zwei Krankenwagen, 5 bis 6 medizinisch sich gebärdende Menschen um eine Bahre auf dem Boden herum. Gottseidank, trotz der Präsenz des versammelten Pathologie lebte der Läufer noch, er bewegte zumindest den Arm. Bei km 35 dann eine Pause: zwei Becher Coca-Cola, zwei Becher Wasser und zum Nachtisch noch zwei Becher Apfelschorrle - Rülps, das tat gut. Ab ging’s zum Schlußspurt - ehrlich! 1-2 km vor Schluß dann noch den größten Radau von den Seiten: Trillerpfeifen und Ratschen und gegeneinander geschlagene Plastik-Minibaseballschläger: das machte Eindruck. Zieleinlauf in einer schönen Menschengasse, links und rechts Gitter zum Abhalten der übermütigen Menge. Entgegen der Laufrichtung stürzte aus dem Ziel ein Kamerateam (zwei Mann, eine Riesenkamera und ein Riesenmikrophongalgen) auf Powerschnecke zu - aber nicht doch, das wäre nicht nötig gewesen. Von wegen, gleichzeitig kam aus dem Lautsprecher: “Da kommt unser Oberbürgermeister (von Essen) ins Ziel - was für eine Leistung!”. Ist es für den schwieriger als für kleine schwäbische Hutzelmännchen? Man hätte den TV-Fritzen ein Bein stellen sollen.

Schöne Medaille von netten Mädels, Finisher-Shirt von grantigen Lastwagenfahrern, Tasche zurück von herumflitzenden Schülern. Die mobilen Duschen waren dieselben wie im geliebten Hamburg; entweder gibt es davon ein zweites Exemplar oder sie fanden schnell ihren Weg nach Essen. Der uralte Norbert Schmidtsche Indianertrick (siehe Hamburger Bericht) funktionierte nicht: zuerst einseifen und dann duschen, dann muß man nämlich drunter - es war trotzdem kalt.

Der Tag wäre nicht komplett gewesen, wenn nicht noch die Zugrückfahrt von Essen nach Dortmund eine neue absolut geniale “Sardine-in-der-Dose-Erfahrung” und ein unvergessliches “einer-geht-noch-rein-Abenteuer” gewesen wären. Zuvor hatten die Essener noch ihren Spaß daran, Powerschnecke auf einigen Umwegen zu Fuß zum Bahnhof zu schicken. So sind sie, die Ruhrpottler - immer lustig drauf.

Und das noch zum Schluß: Affe hatte natürlich nicht stundenlang auf die lahme Schnecke gewartet und war in seine Züge gehopst. Er schickte noch folgende SMS: “He Power - wie ist es denn gelaufen - von wegen flach - bei mir ist nur ne 3:37 geworden - Gruß Affenbande”. Nur 3:37 h, diese Riesenrotznase - na warte, haste Glück gehabt, dass Du Dich nicht in Hannover am nächsten Sonntag zu starten getraut hast, Jüngling muß ja unbedingt nach Düsseldorf. Bernd Gaemlich war nie zu erblicken gewesen - er läuft ja für gewöhnlich im gelben Posthemd, äh, 100 MC-Hemd, und ist dank einmaligem Laufstil und Masse und Gelbheit schon von weitem zu erspechten. Er nagelte eine 4:30 h fest - seltsamerweise lagen zwischen Brutto und Netto-Zeiten nur 33 Sekunden, der Mann muß sich in den A-Block geschummelt haben - vielleicht wollte er in der ersten Reihe zwischen den Schwarzen starten und die haben in ein paar Reihen nach hinten geschubst.

Fazit: nochmals Dortmund im nächsten Jahr? Ähhhhhhhhhhhhh, schau mer mal. Die Chaoten wollen nächstes Jahr noch eins draufsetzen: neue Weltpremiere, zwei Marathons gleichzeitig im Osten und Westen gestartet, Ziel von beiden in Essen. Oj, ob das man gutgeht? Aber den Essenern könnte man im Oktober doch noch mal beim “Rund um den Baldeneysee”-Marathon eine Chance geben.

Bis zum nächsten Mal
Grüzi
Eure Powerschnecke


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