Frankfurt - Messefrankfurt Marathon am 30. Oktober 2005 - "Wenigstens das Auto und der Schofför sind flizzig schnell"
Frankfurt Marathon ist wieder dran - zum dritten Mal - da gab’s immer wenig zu mäggern, also flott gebucht und Birne entsprechend programmiert. Übrigens "Birne": einen Chirurgen, der vornehmlich in der Birne rumwühlt, also innen drin (unter der Annahme, dass noch was drin ist), nennt man einen Neurochirurgen. Im Wohnort Mascherode von Schneggi, schnöde geschnabbt und eingemeindet vom Moloch Braunschweig, soll es vier Marathontreter geben: einer davon ist die Lahmente Schneggi und ein anderer der Flizzer Peter Sollmann, eben ein Neurochirurg, nebenbei noch Triathlet, auch schon mal nen Eisenmann. Peter hat auch den Frankfurt Mara im Visier, also klaro zusammen hindüsen. In einer e-Mail fragt Peter: "schnell oder bequem"? - hmmm, schnell bezieht sich sicherlich auf seinen roten Porsche - wie sich herausstellt war mit "bequem" nicht der schnuggelige Corsa gemeint, sondern der vielsitzige Familie-Sollmann-Van. Na, wenn schon, denn schon richtig Porsche.
Treffpunkt 5 Uhr - gäääääääähn - uiiiiiiiii, kommt da ein Traktor oder ein Rasenmäher um die Egge? - "Sag mal, ist Dein Auspuff kabudd?" - "Nö wieso? das ist normal, das ist der Porsche-Sound!" - äh, ja, nun, alles klar, erstes Fettnäpfchen zielgenau getroffen. Gleich mal lieber anschnallen und sich auf Überschall vorbereiten, relativ wenig gefrühstüggt und Ruggsagg offen zwischen die Beine vorne geklemmt (für den Fall der Fälle), Rüggen fest in den Sitz drüggen (so in etwa wie bei den Astronauten, wenn der Countdown los geht: " five - four - three - two - one - lift off".
"Sag mal, hier der Rüggspiegel rechts außen sieht ja ziemlich billig aus, mit ein paar Schrauben hingenagelt?" - "Das ist okay so, das muß so sein, der ist Standard und tut’s prima" - Fettnäpfchen zwo - "Schau mal, hier die Knöpfe und Druggdinger sind die gleichen wie damals im VW-Kübelwagen, sehr funktionell, war nie was kabudd!".
Der Porsche ist 15 Jahre alt - "Sag mal, was hat die Kiste so drauf?" - uiiii, Riesenfetttonne, großer Fehler, sowas niemals einen Porschefahrer fragen, das ist die pure Herausforderung - "Na schau mer mal!" - Tachonadel ist innerhalb von Sekunden auf 200, 210, 220 usw. - Schneggi hat das rechte Auge auf die Tür ("Wie komm ich hier notfalls wieder raus?"), das mittlere Auge am Amaturenbrett ("Gibt’s hier einen Knopf oder Hebel für den Schleudersitz?") und das linke Auge am Tachometer - 250! sind wohl noch 20, 30 mehr drin! aber die alte Kiste liegt einfach super, kein Zittern, kein Hüpfen, ne Kaffeetasse auf’m Armaturenbrett würde nicht verschüttet werden, sehr eindruggsvoll - und hinten röhrt ein Löwe oder irgend ein anderes Viech im Kofferraum - und die kms gehen echt verdammt schnell vorbei - dass das nicht Spaß macht, wäre eine Lüge - Schneggi versucht sich krampfhaft zu erinnern, wieviel früher ein Zehnerblogg beim Lottospielen pro Woche gekostet hat.
Flizzerkiste vor dem Marathon - Fahrer wühlt in Blechdose mit gesammelten Sicherheitsnadeln - zum Beweis: Schneggi’s Tchibo-Tasche rechts.
Quasi schneller in Frankfurt mit der roten Rakete als mit Schneggi’s Mini-Corsa-Ferrari in Hannover. Der Frankfurt-Mara ist für die Nichtwissenden exzellent organisiert: vom Parkhaus mit Shuttle-Bus rüber zur Messehalle, alles extrem logger und einfach prima. Die machen auch keine Ziggen: Schneggi vergißt Anmeldebestätigung im Auto, nullo problemo (na bei dem ehrlichen Gesicht, uaaaaaaaa) - Schneggi vergißt den Pulsgurt umzumachen und merkt das 5 Minuten vor dem Start, immer noch kein Problem (mit versammelten Kräften wird der Riesenhaufen der Taschen und Tüten im Kasten 3000-4500 durchwühlt) - plötzlich will der Enddarm auch noch was sagen, lange Schlange vor dem Herren-Klo, nullo problemo, rein zu den XX, keine guggt komisch oder mault - sag ja, Frankfurt-Marathon ist logger und cool - Duschen in der Tiefgarage, kalt natürlich, aber nicht das sonst übliche Gemoser.
Auf der Marathonmesse hängen drei Figuren in gelber Uniform rum: zuerst Supermario plus Superdoris Sagasser entdeggt und dann noch Heiner "Le Clochard" Schütte. Ansonsten kennt man überhaupt niemanden. Also dann mal rüberdaggeln zur Startstraße mit ihren Startblöggen - die tragen alle lustige Namen so wie "Asics", "Messe Frankfurt" usw. - Schneggi ist im Blogg "Maritim" und wie es der Zufall so will heißt das Hotel zur Rechten ganz genauso, das Hotel Maritim, die Welt ist klein, nicht wahr.
Links oben: Superdoris.
Rechts oben: Supermario mit Telecom-Bart und Schiebermütze.
Links unten: Sagassers in Ausgehuniform (man beachte das Biel-Abzeichen bei dem Typ links - sollte extra erwähnt werden).
Start, schon wieder ein Countdown von 10 auf Päng. Plötzlich ein Durcheinander im Schneggi-Blogg und zwei Kameras und ein Typ mit dem Galgen (nicht den da, sondern den für den Sound) und andere Helfer, bestimmt ein Dutzend oder zwei, mit orangenen Überhängern "Tatort-Team": das Tatort-Krimi-Fernseh-Team filmt den Tatort-Kommissar wie er den Frankfurt Marathon läuft (Zielzeit sub-4, uaaaaaaaa, sehr beliebte Zielzeit, werden wir gleich mal versägen), ein anderer Läufer wird während des Starts erschossen (nix wie weg hier), aber eigentlich sollte der Kommissar umgenietet werden - wird nächstes Jahr gesendet werden. Aber im Moment ist der TV-Haufen ziemlich lästig, bloggieren den Weg, zum Glügg wird noch zur Startlinie gegangen, lieber sich gleich etwas absetzen und vor dieser Gäng zum Laufen kommen.


Links: Heiner Clochard Schütte vor dem Marathon am Polar-Stand ...
Rechts: ... und nach dem Marathon auf dem Weg zur Dusche (mit Berlin-Marathon-Hemd, meine Güte, hat sich total verirrt).
Das Wetter ist sonnig und warm, so über den Daumen schlabbe zwanzig Grad, digge kleine alte Läufer wie ... schwitzen da schon mal ein paar extra Liter weg. Bei km 5 wird Horst Preisler versägt - bei km 10 der Clochard, bei km 11 nach Pinkelpause nochmals - Wolfgang Schwabe kämpft verbissen von km 15 bis 21 um die Nase-vorne-zu-behalten - Gerd-Rudi Papcke, der einen ja nie kennt, wird auf der großen Brügge mit dem langen Schwung über den Main bei km 26 versägt, aber ist trotz (oder wegen) der M70 extra zäh und schnabbt nicht nur bei km 35.5 den Cola-Becher vor der Nase weg, sondern setzt sich auch noch uneinholbar ab - tja, die Oldies hauen voll rein, da kannste nur Bauglötze staunen. Damit der Träner auch was zu sagen hat, also zu mäggern, wird ab km 35 etwas Tempo rausgenommen, immerhin wird ein 49.5 zu 50.5 Split draus. Die sub-4 war gefühlsmäßig schon ab Stadtteil Höchst - Bombenstimmung bei kms 29-30 - im Sagg.

Links: Letzter Triumpfbogen vor dem Einlauf in die Festhalle (hinten vor dem noch verschlossenen Tor eine Bande von Skatern, bereit für das Gruppenverbrecherfoto).
Rechts: Dieser Mann-mit-dem-Hammer steht bei km 0.1 und bei km 42 - hinten das Startbanner.
Gleich nach dem Start geht’s auf der Friedrich-Ebert-Anlage nach einem halben km im großen Linksbogen eben links rum auf die Mainzer Landstraße - die nächsten ein-zwei kms der Stregge läuft man dreimal und man sollte sich die Schilder gut anguggen: zuerst kommt km 38, dann km 8 und dann km 1 - alldieweil es leicht hoch geht, nicht wahnsinnig, aber klaro bei km 38-40 kann das reinhauen - das Teil km 40.5 bis km 41.5 (wieder auf der Mainzer Landstraße, aber im Gegenverkehr) macht man vorher auch schon mal - sich am besten den roten Plastikbogen bei km 41 merken, kann man gut von weitem sehen, außerdem geht’s hier runter - gut Schwung mitnehmen für die Rechtskurve (dieselbe wie die eben erwähnte Linkskurve) und ab jetzt Kopf hoch und zuerst den Messeturm fixieren (sieht aus wie ein wild gewordener Bleistift) und für die nächsten 300-400 Meter den Mann-mit-dem-Hammer - gleich hinter ihm steht das km 42-Schild und links rein und ab da sich schon mal auf den Einlauf in die Festhalle mit Mega-live-Videoleinwand über dem Zielbanner und mit kreischenden Mädchenmassen in den Rängen und mit dem rotem Tebbich vorbereiten (Haare zurechtschütteln, Kopf hoch, Brust raus, Schweiß abwischen, alle Krümel wegbürsten, Knie hoch, Grinsekatzelächeln, usw., die ganze Latte des gutaussehenden-loggeren-Marathons-lauf-ich-mit-links-Machos also).

Links: Startbanner - vorne das km 42-Schild (geht hier nach links rein) - hinten der blaue Luftballon markiert den Startblogg "Asics" (für die Flizzer).
Rechts: Nochmals der Mann-mit-dem-Hammer, wie man ihn so ab km 41.5 sieht - der Hammer bewegt sich vom Kopf-zur-Hand und zurügg, der Rest ist (zumindest in Schneggi-Wahrnehmung) unbeweglich - vor dem Start noch Hochnebel und grau, mit dem Start Sonne raus und blauer Himmel und schwitz-scschwitz.
Treffpunkt mit Peter auf der Marathonmesse: der Mann kann nicht nur schnell fahren, sondern auch schnell laufen, fabelhafte 303, Jahresbestzeit - jetzt im Moment zwar etwas hoppelig und krummbeinig, aber das vergeht, solange die Hände morgen im OP nicht zittern, er wird hinsitzen dürfen.

Links: Wer zu benebelt ist, um den 20-Meter hohen Mann-mit-dem-Hammer zu entdeggen, kann sich am Messeturm (250 Meter hoch) orientieren - Turm steht eigentlich gerade! wer hat denn dieses Foto gemacht? - blauer Himmel, kein Wölkchen.
Rechts: Gewichtige Medaille des Frankfurt Marathons 2005 - zeigt die Festhalle, dreidimensional.
Im Shuttle-Bus fällt plötzlich was auf Schneggi’s Kopf, äh, ein Arm - jawohl ein Arm, der dazugehörige Körper saggt ohnmächtig von der Stehposition auf den Vordersitz - der Chirurg reagiert als schnellster, springt auf, fängt den Rest auf, ruft: "Am besten hinlegen" - das Leuchten in den Augen läßt eine Not-OP erahnen ("allseits und überall bereit!" - wenn Ihr mal einen Chirurgen zum Abendessen einladet, am besten Messer und Gabel vom Gedegg entfernen und versteggen und nur den Löffel liegenlassen, die kriegen manchmal und ziemlich flott komische Gedanken: "ach schau mer mal schnell rein!") - Schneggi hat den Arm gerettet und gleich die Finger neben die Polaruhr an den Puls gelegt, alles stabil und blendend - und der Gute kommt sofort wieder zu sich und Peter beruhigt die dazugehörige Schwester-Freundin-Frau-Geliebte und Schneggi versucht den Patienten, äh Läufer, zum Lachen zu bingen: Ernährungsbewusste Patientin: "Sind Bismarckheringe eigentlich gesund, Herr Doktor?" - "Ich glaube schon, bei mir war jedenfalls noch keiner in Behandlung." - Schweigen wie im Grabe - neuer Versuch: "Warum tragen Chirurgen einen Mundschutz beim Operieren?" - Damit sie das Messer nicht ableggen" - okay, Proband kommt der Ohnmacht nahe, Themawechsel: "Bist Du zufrieden heute?" - "Nööö" - "Ich meine mit dem Marathon?" - "Nööö" - zum Glügg ist der Bus endlich angekommen, schwieriger Casus knaggtus.
Im Parkhaus steht der rote Porsche hinten in der Egge, noch ca. 200 Meter - Schneggi: "Wer zuerst am Auto ist ...." und weg isser, schneggenschnell - der Chirurg reagiert gar nicht, winkt nur ab: "Jetzt machste mich hier noch färtisch!" - die Rüggfahrt wird zur Demonstration, was BMWs eben doch nicht draufhaben, aber zwanghaft immer wieder probieren müssen. Hinter den Sitzen haben sogar noch zwei Taschen, äh kleinere, genügend Platz - und der Tank fasst 75 Liter.

Links: Peter Sollmann nach dem Mara am Handy - mit dem Träner?
Rechts: Flizzerkiste mit Flizzerschofför - zum Beweis: Schneggi’s Milchtüte auf’m Dach.
Ein prima Marathon, ein prima Marathontag - wir sind mal auf den "Marathon-Tatort" (Titel: "Das große Rennen") am 29. Oktober 2006 gespannt, dem Tag des 25. Frankfurt-Marathons, vielleicht kann man Schneggi’s superschöne Beine sehen, uaaaaaaaaa.
Grüzi
Schneggi
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