Fröttstädt – 4. Thüringen Ultra, 03. Juli 2010 – “Am heißtesten Tag des Jahrhunderts rennen die Beklobbten Hundert Kilosmetros – Bandidos locos – Vierter Stern, juhu”
Die Story mit dem Stern ist ne Endlos-Story und ziemlich cläver ausgedenkt und bevor man sich das Gehirn verrenkt, ist das ne klare Sache, nach Froschhausen zu düsen und die Hundert über Stogg und Stein zu geniessen.
Freitag Abend

Froschhausen als Ultra-Kurort – die Weltstadt hat 403 Einwohner (im letzten WikiWiki-Eintrag von Dezember 2009), womöglich sind in letzter Zeit noch welche rechtzeitig abgehauen, äh unerlaubt weggezogen – auf jeden Fall verdobbelt sich die Nasenzahl an diesem Wochenende um ein Vielfaches, wenn sich sogar zweefach.

Die Wiese ist voll und voller, oller und toller als sonst.

Ah ja, hier sind wir richtig: Ultras beim Biertrinken, vorher, Nobby aus Marburg mit der Loggenfrisur, sogenannter Rentner-Afro – die Berliner aus Berlin Bettina und Andreas haben Bananen gemopst.


Hoppelchen und der Lehrer mit dem charakterstarken Kinn wollen ihre Rest-Plakate für den Badewannenlauf verhökern – Hoppelchen: “Eigentlich ist der Preis Eur 20, für Dich MMsche sind es heute nur 10!” – Nobby meint: “Ey, Ihr Halsabschneider, mir habt Ihr noch 15 dafür abgeknöpft!”.

links: Bernd, der Markierer und durch-die-dunkle-Nacht-Harakiri-Mann, er saust auf nem Quad ab 2 Uhr nochmals die Stregge ab – wieder spitzenmäßig markiert, wird jedes Jahr noch besserer und besserer.
rechts: Thorsten, auch vom Lauffeuer Tiem – nach kurzer Nacht stehen die Haare wie Zwerge zu Berge.

links: Gabi Werwolf bei der wolfigen Arbeit – morgen in ner Zweierstaffel, sie wird die Eins sein.
rechts: Diese zwei, TomTom aus Menden und der faselige Norbert aus Münster, wie immer beim Futtern wie bei Muttern.

links: Ewald meint: “Du siehst aber alt aus – seit dem DL07 biste aber echt gealtert!”.
rechts: Unbekannte Mieze, will nicht fotofiert werden, Zigge!

links: Marianne nachdenklich – war das ein Fehler nur für die 75 km gemeldet zu haben?
rechts: Der Mann mit dem Fünf-Ziegen-Hemd, schon mal vor Jahren fotofiert und er hat uns draufhin informiert.

Ralf, der sonnige Boy – Christian im Hemd passend zum Auto und passend zum Sponsor, ach so, is ja der Gleiche.

Die Pozzblizzer Flizzer MM und Äberhard vom Ohnesorge Gartenverein – Matthias rechnet frenetisch und energetisch, wie viele Jahre er wohl brauchen würde, um so einen Monsterbart hinzukriegen.

Michael mit dem Riesenlachen – nach Biel vor 3 Wochen wieder auf derselben Matte wie Lahmsogge.

Olaf aus Nürnberg sagt schon mal, wo`s lang geht und wer hier das Sagen hat – “Ah, da drüben sucht einer Händel, wunderbar, bin ich dabei!” – Schneggi: “Ich auch! bin in der Schläger-Ausbildung, benötige Praxis und Praktikumsplatz”.


Peter der Große, äh Old Män, und Kerstin sind begeistert vom vorbereiteten Laufdräss!


MM pustet die neue Isomatte für extra flauschiges Liegen auf – dieses nutzlose Stügg Stoff könnte auch eigentlich wech! wech damit!

Matthias, der Nachbar, fragt sich, wie er da reinkommt und vor allem wie er sich umdrehen kann.
Samstag – prä-Start

links: Um 330 hängen die Ersten im Rästaurang des Sportzentrums herum, hier einer der noch relativ wachen, bewußt handelnden und fast ansprechbaren Schlabbohren, Karl-Wolfgang.
rechts: Oho oho, auf frischer Tat ertabbt – dieser Nobby, also nein, einer der Fünfundsiebziger, die zwei Stunden später bei km 25 starten werden – was will der denn hier? hat sich reingeschlichen und futtert den Helden die Brötchen wech! diese Marburger, Gesindel!


Es wird eifrig gefilmt – geschwätzt wird ziemlich wenig, komisch!

links: Der Andrä aus Leibzisch strahlt.
rechts: Der Tatu-Mann – am rechten Handgelenk zwischen den Tatus ist der Transponder-Tschibb versteggt.

Da bleibt selbst Pozzblizzern und Berlinern die Spugge wech.

Der Rennsteighunne aus Eisenach, Holger, mit der Spatzadlon-Angeber-Mütze – Kolibri Michael is och dabei.

Im Gegensatz zum brächtigen Stuttgarter Gerhard weiß sich der kupferne Jörg aus Gotha sehr gesittet zu benehmen.

Alte Kumpels von Deutschlandläufen: Jörg aus Unna und Jürgen vom eggigen Sulz.

Rennsteighunne Holger und ich-trage-immer-dasselbe-Hemd-Thomas (oder ich-habe-nur-ein-Hemd) zertreten Glühwürmchen – Uli, der einzige Freund des Rennsteighunnen, muß auf Holger aufpassen und darf nix verpassen – Uli prägt den Ausdrugg: “Das ist der Glutstern” (für den neuen Stern uffm Hemd).

Olaf mit dem Handtuch macht noch seine erotischen exotischen Übungen und als Laufschuhfetischist fotofiert er noch schnell alle herumstehenden Laufschuhe – die weißen Turistentreter zu seiner Linken ignoriert er.

Gerade noch Geplabber Gezabbel und Gesabber – dann schnell umdrehen – ne von Sülvester übrig gebliebene naß gewordene Feuerwerksrakete versprüht sich und das ist der Start.
Samstag – das Geschleiche

Zuerst wird wieder Froschhausen in Schutt und Asche niedergebrannt, damit diese Pfeiffen ihren Weg finden – für die dunkle Stregge außerhalb der Großstadt mussten alle Fahrradler ihre Rügglichter konfiszieren lassen, unter Androhung von Strangulieren und Eviszerieren, äh nätürlich totalemente freiwillig.

Heut wird`s früher hell als früher – nu kenna mer dem gelben U folgen – vor der ersten Station wollen Döspaddel aus Hamburg nach links in den Wald hoch wetza: “Ey, falsch, Ihr Pfeiffen!” – “Aber da unten auf der Straße ist doch ein Pfeil!” – “Ja, aber der Pfeil ist grün, Ihr Grünhörner!” – verdammich, wenn man nicht auf die Kinder, diese Plagen, aufpassen täte.

Schneggi bis km 8 Letzter, die rennen heut wieder los, als ob sie alle vor dem Fußballspiel um 16 Uhr ankommen müssten – Günter aus Buxtehude wird eingeholt, grinst sogar, aber schwitzt schon gewaltig, is auch verdammich schwül – “Ey, wie sieht denn Dein rechter Arm aus?” – “Gestürzt!” – “Sieht übel aus, aber wenigstens nicht auf die Fresse, so nen rechten Arm brauchste eh nicht mehr, wech damit! nur Ballast!”.

Christine ist ab jetzt Vorletzte, juhu – die Profi-Fotomenschen heute wieder in Scharen unterwegs.

In der ersten Dunkelheit bahnt Horst den Flizzer mit Licht den Weg – er kennt sogar Hasihumpel mit Vornamen.

Erste Station, ein Meer von Bechern, sogar ordentlich beschriftet, perfetto. 

Jetzt geht`s richtig rauf – und schwül – die Sonne kommt raus, der Inselsberg erstrahlt.

Die Staffler fangen an zu überholen, Viererstaffler und Zweierstaffler, ne Stunde später losgelassen.

Selten, dass solche Menschenmassen zum Jubeln ab- und hingestellt werden.

Rennsteige in alle Richtungen.

Perfetto markiert – sogar diese junge Birke wurde nach unten gebogen, damit man den Bändel besser sehen kann – trotzdem Augen auf, hier wäre Fressraupe beinahe geradeaus statt rechtsrum gedaggelt und gewaggelt.

Verwirrende Indianermarkierungen, einfach ignorieren.

Wenn nicht immer die Schlabbohren von hinten soviel Drugg machen würden und das Versägen androhen täten, könnte man doch glatt ein paar schöne Blümchen fotofieren.

Über solche Wege und Passaschen wird man hier gejagt, kruzidürken – zur Belohnung wieder eine Station, müsste so km 29 sein, man trifft immer dieselben Pabbnasen, Mieze Annette in hellblau und Pirat Bodo in schwarz.

links: Welch eine Idülle!
rechts: Die Freunde von Lahmsogge, heute kommt aber keiner zum Tach-Sachen, Saubande, äh Wildsaubande!



Jede Gelegenheit, die Kamera und zuerst den Bligg schweifen zu lassen, muss genützt werden, bringt wertvolle schnaufende Pausen - näxte Station – “Ey, wird man hier nicht bedient?” – wenigstens Peter nimmt Lahmsogge wahr, wartet auf Gabi als die Eins mit ihm als die Zwei in seiner Zweierstaffel.

"Grenzwiese" kommt bekannt vor und "Mommelstein" hört sich auch subba an.

Ab jetzt muß jede Wasserquelle genutzt werden, zwei Handvoll über die Birne, zwei Handvoll über die Arme, die letzte Handvoll in die Klabbe.

Harte Arbeit am Gänsberg – und die machen das freiwillig und ohne Bezahlung oder sonstige Vergütung, grandioser Einsatz.

Endlich mal Zeit für a bisserl Gümnastik - streggen und dabei nicht verreggen.

Die Kamera-Uhr sagt zehn, schon mächtig heiß – der Zweierstaffler in gelb ist och schon ziemlich färtisch.

Och nee, heut nicht noch die etwa 300 Metros, nee, macht ja mindestens 500 Metros hin- und zurügg.

“Euch sehe ich mit Vergnügen, seid gegrüßt, dann weiß ich, ab jetzt geht`s 5 oder mehr Kilosmetros runter!” – die bewachen die überteerte Bahnstregge.

Wegen Steinschlaggefahr ein kleiner Umweg heute, also kein Durchflutschen unter dem Viadukt oder Aquadukt oder was auch immer.

Was hier alles los ist? – er lässt eher an nen Turisten denken, ist aber durch den Transsponder am rechten Arm entlarvt (hat vorne auch ne rote Nummer druff).

Rumflatternde Kolibris, Miezen auf Mountainbikes, mehr los hier als uffm Hauptbahnhof in Berlin, zefix!

links: Die Hälfte bei km 51, im Stadion, in Bruthitze, am Stand nicht auszuhalten, nix wie wech! Problem: jetzt kommt der Hammer.
rechts: Färtische Läuferin oder färtische Anfeuererin? platt und uffm Boden, mit der linken Hand aber noch klabbern und Radau machen, bravo!

Harte Nummer, heiße Nummer – 5-Ziegen-Mann und Kolibiri denken wohl das Gleiche.

Schnell wech aus dem Baggofen – “Ey, Radler, gehörst Du zu uns? is Dir och so heiß?” – “Ja, was denkst Du denn? meinste ich friere?”.

Jedes Jahr und auf allen Naturstreggen die gleiche Scheiße: und das 100 Meter nach der Station – okay, das verlorene, intakte Dingsbums war wohl keine Absicht.

links: Von km 51 rauf auf km 56 is die härteste Schose hier – zum Glügg sitzt Olaf (mit Handtuch) bei der Ankunft dort auf ner Bank und bietet Bier an, genau das Richtige – die Wanne Wasser ist auch goldwert.
rechts: Weiter gedaggelt im Tran, letztes Jahr war hier auch der Tiefpunkt am höxten Punkt – bis zum näxten Brunnen geschleppt - Ingo aus Brandenburg verpasst den nötigen Tritt in den breiten Hintern.

Müssen die hier auch noch durch die Gegend sausen? - wie ersichtlich, die Laune und Stimmung und Moral auf dem Tiefpunkt – jetzt kommt die Rettung: erstens, ah die Ebertswiese kündigt sich an, das sind doch schöne Erinnerungen – zweitens es geht einiges bergab – drittens, für eine halbe Stunde, unglaublich, Wolken verdeggen die brüllende Sonne, ein leises Lüftchen weht – boah, das ist der Fingerzeig: los jetzt, olle Lahmsogge!

Was man so alles auf der heute leeren Ebertswiese findet – vom Rennsteig Subbamara oder von heute übriggeblieben? oder von extracurriculären erotischen Abenteuern mit dampfenden Ungeheuern?

Nachdem hier von der Ebertswiese wech früher schon etliche Treter wie beim Rennsteig Subbamara geradeaus statt nach links getrottelt sind, jibs hier die totale Über-Komplett-Mega-Markierung, alles ist markiert – die Radler wundern sich, was hier los ist: "Die spinnen, diese Läufer!".



Es lohnt sich in der Tat, der Markierung zu glauben und nicht geradeaus berghoch, sondern links nen Trampelpfad runterzutrampeln und zu hampeln, das ist eins der schönsten Teile.


Wie gesagt, der fast schönste Streggenteil – Problem: sehr weit zwischen Station km 56 und dem näxten Ort, gut auftanken ist ratsam, oder ne neue Verpflegungsstation sich selbst verschaffen.

Kurz vor km 64, am Eingang der Stadt Tambach, noch vor dem Schwimmbad, ist rechterhand dieses Cafe, wo Olaf wartet und winkt, zu verführerisch um nein zu sagen.

Wie man sieht ist Olaf schon ne Weile hier und hat auch die Sitzkissen bereits vorbereitet.

Der spendierte Eiscafe mit Sahne wirkt Wunder, temporär – auf jeden Fall muß Hasihumpel erst mal auf`n Boden liegen, während die anderen abhauen: “Dann lassen wir liegen, den wird schon einer finden!”.

Na na na, km 64 ist hier, nicht die Hälfte – auf`m großen Platz jibs wieder Bier, aber nicht mehr hinliegen, nicht hinsetzen, zu gefährlich.

Mit Olaf einfach 4 Kilosmetros wandern, is och okay, hugivesaschitt? – an der Station meint jemand zu Nummer 185 (Bernd): “Du siehst jetzt aber besser aus als heute morgen!” – das gefällt Olaf gar nicht: “Weißte was Läufer überhaupt nicht mögen? Wenn jemand sagt, man sehe prima aus, jeder Läufer weiß, wie scheiße er gerade aussieht und sich fühlt!”.


Die Drei von der Tankstelle wieder eingeholt – Annette (209) merkt aber ziemlich schnell, dass Olaf (13) viel charmanter, besser gebaut, intelligenter, schöner, reicher, dünamischer und vieles mehr ist als Not und Elend (58 und 194) und beschließt bei ihm dranzubleiben.

Hinter den finsteren Bergen bei km 74 überlegt Mieze Annette noch mal janz janz scharf: lieber Not und Elend auf der Bank da oder Charme-Olaf? – Hase Hansi hält sich da lieber raus und verduftet blitzartig (alles relativ natürlich, das mit dem Blitz).

Nach Friedrichroda geht`s brutal runter, is jetzt och egal, wir nehmen alles mit.

links: Am Eingang zu Friedrichroha wieder ne Quelle – Mist, extra die Straße überqueren, jeder Meter zählt – Kopf drunter, Mund auf.
rechts: Der junge Mann fragt: “Laufen Sie nach .... (nicht verstanden)?” – “Nee, wir laufen nach Fröttstädt (versteht er nicht)!” – “Kann ich Ihren Rollator ausleihen?” – “Nee, auf gar keine Fall, hau bloß ab!”.

Jetzt kommen die vielen Waschtröge und Eimer mit Wasser zum Vorschein, absolut notwendig unersetzlich fantastico – wenn die Kuh erbliggt wird, dann kann nix mehr passieren (falsch gedenkt), ab da nur noch nen läbbischen halben Mara – Charme-Olaf hat sich losreissen können und ist zu Schneggi vorgespurtet, brüllt von weitem: “1:0, Thomas Müller hat`s jeschossen!” – “Wo haste denn das her? wir kommen aus`m Wald?” – “Bin schließlich informierter Informationsinformatiker!”.



Noch ein ultraheißer Stand – pfuh, schade um das viele schöne Futter, aber nee, immer weiter immer weiter immer weiter – Olaf bleibt hängen.

links: Ja genau, da wär`s jetzt wenigstens schön kühl.
rechts: In Tabarz neben der Station am Wassertretbeggen, wo die meisten ihre stinkigen ekligen verrotteten verfaulten Haxen reinhängen – Zeit für ein Bier und 10 Minuten Pause, der zweite Tiefpunkt, einfach zu heiß – 3:0 steht es, beim gekrümmten Wegschleichen fällt das vierte Tor.
Ach noch was an dieser Stelle: es jibt ja zwee sehr ernste Beschwerden: erstens, in der Ausschreibung stand nix von der verfluchten Trebbe, die zum Wasser-reinpiss-Beggen führt, echte Sauerei – zweitens, und noch viel gravierender: in der Ausschreibung stand nix von den kühlen Winden, die es zwischen km 85 und 90 gibt, man hätte da nämlich dämlich ne Jagge mitnehmen müssen, so kühl ist es dort, also das führt beinahe schon zur ner USA-artigen Klageeinreichung!



Jetzt kommt die “Straße der Guten Seelen” – ein zwei drei Dutzend Eimer mit Wasser, Tische mit Getränken, sogar mit Bedienung - was für brave Menschen wohnen denn hier? allein deshalb lohnt es sich, bis hierher zu loofen.

links: Bligg nach links hinten - der Inselsberg flimmert in der Hitze.
rechts: Bligg nach vorne rechts – da hinten müssen wir hin - “Nicht mehr weit!” – zum Glügg ist niemand da, der das jetzt gerade sagt, das wäre übel, janz janz übel ausgegangen, brutalo.

links: Km 90, Station, man torkelt nur noch – wieder ein Bier? her damit, Becher nicht nötig!– Cola? logo! - Blumenvasenwasser, Gefrierschutzmittel, Geschirrspülwasser? subba, egal, wir trinken alles.
rechts: Die üble Sorte Plattenweg, mit Gittersteinen, pfui – die Frau links meint zu Hasihumpel: “Sie sehen aber frisch aus!” – janz ruhig bleiben! nix erwidern! einfach ignorieren! Kopf runter und schnell wech! – bevor hier noch ein Amoggläufer generiert wird.

Man hat ja die verdammten Berge und Hügel mit dem ewigen Rauf-und-Runter, die Affenhitze, die viel-zu-langen Kilosmetros und noch vielen anderen Mist – okay, wir nehmen ja alles hin, wir sind geduldig, wir sind brav, wir sind gesittet, wir maulen nicht, wir mäggern nicht, wir sagen gar nix – aber das hier, da platzt einem doch der Kragen, das ist eine reine Unverschämtheit, das ist der pure Abschaum, der tiefste Abgrund, der apokalüptische Untergang von Sitte und Moral im Abendland – ein Schotterweg mit dem übelsten Schotter, den sie nur irgendwo in Europa finden konnten, so nen Schotter gab`s seit Julius Zäsars Zeiten nicht mehr, den hamm se jefunden und hier noch zwee Tage vorher hergekarrt – und amüsieren sich jetzt jeden Abend köstlich beim Anguggen der Videos, die mit der Versteggten Kamera aufgenommen wurden, Saubande, elende – die noch-8-km glaubt an der Stelle auch keiner mehr, zu oft reingelegt worden!

Die richtige Moralspritze – der legendäre km 95 mit den Tschiergörls, der Dusche, der dröhnenden Musik, der letzten Flasche Bier, dem Lautsprecher mit dem unermüdlichen Optimismus: “... und hier kommt der lahmste aller Lahmen, der Oberpänner aus Braunschweig, drei Sterne hat er sich schon ergaunert, den vierten könnte er auch noch schaffen, eigentlich noch zwee-einhalb Stunden Zeit für 5 schlabbe Kilosmetros, aber so wie der aussieht, wir nehmen doch lieber keine Wetten an!” - als Flizzie MM die 95 passiert, natürlich Stunden und Stunden vorher, sagt jemand: "Hier 36 Grad im Schatten und 42 Grad in der Sonne, welch eine Wonne!".

Boah, immer noch vier – die elende lange Straße durch das Industriegebiet, Killer City – und diese Sonne, Mann, muß das jetzt immer noch sein, sach mal?

Am Morgen kurz nach 400 Uhr, vielleicht bei km 3 oder 4, meint Schneggi zu den Frischlingen janz hinten im Treterfeld: “Guggt mal da rüber nach links, Ihr blinden Hühner! seht Ihr die Bierreklame neben dem Windrad? das ist heute Abend dann Euer km 97! Ihr werdet an mich denken, Ihr Knaggfrösche!”.

Die letzten Hochlichter – Unterquerung der Autobahn und zurügg in Hörselgau (Nachbarort von Froschhausen) - ne Mieze auf`m Fahrrad mit dem roten Orga-Hemd kommt vorbei: "Alles okay?" und guggt besorgt - "Ja, logo, ich sehe total frisch aus, nicht wahr!" - sie sagt nix und haut lieber ab.

Nur noch eins: Ziel Ziel Ziel – jemand, der noch langsamer als Lahmsogge war, tja so kann`s gehen.

Pflichtfoto – und scherzende Kekse.

Das Ortschild haben wir doch irgendwo schon mal gesehen, eine Ewigkeit her! – das Feuerwehrhaus, der kleine Bach, noch 100 Meter, unglaublich, jetzt nich schlabb machen, reiß Dich zusammen!
Samstag – nach dem Lauf sozusagen im Ziel

links: Christian El Jefe ist der Einzige, der heute Hase Hansi versägt hat – außer den Stafflern natürlich - wie immer: wer gewinnen will, muß erst an Schneggi vorbei.
rechts: Froschmeister Gunter selbst hängt die Medaille um.

links: Erst mal hinsitzen und trinken trinken trinken – es war wohl ein bißchen staubig und schmutzig gewesen, gell!
rechts: Charme-Olaf mit dem Handtuch bringt Mieze Annette sicher ins Ziel, beinahe wären sie noch rangekommen.
Äberhard, der Pozzblizzer aus Ohnesorge gratuliert und fragt, ob Schneggi schon mal hier gewesen sei: “Mann, Du guggen hier, alle vier Sterne!” – “Oh, Entschuldigung, Herr General!”.
Sonntag – immer noch nach dem Lauf

Ab 800 Uhr Frühstügg im Sportzentrum-Rästaurang – die blauen Schörts werden stolz präsentiert.

Dietrich mit den 100 km und Marianne mit dem DUV-75-km-Hemdchen.

Peter aus Nürnberg wurde von Olaf zuvor über das Eiscafe informiert und er hat es auch alleine gefunden, markiert auf seinem Streggenplan – die Orga sollte Essensmarken für nen Eiscafe mit Sahne in den Startbeutel mit reinlegen, die man dort dann einlösen kann – garantiert das Geschäft des Jahres für das Eiscafe.

Old Män, Gabi und Kerstin müssen noch über Lahmsogge lästern – Armin aus Regensburg ist da höflicher (noch).

links: Diese Bande, die Johanniter oder sowas, hat bis tief in die Nacht hinein gefeiert (und vermutlich gesoffen).
rechts: Sven-Eric Käsetreter träumt vom Endspiel Olland-Teutonia, mit Olland als Weltmeister – ne Minderheitenmeinung hier.



Fast das neueste Modell der rasenden Feuerwehr Froschhausen – das nennt man Kundenfreundlichkeit: Zelt mit Bildschirm zum nachmittäglichen Fußballguggen für die Flizzer, die sub-12 liefen, und für die abendlichen Gugger, die sub-16:30 ruderten – Duschen und Toiletten für die Übernachter stehengelassen, Extralob – der Züchterverein der rasenden Kaninchen hat noch nicht aufgegeben, warum soll er auch.

Letzte Bligge auf Start und Ziel.
Die witzige Beute

Die Medaille mit dem gelungenen Logo, logo!

Die urige Kunde und die startende Nummer – auffällige Vereinsnamen unter den Hundertlingen: “Team Sprengkommando” – “Schnauftreff Oberursel” – Sieger heute: “Kryorunners” – bester Name für diese Hitze (kryos griechisch für Kälte).

Das Vollender-Schört mit den legendären Sternen.
Mann Mann Mann, was für ein Abenteuer für das Laufungeheuer. Fränkie schiggt ne Sims: “Bandidos locos!” – mehr ist dem nicht hinzuzufügen.
Grüzi
Schneggi
<< zurück zur Übersicht
Früherere Berichte/News:
Kommentare ...
Vergiss niemals beim Verfassen Deines Kommentars, dass auf der anderen Seite des Bildschirms ein Mensch sitzt!
Gruß Günter
Hier die 4-Sterne-Träger in der Gesamtwertung:
1 Kupfer, Jörg 37:33:15
2 Flock, Peter 37:44:01
3 Franke, Sven 40:15:33
4 Fischer, Thomas 43:27:01
5 Fischer, Bärbel 45:08:24
6 Meininger, Ulrich 45:15:16
7 Förkel, Detlev 45:42:35
8 Barthel, Mike 46:07:31
9 Frenz, Michael 47:02:54
10 Sakuth, Holger 47:13:32
11 Pohl, Mathias 47:17:45
12 Frunzke, Thomas 47:59:31
13 Schorcht, Gunnar 48:35:35
14 Schmidt, Ralf 49:05:44
15 Rothe, Gunter 50:03:07
16 Bahlcke, Annett 50:32:12
17 Bracht, Gerhard 52:09:45
18 Zietlow, Hans-Uwe 52:37:02
19 Schalle, Rainer 53:19:14
20 Schmalfuß, Olaf 57:31:52
21 Häger, Sven-Eric 57:46:57
22 Zietlow, Brigitte 58:52:52
23 Drexler, Hans 59:37:52
Ach und überhaupt, war doch nicht mehr weit oder......? :-D
ich habe immer noch Tränen in den Augen, weil ich gerade ganz allein sitzend richtig laut lachen musste - Der Spruch "links: Ja genau, da wär`s jetzt wenigstens schön kühl." mit dem entsprechenden Foto dazu war der Anlass.
Ansonsten wie immer schöne Detailfotos, deren Motive sogar der fast Einheimische Eisenacher nicht immer unterwegs bemerkt hat.
Glückwunsch an Dich und alle, die den GLUTSTERN errungen haben.
Holger aus Eisenach
Bernd, der Markierer dankt für diesen grandiosen Bericht :-) Werde Euch auch im kommenden Jahr die Stregge bereiten. Ich mache den Weg frei!
Ultrafreundlichst bis 2012
Bernd der Wegbereiter
Kommentar schreiben