Humfeld – 30. Lipperland Volksmarathon, 14. November 2009 –„Humfeld wie immer mit stürmischem Wind, Regen und viel Matsch, aber dieses Jahr Affenhitze“

Montag, 16. November 2009



Humfeld is wat janz Besonderes – was haben wir da alles schon erlebt:  Schnee, Hagel, Sonne, Sturm, Regen – also ohne Regen und stürmischen Wind geht das hier nicht – und schon absolut gleich gar nicht ohne Matsch und zwar matschigen Matsch, knöcheltief, fest oder halbflüssig, Schuhe, Soggen, Beine, Hose, eventuell Jagge, alles versieft hoch bis an den Hinterkopf, den dusseligen.  Aber wie sagt HaWe beim Eintreffen:  “Mein Lieblings-Mara! war schon dreimal hier!”.  Axel, der Obermacher, sagt bei seiner Rede vor der tobenden Meute, bereit zum Start:  “Macht langsam, heut isses warm, nicht dass Eurer Kreislauf verrüggt spielt – aber Ihr seid ja alle erfahrene Läufer und wisst Bescheid – Bestzeiten kann hier sowieso keiner laufen!”.  Das Höhenprofil erscheint noch geschönt, aber wurscht.  Mit dem “warm” hat er Recht, heute isses schlabbe 15 Grad, allerdings pfeift auf der freien Seite ein ganz schöner Wind.  Er hat auch Recht mit dem “erfahrene Läufer”, die Meisten heute hier sind alte Hasen und die Allermeisten nicht zum ersten Mal hier.  In Humfeld ändert sich auch wenig, eine Oase der Konstanz:  angefangen vom Hinweisschild an der Hauptstraße bis zu den Klebern und Wegweisern im Wald, dieselben seit Jahrzehnten – nur die Schule (Start-Ziel) wurde irgendwann mal renoviert.

Auf diesem Ausschnitt der ausgedruggten Ausschreibung sind schon mal ein paar Besonderheiten hervorzuheben - erstens: oben unter “Startgeld”:  Marathon €14 – jawohl, vierzehn Mäuse, und das inklusive was die hier “Auszeichnung” nennen, entweder ein Tie-Schört oder nen Teller (kommt unten unter Beute) – zweitens: “Die Veranstaltung findet bei jeder Witterung statt”, jepp jepp jepp, wir die alten Hasen bezeugen das, keine Gnade, keine Absage, da mussten wir durch manches Ding durch (Lahmsogge schon oft hier gewesen – jetzt nach dem zweijährigen Hiatus zum sechsten Mal dabei) – drittens:  “Nachmeldungen sind am Veranstaltungstag bis 15 Minuten vor dem jeweiligen Start möglich (keine Nachmeldgebühr) – das E hatte einer gestohlen” – genau so isses, kein großes Bromborium, sich nicht wichtig machen, Hinfahren, Anmelden, Laufen – und schon gar nicht keine Nachmeldegebühr nicht nie – was wird da einem bei den meisten sonstigen Maras immeralles abgeknöpft, von €5 bis €10 oder mehr, kruzidürken, “für was?”, fragt man sich immer.

Vor dem Gerenne


Helmut und Heiner lungern schon rum – alte Hasen.

HaWe streunert auch herum – “Ich werde nie so alt sein, wie ich aussehe!” – oder so ähnlich, halt das sagt man über Keith Richards von den Rollenden Steinen.

links:   Dieses Ziel-Schild an der Schule wurde auch schon so manches Mal benützt, wie man an den Klebestreifen sieht.
rechts:   Axel, der MeinMän, der Obermacher, der Scheffe.





“Sag mal, Helmut, haste ein neues Auto?” – “Ja, woher weißt Du?” – “Och nur so, hier vorne die Armaturenablage sieht so aufgeräumt aus. Mach doch mal die Seitentür auf! Holy Schitt, was für eine Ordnung.  Da muß ich doch mal Fotos für Lehrzwegge machen! Und hinten, da ist doch sicherlich nicht leer!” – das blaue Ding, ein Betonmischer, ist Helmuts ganzer Stolz.  “Sag mal Helmut, hamm se Dich endlich rausgeschmissen und haste umgelernt?” – “Nee, ich renoviere ein Haus aus dem Dreißigjährigen Kireg!” – “Der Dreißigjährige? also sechszehnachtzehn bis sechszehnachtundvierzig?” – “Ja, genau, richtig!”.



Jobstus Flizzicus taucht auf – “Hier bin ich mal ne zwo57 gerannt, stell Dir mal vor, bei der Stregge!” – “Jo, Jobstus, Herr Baron, vor hundert Jahren, als wir alle noch jung, schön und klug waren!”.

Karl und Wolfgang und deren Kumpel Rolf, der passionierte Kaltduscher.

Heiner möchte nix von den Köstlichkeiten in der Schule – im Hintergrund die Schule mit dem Hof, der als Ziel dient.





HaWes apparter Hintern und exquisite Strümpfe (“Ich hab noch so ein Paar zuhause!”) – die übliche üble Angeberjagge (“ne Art Transalpin-Etabbenlauf für arme Leute!”).












Mit Jobstus Knaggicus und Heinerchen zur Startlinie.

Kleine aber sehr sehr feine Affenbande – 65 Vollender und so weit bekannt hat keiner abgebrochen.



Axel hält noch ne Rede – “Halt die Klabbe, Jobstus, jetzt quatsche ich!” – ey, im Hintergrund aufm Dach ne Schalke 04-Flagge – Startschuß.










Das Gerenne


links:   Da gehts lang.
rechts:   Helmut im Fluge, fliegende Jagge, fliegende Haare, Brötchen in der Brusthemdtasche.

Den ersten km aus Humfeld raus.

So gut war früher nicht markiert – wow, der Fortschritt ist nicht mehr aufzuhalten.

Ansehliche Hütten hier in Humfeld, beschaulich.

Meine Fresse, soviele Pfeile, was is hier los? ging letztes Jahr jemand verschütt? – das “Noch 1 km-Schild” lieber jetzt am Anfang als später im ultimativen destruktiven produktiven Endspurt fotofieren.

links:   So findet man Humfeld:  im Kreis Lippe und in der Gemeine Dörentrup – und dann noch einige Hinterpfuiteufel-Kilosmetros dahinter.
rechts:   Nach 1 km schon in der Idülle – aber vor dem Wald kommt noch der Ort Brega.

links:   Straße nach Brega – aber nur ganz kurz, dann rechts, 300 Meter hoch und schon ...
rechts:   ...  klettert man hinter Schrebergärten in den Wald hinein – hier Gerold der Gierse.

Flach ist jetzt für die näxten Stunden fast nix mehr.

Sind das neue Schilder? auf jeden Fall neue Nägel – ab jetzt Laub und Laub und Laub.

Auch mal am Wald entlang – Bligg nach links über die Gegend.

links:   Na endlich – schon befürchtet, dass es heute keinen Matsch geben würde, das wäre ja nicht gegangen.
rechts:   Erste Station, ca. km 4 – hier kommen wir noch zweimal vorbei – auf dem Tisch steht ein Kübel, da steht “Streusalz” druff, vermutlich der Tee-Eimer.

Jetzt erst mal ne Weile hochtigern.

links:   Alle 5 kms jibs ein Schild – jedes Jahr die gleichen, warum auch nicht, liebevoll handgemalt sicherlich.
rechts:   50 Meter nach dem Start ist Lahmsogge heute der Letzte, sogar die Luschen hinten brettern wie die Bretterer – aber bei km 5 wird Helmut versägt:  “Bin zu schnell gestartet, jetzt schwitze ich wie blöd, Hitzestau, erst mal abkühlen!” – die näxte Versägung erst bei km 35, dann aber wie die narrischen Fliegen noch weitere 6 Treter zwischen km 36 und km 38 abgekocht, muhahahahahaha, schade dass Porsche heute nicht dabei ist, kruzidürken.

Fast 2 km-lange Passasche abwärts – muß natürlich mit heftigem Ansteigen und Vergeigen wieder bezahlt werden, im rechten Foto schleichen die Eumel als kleine Pünkten von rechts unten nach links oben.

Der brutale Anstieg von unten und rüggwärts guggend von oben – es jibt tatsächlich noch andere Menschen in dieser Gegend, zwei Spaziergänger.

In den Wald eintauchen, die matschigen glitschigen nassen Wege geniessen.

links:   Herrliche Farben – wenn die versprochene Sonne rauskäme, wärs noch schöner – aber warm warm warm *schwitz keuch*.
rechts:   Nach heftigem Abwärtstaumeln, wieder ne Ortschaft.

links:   Nach einem brutalem Runter grandioser Einlauf in Altendonop, kleines Mini-Mini-Mini-Dorf – km 10 abgerattert.
rechts:   Am Ausgang der seit Jahren bekannte und beliebte Cämpingtisch mit Tee, Cola, Wasser, Bananen- und Mandarinenstüggen.

Als Lahmsogge in der zweiten Runde zu dieser Station hindaddelt, ruft gerade ein Mann vom Haus gegenüber zu der Dame am Stand:  “Ich muß nicht laufen, ich habe noch Säxx!” – der Spruch des Tages *brüllwieherunterntischschmeiß* - Hasehumpel muß natürlich unbedingt den heißesten Rammler im ganzen Lipperland in seiner Anstaltskluft fotofieren, hier isser, das Prachtexemplar, the Säxxiest Män in Altendonop.

links:   Gerold ist ein zäher Hund, eiert schon wieder nen Hügel hoch.
rechts:   Steht vermutlich für “Volkslauf Humfeld”.

Keine Menschenseele – aber immer weiter immer weiter.



Wieder mit Schmagges runter – und selbstverständlich auf der anderen Seite wieder saftig rauf, auch mal rüggwärts geguggt.











links:   Es war schon schlimmer gewesen, in früheren Jahren.
rechts:   In das Loch, wo das weiße Haus steht, runter – und sofort nach links wieder hoch, sonst wärs ja langweilig.

links:   Kurzer Bligg in die Ferne, schon etwas diesig geworden, regnet ja auch, logo, muß ja regnen.
rechts:   So letzter großer Anstieg, nochmals zurüggjeguggt – wir sind ja noch in der ersten Runde.

links:   Noch 1 km bis zum Start der zweiten gleichen Runde.
rechts:   Startpunkt der zweiten Runde dort, wo die Jungs mit dem Streusalz-Tee stehen – die Mandarinen-Stüggchen sind ne Spezialität des Humfeld-Maras, hmmm lägger, immer mit ner Handvoll weiterziehen.

links:   In der zweiten Runde, minutengenau nach 3 Stunden – da hinten scheint die Sonne, na endlich.
rechts:   Die windigen Mühlen stehen auch noch rum, haben sich aber nicht vermehrt – surren und schwingen und pfeifen.

links:   16:15 Uhr, jetzt 4 Stunden nach dem Start, wos gleich dunkel wird, da kommt die Sonne auch hierher, zefix.
rechts:   Im Wald wirds schon duster – der Fotoblitz ist schon nötig.



Im Ziel noch schnell das irre Abendrot fotofieren – HaWe muß auch noch ein paar Fotos verwaggeln (“Werd Du erst mal Sechzig, dann weißte wie das ist!”).











Ein Teil der Versägten muß den Fotoblitz noch erdulden – Heiner, wie fast immer in schwarz, und Fressraupe (auch in schwarz) gründen jetzt und hier und sofort nen neuen Club, ne Gäng, ein Irgendwas – Heiner meint:  “The Blägg Power Snails!” – muss noch diskutiert werden – aber ohne Satzung, ohne Regeln, ohne Statuten oder Kanuten, reines Chaos, die pure Anarchie.

Die Duschen sind so wie sie immer waren und müssen auch so bleiben, sonst wäre Humfeld nicht Humfeld – einer meint, dass man kein kaltes Wasser beimischen müsse (das war Rolf der Oberkaltduscher) – die Bratwurst im Schulhof schmeggt so lägger wie nirgends, den ersten glühenden Wein des Herbstes dazu – im Klassenzimmer (oder ist das die Cafeteria?) oben liegen die Urkunden, vom Kuchen jibbs noch ein paar der subbadubbaoberläggeren Sorten, man quatscht noch – um 18 Uhr ist fast alles ausgeflogen – ein wunderbarer November-Samstag, wir wollen ihn nicht anders haben (außer, dass diese Affenhitze ja kaum zu ertragen ist).



Die miese fiese Beute


links:   Die Startnummer – da fällt einem spontan “schlichte Eleganz” dazu ein.
rechts:   Der sechste Teller als “Auszeichnung” – es jibt keine neuen mehr, nur noch ältere Ausgaben – okay, her damit, dann den von 2001.

Die Urkunde – irgendein Knaggfrosch hat “MMS Sandttos” druff jeschrieben, wat soll dat denn sein? egal, wahrscheinlich Lahmsogges handschriftliche Klaue aufm Anmeldezettel dran schuld.

Grüzi
Schneggi




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Kommentare ...

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Sir Löffel am 17.11.2009 um 13:49 Uhr
Wenn das so anarchisch ist, warum muss man dann bei "Wort eingeben" das Wort "Regeln" schreiben, hä?

Vorsicht Günter, bevor du bei den MMS Chaoten dabei sein darfst, zieht Schneggi dich bis aufs Hemd aus. Bei mir faselt er immer was von "Mitgift"...
Knaggfrosch am 17.11.2009 um 08:49 Uhr
Huhu Porsche! keinen Verein, sondern ne Chaos-Trubbe, vielleicht "The Blägg Boys" - keine Struktur, keine Infrastruktur - keine Mitglied-Beiträge, keine Ohneglied-Nummern - kein Vorsitzender, kein Nachsitzen - Helmut Psücho möchte auch mitmachen, da er aber zu Beginn oft in weiß läuft, muss er dann als naggter Adonis seinen Athletencorpus schwarz anpinseln, muhahahaha - "Wir sind die Verrüggten, wir sind die Begnaggten, jodeldideldu tralalala". Grüzi Schneggi
Günter am 16.11.2009 um 17:35 Uhr
hatte Dich gefürchtet, deshalb habe ich gekniffen, melde mich erst als M60 zurück, dann darf ich langsamer.Möchte auch Mitglied in dem Verein ohne "Alles" werden , dann nur noch laufen ohne Selbstbeweihräucherung und Tadel
mach weiter so, freue mich schon auf 2010, aber wieder fit, so hoffe ich!!

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