Husum – 38. Nord-Ostsee Sparkasse Wintermarathon, 06. März 2010 – „Weißer Schnee und blauer Himmel!“

Montag, 8. März 2010


Freitag Nacht haut es urplötzlich nach vorherigem Tauwetter und wohligen Plusgraden nochmal 10-20 cm Schnee auf Norddeutschland – der Osten kriegt keine einzige einsame Schneeflogge ab, Sauerei!  Auf jeden Fall (scheißt der Hund keinen Gummiball) – also auf jeden Fall absolutes Verkehrschaos wieder vorhersehbar.  Statt Navi-vermittelte 3:20 Stunden lieber mal 5 Stunden einplanen, denkt sich eine subbakluge Lahmsogge.  Tja, endloses Hinkriechen auf den Autobahnen, einmal Totalsperrung inklusive Umleitung über Pfuiteufel führt zu 5 Stundenplus Fahrzeit und Ankunft 15 Minuten vor Startschuß, nämlich dämlich um 12 Uhr, das war knäbbli.

Übrigens schon mal vor 7 Jahren hier jewesen, war aber kein rühmliches Wetter damals (heißt ja auch Winter-Mara):  Regen, Regen und Niesel und duster und windig und rundherum oagnäm.


Von deren ihrer webbigen Seite - schön gemacht, ganz schigg - man sieht, wir werden von A (unten) nach B (oben) latschen und die haargenaue Stregge zurügg - für die Unwissenden:  oben ist Norden und unten ist Süden und Husum liegt an der Nordsee (westlich ist die Nordsee).

Eine Schule neben dem Stadion am Erichsenweg als Hauptquartier – das Land hier ist NF für Nordfriesland.

Wie man sieht liegt weißer Schnee herum und zwar viel – und der Himmel ist totalemente blau, die Sonne strahlt – der Ansager prahlt, nämlich dass 70% der Wege geräumt seien und 30% nicht, das seien Nordfriesen – “Löffel, hast Du den Witz verstanden?” – nö, er auch nicht – außerdem hat er gelogen, alldieweil nur 10% des Weges auf Schnee sind, mehr später Peter.  Die Treter trampeln schon mal auf der Tartarenbahn herum, viele richtig vermummelt.

In der Sonne isses richtig warm und “so gemütlich” (wie eine Tränerin sagen würde) – Fernsehen schleicht auch herum.

Start ganz hinten, da wo die Schneehaufen liegen.

Suzanne aus Lübegg, flott unterwegs, erkennt aber Old Schneggi beim Entgegenwieseln nicht, gibt Punktabzug.

Löffel mit wunderschönem Zülinder auf der Birne - nochmals näher hinsumen, für das Nah-Foto - dieselbe alte Jagge (Erbstügg) hat er schon vor 6 Jahren angehabt und seitdem auch nicht gewaschen.

Eine große-Handvoll ist doch gekommen, 134 in der ergebenen Liste - es wimmelt von Dänen aus Dänemark.

links:   Hier an dem 42-Schildchen kommen wir noch mal vorbei – später in umgekehrter Richtung, die letzten 400 Meter als Stadionrunde.
rechts:   Einer ruft:  “Frank, Deine Hosen tuen meinen Augen weh!” – Frank Zimmermann aus Kiel.

Der Anfang lässt Übles schwanen – zwar halbwegs festgetrampelter Schnee, aber doch oft rutschig – einer hinter dem anderem, wenigstens tut man so nicht overpacen, also über-seine-Verhältnisse-rennen oder gar leben.

links:   Gelegentlich ein rausgesalzter Fleggen, der aber auch matschig knatschig sein kann.
rechts:   Da wollen wir nicht rein, liegt zur Linken – ansonsten zumeist Felder und Ägger oder durch winzige Ortschaften – der Weg immer ein Fuß- oder Fahrradweg, fast durchgehend.

Beim Pinkeln rüggwärts geguggt, ah da kommen noch welche – jeder Kilosmetro markiert, vorne die Hin-Kilos, auf der Rüggseite die Zurügg-Kilos, praktisch quadratisch friesisch-cleverle.

links:   Die erwähnten weiten Felder, heute in strahlendem Weiß.
rechts:   Auf dem Geländer einer Straßenüberführung steht ein Jüngling und schießt wie wild – erwischt in flagranti – die Stregge gilt als flach, aber natürlich nicht ganz flach, man merkt schon die langen leicht-runter und die überlangen stark-hoch Passaschen.

Da die Stregge haarscharf den gleichen Weg hin und zurügg nimmt, reichen 4 Posten aus – hier der erste und letzte (schenial ausgetüffelt, wa?) bei km 5 und 37 – die Leutchen sind total routiniert und versiert – wat jibbts heute?  Tee und Wasser (und bei Station 3 und rüggwärts bei Station 2 auch Cola), sonst noch gelbe Oranschen und frische Bananas - mit einem Wort:  genügsam, friesisch-herb (ah, doch drei Wörter).

links:   Zwei Ausdauer-Klatscher, zwei von siebeneinhalb, ansonsten eigentlich niemand da – sie rufen: “Die Letzten werden die Ersten sein!”, wow wow wow, nordfriesischer Humor – übrigens, vielleicht nicht bemerkt, aber niemand hat irgendwo Nummern notiert, ein Leichtes auf dieser Stregge vor der Endschleife um km 21 in einem unbemerkten Zeitpunkt sich einfach umdrehen, aber das Vertrauen ist groß (recht so!) und wer bescheißt, scheißt sich selber in die Hosen, muhahahahaha.
rechts:   Jetzt ist der Laufweg subbadubba geworden – also der Schnee kann nicht als Ausrede dienen, nur ein bißchen vielleicht – aber der Wind, der Sturm, der ganz brutale abnormale Gegenwind, orkanartig polarkalt, und aufm Rüggweg ist er natürlich wech, logo, kruzidürken.



Heute ist keinem einzigen Köter auszuweichen oder ihn mit Gegen-Gebell in die Knie zu zwingen oder noch besser ihn mit Rumpelstilzchen-hüpfenden Drohgebärden in die Flucht zu jagen – stattdessen muß man mit diesem Ungetüm kämpfen -  nein Quark, er weicht aus - und macht den Weg frei, auf der Stelle und hinter ihm.








Einer der paar winzigen Orte – in der Tat in Nordfriesland.

Zweite Station, so etwa bei km 10 – perfekte Profis, nehmen die Bushaltestelle in Beschlag (wegen dem brutalen eisigen Wind, gell!).

Verschneites Nordfriesland – inzwischen eine unglaubliche Hitze, der Schweiß läuft, Mütze ab, Handschuhe ab, Hose runter, Jagge aus – okay, die letzten beiden nicht.

Eine ziemliche Einsamkeit beim Husum-Mara, wenn man im letzten Viertel des Feldes rumtrabst, auch fast keine Autos, Fahrräder sowieso nicht, niemand nix – huch, die können einen aber auch erschreggen - hinter einer kleiner Kurve eine Riesenansammlung von 8 Nasen, quasi eine unangemeldete Demo, mit Rasseln und Quasseln und Geschrei -  gleich dahinter die Station 3, vorbildlich schon von Weitem rufend:  “Wasser oder Tee? – Tee oder Wasser?” – stürzen einen sekundenlang in die Qual-der-Wahl-Problematiken – “Ey, Ihr Schlabbohren, ich seh da eine schwarze Brühe aufm Tisch, wollt Ihr mir wohl verheimlichen, gelle, Nordfriesen, elende!” – “Nein nein nein, Cola kannste auch haben, klaro!” – gleich zwei Becher Schwarzes Gift reinschütten – “Bitte mir für den Rüggweg was zurüggbehalten, am besten unterm Tisch versteggen! zwei Becher bittaschön”.

links:   Station 3 ist bei km 16 – für die näxten 5 kms wirds quasi hektisch und Schluß-mit-Einsamkeit – als Erste kommt das Führungstrio entgegengewieselt – Lahmsogge will noch einen Treter vor den Dreien fotofieren, da meint der:  “Nein nein, ich bin nur der Hase! die Drei sind die Spitze!” – holyschitt, verdammt schneller Hase!
rechts:   Geniales Foto des Viert- und Fünftplatzierten (hinter ihm).

Nach welligem Auf-und-Ab ein wahrer Triumpfzug in einem kleinen Ort, Breklum, mit kleiner Wendeschleife, sozusagen einmal um nen Blogg rum – da steht einer und ruft:  “Ich bin die Hälfte!”  und liest die Zeit auf seiner Uhr laut ab – “Okay, Hälfte, halt mal still und die Uhr vor Dich hin, ich will Euch beide fotofieren!” – kurz vor der Wendeschleife, wo gerade die Nummer 70, eine Anschela rumsaust, noch Stand 4 mit dem Menü des Tages, bestehend aus den vier Komponenten Tee, Wasser, Banana und Aranja, man kann sich sämtliche möglichen Kombinationen austüfteln und berechnen lassen – Fressraupe nimmt natürlich von allem – Löffel, mit 2-3 Minuten Vorsprung, hat es nicht geschafft, den Tisch abzuräumen, der Jäger sitzt ihm im Naggen und will ihn paggen.

Schneggi-Gedicht im Vorfeld an Meister Löffel (früher Sör Löffel):
Ich werde dich jagen jagen
aber nicht klagen oder gar verzagen
ich breche immer fürchterlich ein
bin ein unträniertes altes Schwein

Löffels Zurügg-Kutsche:
Den Letzten kann man nicht jagen
es sei denn, man ist der Besenwagen
dann kann es sein
Du sammelst mich ein.


Im Ziel wartet die Nummer 310 auf die Nummer 311 – ob die wohl zusammengehören? gar was miteinander haben?

Ab km 5 hat niemand mehr die Lahmsogge überholt – nur sie, die Heidrun, hat es bei km 33 gewagt, muß aber heftigst bei km 39 dafür bezahlen, Strafe muß sein, verdammich – am Stadioneingang brüllt noch ein Einpeitscher jeden Reinkommenden an und fordert Endspurt, Bestzeit, Höxtleistung usw., aber der Däne Ove Hougaard ignoriert ihn, er will ins Zielen stehend gehen.

links:   Scharfe Brille, von der Marion – sie musste bei km 30 die Bekanntschaft mit der Säge machen.
rechts:   In der Tat, zwei dänische Dänen aus Aabenraa (wo Schneggi auch schon über die vier Hügel schleichen tat, anno 2003, harte Nummer), die Nummern 310 und 311 heißen Jesper und Helle.

Ein großer Fän des Rennsteigs, sogar ein Mitglied, dieser Eggbert - man wird sich dort in 8 Wochen wiedersehen.


Duschen ganz große Klasse – es war ehrlisch aufrichtig ungelogen an den Zehen kalt und naß (Matsch und die eine oder andere Pfütze), daher der große Zeh total blau, leider vom Foto-Blizz entbläut – inzwischen gehts ihm wieder prima, dem großen Zeh, juhe – es gibt noch einen zweiten, der auch litt, aber auch nu fein ist.







Die Beute


Die Beute ist kulinarischer Natur – Essensmarken für ein echtes Bier in nostalgischer rustikaler Flasche – und Labskaus – manche sagen ja, sieht aus wie geko ..., äh recycelt – soll wohl aus Rindfleisch, Kartoffeln und rote Beete bestehen (die machen die eklige, äh exquisite Farbe), dazu gehören Spiegeleier und fakultativ spekulativ informativ nochmals rote Beete druff und eklige, äh nahrhafte Fische wie zum Beispiel dieser rollende Mobbs links (der fühlte sich nicht sehr wohl im Schneggi-Magen und tat doch arg sich beklagen – inzwischen ist er raus, zum Glügg nicht vorne, sondern hinten).

Die Startnummer ist wieder mal von simpler, aber hochwertvoller Genialität – die braunen Sabberfleggen am unteren Rand sind zu ignorieren, wahrscheinlich ne Mischung aus Cola, Tee, Rotz und Spugge, sind auch ziemlich klebrig, müssen erst troggnen, bevor die Nummer für die Historie weggeheftet wird.

Ein wahrhaftes Abenteuer wieder einmal – die Hinfahrt ein Ereignis, die Rüggfahrt komplett langweilig und problemlos – der Husum-Mara hat Spaß gemacht, man kann schön alleine auf fast flachen Wegen flizzen und dabei gehörig schwitzen.  Beim Tanken in Husum kann man auch noch mit der nordfriesischen Mentalität in Berührung kommen und etwas fürs Leben lernen:  Schneggi fährt in ne Tankstelle, zwei Zapfsäulen jeweils von beiden Seiten bedienbar – an der vorderen steht ein Auto, also Schneggi-Ferrari-Corsa an die zweite – nach dem Bezahlen, das andere Auto vorne schon weg, hinter dem Corsa steht ein Auto, der Fahrer fuchtelt mit den Armen, so in etwa “mach-mal-schneller!” (okay, Schneggi schleicht etwas, ey war immerhin ein Mara!) – Schneggi zum Drängler, der seine Tür auf:  “Entschuldigung, ich muß noch die Fenster reinigen und das Wasser für die Scheibenwischer nachfüllen, war unheimlich viel Salz auf der Autobahn!” – “Nu mach keine Probleme, fahr zur Seite und mach die Tanksäule frei!” – da bleibt einem die Restspugge wech – beim Vorbeigehen deutet Schneggi auf das NF-Kennzeichen, murmelt “Vafanculo” und macht zwei italienische Handbewegungen – der Durchschnitts-Nordfriese kann wohl weder Libbenlesen noch kennt er die Handbewegungen, sonst wäre er aus dem Auto gestürmt und hätte ne Schlägerei angefangen – wirklich amüsant diese Knaggfrösche, diese rollenden Möbbse da oben, ehrlisch!

Grüzi
Schnegg


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Kommentare ...

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Hartmann am 08.03.2010 um 20:42 Uhr
Bravo Schneggi wie du siehst für was italienisch alles Gut ist ;-))
MM am 08.03.2010 um 15:04 Uhr
"Wie man sieht liegt weißer Schnee herum... "
das ist bei einer Horde Läufer am Start auch eine Kunst ;-)

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