Kiel – 13. Familia Kiel-Marathon, 24. Februar 2007 – „Beim Kiel-Mara ist der Wind heftig und eisig, Schneggi sagt sich: ‚heute beiß ich’“
Nach dem Geschlurfe im Elbtunnel nix wie weg, gleich am näxten Tag in den Flieger, weit weg, ins Anti-Tränings-Lager.



Diese Fotos vom Anti-Tränings-Lager haben einen dreifachen Zwegg: erstens zum Angeben - zweitens zum Neidisch machen (ist sicher gelungen) - und drittens als die perfekte Ausrede: 3 Wochen nix gemacht, nix gerannt, keinen Meter, 20 Kilos zugenommen (so in etwa) – letztes Bild zeigt die intensiven anti-Laufen-Bemühen des Herrn Schneggi.
Und nun der Kiel-Mara, leider schon im Januar angemeldet, ein Zurügg gibbs nich – also trotz Träningsrüggstand, nicht-mehr-vorhandene Kondition und tonnenschweres Übergewicht, am Samstag um 5 Uhr raus und um 5:30 Uhr losgezuggelt (zum Glügg so früh, wie sich später rausstellt).
3 Grad, Regen angesagt und es regnet. Wenn viel Wasser auf der Autobahn liegt, mag der Corsa-Ferrari-Keilriemen schon mal ab-und-zu ein bißchen schleifen, also nicht drehen, das quietscht dann und die Scheibenwischer gehen langsamer und die Armaturenbeleuchtung wird dimmer und das rote-Batterie-Lämpchen meldet sich, dauert aber nur ein paar Sekunden, dann klabbt das meist wieder – so auch heute mitten in der Nacht um sechs bis sieben Uhr bei heftigem Regen.
Aber dann geht das verdammte rote Lämpchen nicht mehr aus und die Scheibenwischer werden immer langsamer und der Kassettenspieler eiert – kruzidürken, das erinnert fatal an die Rüggfahrt vom Kiel-Mara in 2002, als der Keilriemen riss und alsbald die Batterie aufgebraucht war – also auf nen Parkplatz und im Dusteren nach dem Keilriemen suchen (Schneggi weiß sogar, was das ist, und - noch besser - weiß, wo er sich im Corsa Ferrari befindet) – ach im Handschuhfach müßte ja ne Taschenlampe liegen, Batterien natürlich alle.
Na wird schon nicht so schlimm sein, zurügg auf die Heiwei – Scheibenwischer schleichen nur noch von einer zur anderen Seite, Scheinwerferlicht wird auch drüber – oha, es wird ernst – auf den näxten Parkplatz, 30 kms vor Hamburg – es ist hell geworden – verdammich, da ist gar nix, wo ein Keilriemen sein sollte, nulla niente nada – ADAC anrufen, 7:30 Uhr: „Innerhalb der näxten Stunde wird ein Mitarbeiter von uns zu Ihnen kommen“ – grrrrrrrrrr, aber was will man machen – um 7:45 Uhr, Händie-Anruf: „Ich bin in 5 Minuten da“ – ist schon nach 1 Minute da – „Kein Problem, Sache von 5 Minuten“, wühlt in seiner Kiste, hat da so an die 100 Keilrimen, keiner passt, kruzidürken, Pech Mist Sauerei Sabotasche.
„Damit Sie keine Zeit verlieren („hört sich gut an, muß nach Kiel zum Mara um 10 Uhr“) schlebbe ich Sie zum näxten Ort Brackel, da is ne Opel-Vertretung, 5 kms auf der Autobahn und 1 km auf der Bundesstraße“ – Mann, der schlebbt mit nur 50 kmh ab, geht das nicht schneller? – um 8:15 Uhr beim Opel-Fritzen, geschlossen, öffnet um 9:30 Uhr – „Ich fahre zu der Tankstelle Dingsbums, die haben Keilriemen, bin in 10 Minuten wieder da“ – kommt aber erst um 8:35 Uhr – TomTom, das TschiPiÄss, gibt 1:15 h bis Kiel-Schwedenkai an – Keilriemen drauf, passt, funktioniert, digges Trinkgeld hingeschmissen – losgeflizzt – Lisa (TomToms Stimme) meint: „Ankunft um 9:56 h“, uaaaaaaaaaaaaa.
Jetzt aber am Limit flizzen, Lisa wird ganz heiser und blass – leider befolgen die diggen Märcädäs und die fätten BMWs die 120 und 100 Begrenzungen vor, in und nach Hamburg genauestens (alles alte, reiche Sägge) und lassen sich von einem Corsa Ferrari nicht von der Überholspur wegjagen – also auch mal rechts überholen – so die Ankunft von 9:56 auf 9:50 runtergebracht – leider fröhnen die Kieler in der Stadt drinnen der Unsitte, wenn die Ampel von grün auf gelb springt, gleich anzuhalten, die Italiener haben sich sowas gar nicht erst angewöhnt – also wieder 3 min an den Ampeln verloren – zum Glügg beim Vorbeirattern am Schwedenkai gleich gespannt, dass der Start und das ganze Drumherum ca. 1 km vorverlegt wurde – quietsch brems, Lenkrad rumgerissen, in Einbahnstraße von falscher Richtung rein, im Halteverbot geparkt, Tasche gepaggt, vom Parkplatz rüber zu den Zelten gehechtet – irgendjemand schreit: „Schneggi, jetzt aber schnell!“ (könnte Siggi Schmitz gewesen sein, oder auch nicht).
Hechel, keuch, sabber aus den Mundwinkeln - Startnummer glügglicherweise gleich gekriegt, zum Gebäggzelt, Umziehen, Luftholen – muß noch auf die Toilette, aber die Halbmara-Treter bloggieren alles (starten 15 Minuten später), dann eben ans Hinterrad von nem diggen Märcädäs gepinkelt, als Revansche – 1 min vor Start im Startblogg, ufffffffffffffffffff, verdammich. Letzte SMS von der Tränerin: "Pass auf Deine Enzüme auf - Insulin ist wichtig" -hu? was kann das wohl bedeuten? egal, es geht los!

links: Natürlich keine prä-Mara-Fotos von den versammelten Galgenvögeln mehr möglich, sind sowieso meist die gleichen Visaschen – nur dieses Trio, das Schneggi beim Umziehen hilft: Wolfgang Olbrich-Beilig, Dagmar Liszewitz, Ryan Shakal (mit Angeber-Jagge und Angeber-Mütze, aber der darf das).
rechts: Beim Rüberhechten zum Startblogg noch aus der Hüfte raus dieses unheimlich wichtige und interessante Foto geschossen.

links: Die unter dem Startbanner versammelte Meute – soviele? – wie sich rausstellt starten die Zehner zusammen mit den Mara-Tretern, erkenntlich an anderen Nummern – sehr schnell gemerkt, weil so Adrenalin-Überschwemmungen schärfen das Wahrnehmungsvermögen ungemein.
rechts: Dieter Merker lungert am Ende des Feldes rum, brettert aber nach dem Start los wie eine Furie.

links: Ungern noch ein paar Freunde während des Laufens fotofiert – ungern, gibt meist nur unscharfe Dinger (jajaja, noch unschärfer als sonst) – hier Frank Rolf.
rechts: Doris Sagasser, wird heute leiden müssen: „Wo kommst Du denn her? die anderen sind alle da vorne!“ – tübbische Handbewegung folgt.

Horst Preisler wird auch versägt.

links: HaJo Meyer, ist erkältet, geht es ganz langsam an.
rechts: Erst auf dem Runterteil wird Peter Wieneke erwischt – die Stregge ist quasi 5 kms nach Norden rauf entlang dem Hafen, kleine Wendeschleife, dieselben 5 kms wieder runter (also quasi permanenter Gegenlaufverkehr) und noch 500 Meter bis zum unteren südlichen Wendepunkt – und das viermal – zum Schluß auf den Parkplatz, wo der Start ist.

Helmut Rosieka – bleibt sogar extra zum Foto-Schuting stehen – dafür kriegt er zwei – ein zäher Hunde heute – hier bei km 5 in der ersten Runde – wird versägt und sägt zurügg bis Runde 3 – bei km 26 dann meint er, dass er selbst überrascht sei, noch sub-6er-Schnitt treten zu können, aber jetzt hört er schon seine Knochen rasseln und macht langsamer, außerdem kommt er gerade von einer post-Urlaubs-Erkältung runter.

Dann im Ziel Hans-Joachim Westphal aus Berlin, kurz vor Schneggi reingetrudelt – in der Ergebnisliste steht was von „Lauftreff Bernd Hübner“ – da klingelts bei Schneggi: Berlin, Wannsee, grüner Flensburger Löwe, Kiosk – wenn die Tränerin Schneggi mal wieder zu einem dieser fürchterlichen, äh wunderbaren langen Träiningsläufe zwingt, äh überredet, geht es auch manchmal am Wannsee entlang, zum grünen Löwen, das ist ein Riesendenkmal, wo es nebenan einen Kiosk gibt, der wohl unter anderem auch als Wasserstelle für die LT Hübner-Leute fungiert – die Welt ist klein, aber fein und Schneggi hat ein gutes Gedächtnis, manchmal.

links: Verpflegung im Ziel – ansonsten bei km 0.5 und km 5.5 jeweils eine Station.
rechts: Die Ziel-Dinger, Transponder in der Startnummer – man kann den Riesenparkplatz des Schwedenkais im Hintergrund erahnen, Parkplatz für die Fähren nach Skandinavien.

Weitere Ankömmlinge: Ränä Wegler (Nummer 246) und Unbekannter (nicht in Liste) im Ziel.

Peter im Spurt und beim Medaille-Umhängen – morgen den LüHa-Fun-Run, zähes Bürschchen.

Helmut im Ziel, lacht immer so schön, das Schlitzohr – und immer freundlich, so un-norddeutsch *dugg weg*.

Die Medaillen und die Rügggabe der Startnummern.

Horst – unnachahmlich.

Auch hinten im Feld freut man sich – vielleicht mehr als vorne, bei den Hektikern – Nummer 2 ist Jonas Alpsten und Nummer 7 ist Kerstin Bastian.

Einläufe mit den Nachkommen an der Hand und auf dem Arm – Carsten Niemann (Nummer 156) und Michael Nothstein (Nummer 271).

Im Gebäggzelt malt der Halbmara-Treter Hans Teegelbeckers, ein Badensianer aus Baden-Baden - schon mal die Zeit seit seiner Ankunft vor 2 Stunden genutzt.

links: SubbaMario Sagasser, heute nur loggerer Träiningslauf – „Mario, diese komischen Insignien dieses ehemaligen Bundesligavereins sollten aber schon weg!“ – Mario guggt beim Umziehen zu: „Du bist ja ganz braun!“ – „Bin ja auch aus Brrraunschweig, muhahahahaa!“.
rechts: Aus diesem Ungetüm kommt warme Luft raus und wird sofort Schneggis bester Freund – weiter hinten im Zelt hoggen Wolfgang und Dagmar, Wolfgang ruft rüber: „Schneggi, lass Dich hier drüben von den Massasche-Miezen massieren, die machen das sogar für alte Männer!“ – wenn der Tübb nicht ne Knarre hätte (ist ein Bulle), würde ihm Schneggi mal am Objekt zeigen, wie man von rüggwärts bis zum Blinddarm kommt (sind 1,20 bis 1,40 Meter!).

links: Dieter Merker ist heute gerattert wie ein Wiesel, neue Bestzeit und gleich um 17 Minuten, sabbalott – und sah dabei gut aus, da scheint noch mehr drin zu sein als 3:23.
rechts: Auch Leuchtturm-Heinzi (Heinz Behrmann) ist heute geflizzt.

links: HaJo auch angekommen, ganz verschnupft.
rechts: Diese zwei finsteren Gesellen sind Türken-Mike (Friedl) und Ryan – Mike ist der freundliche Antreiber und Aufmunterer, bei jeder Begegnung: „sieht gut aus!“ - „klasse!“ - „hau rein!“.

links: Auf dem Weg zum Auto noch Silke und Jörg Stutzke erwischt.
rechts: Das ist das Hauptgebäude des Schwedenkais.

links: Da es im Prinzip 5 kms geradeaus geht, sollte man sich auf etwas freuen, etwas fixieren können – hier beim Rauf bei km 3 bzw beim Runter bei km 7 das Seebad Düster.
rechts: Kurz vor km 5 dann dieses Segelschiff, schon von weitem zu sehen.

links: Alle kms mit Schild und Strich-auf-Straße markiert.
rechts: Ein Fixpunkt zum Anpeilen für das Ende der Runde, ca. bei km 10 dieses Monster-Fährschiff.

Die Beute: Medaille und Sofort-Urkunde – letztere für zwei extra Mäuse zusätzlich zu den 21 für die Anmeldung.
Fast vergessen, den Wind zu erwähnen: also beim Kiel-Mara geht es nicht ohne heftigen eisigen Wind (siehe Überschrift) – Schneggi jetzt viermal dabei gewesen und viermal gehörig gefroren (2002, 2003, 2006, 2007) - letztes Jahr steifer, eisiger Nordwind, bäh, also beim Rauf voll in die Fresse, und beim Runter dann wie ein Segelschiff dahergeflogen, woa boh ey, 10-20 sec Unterschied beim km-Schnitt zwischen dem Rauf und Runter – dieses Jahr Südost-Wind oder so ähnlich, egal, auf jeden Fall voll auf die Birne beim Runter-Waddeln - ganz und gar nicht nett und fein. Die Variante zuerst Gegenwind und dann Rüggenwind so wie letztes Jahr erscheint psychologisch besser, weil heute wusste man, dass die letzten, die Hammer-kms 37-42 dann voll gegen den Wind sein werden, unnötige Extra-Gemeinheit. Wenigstens hats weder geregnet noch geschneit und für einige Minuten gabs auch Sonne.
Grüzi
Schneggi
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