Kloster Oesede - 45. Georgsmarienhütter Null, 12. Dezember 2009 – „Zuviele Nullen und zuviel Matsch“

Montag, 14. Dezember 2009


Ein langer Lauf im Dezember soll es noch sein, bevor es zum Verlaufen-in-der-Wüste und im Roten-Meer-Plantschen geht.  Im-Berg-durch-die-Dunkelheit-Stochern und über-die-Siebenzwerge-Stolpern waren ausverkauft, also bleibt noch die urige Null in der Hütte von Georg und Marie.  Fasrige Risse der muskulösen Wade (war wohl beleidigt?) zwingen zum Solo-Gerenne.

Zwar schon im Dezember 2006 dort zusammen mit der Flizzelaus aufgeschlagen, aber die skurrilen Erinnerungen zu Weg und Lokalitäten sind vage, also lieber zeitig ankommen und gar nicht erst sich dem Sträss als Opfer anbieten.


Bei Ankunft noch dunkel – aber so sieht die Klosterkirche aus und das ist die Turnhalle, wo alles passiert, wenn nicht gerade gerannt geschliechen getrampelt oder sonst wat wird.

Die Stegmaier-Bullig-Gäng beim Frühstügg in der Halle – Simone und Sigggi verziehen gleich grimassierend das Gesicht:  “Der schon wieder!” – Jürgen nimmt`s relativ gelassen.

Aber dann lächelt Sigggi doch, er ist doch ein rundum netter Mensch (wenn er will) – Conny ist noch a bisserl müde.

links:   Rainer, die Speerspitze der DUV Krabbel- äh Fördergrubbe, die sich hier fördert und eine Grube graben möchte – statt Tränenlager versammeltes, aber nicht versemmeltes Zusammensammeln bei der Null.
rechts:   Die aufgehängten Urkunden sind nicht zu übersehen – hier gerade oben die B`s und unten die M`s wie Dieter Merker und Hans-Joachim Meyer – später spricht die Obernull Georg von einem Anmelderekord mit 234 Tretern – ein Läufer quakt beim Laufen, man solle keine Propaganda mehr für den Lauf machen, da es jetzt zuviele werden und “unser schöner Lauf” ja durch Masse statt Klasse kabudd werden würde.

In der kleinen unteren Halle wird gerade aufgewacht und fertischgemacht.

links:   Noch ein geförderter DUV-Grubbierer, Michael mit dem irren Gang auf dem Gang zum Häuschen.
rechts:   Auch der bunte Kolibri stellt sich brav an.

links:   Frau Pöbelwitz meint, man könne sie auch ungefragt belästigen und sie könne immer spontan drauflos lästern.
rechts:   Dem Helmut aus Bremen sein Bart wird auch immer wilder – fragt der Leibniz-Keks doch glatt:  “Was machste näxtes Jahr im September, willste nicht mein Wohnmobil fahren?” – “Nee, Knaggfrosch, wenn ich da mitmache, dann laufe ich mit!” – die Kenner wissen, was gemeint ist.

Alex von U teilt eine Egge seiner Matte für lahmsoggiges Umziehen – zur Belohnung jibbs seine Hemd-Rücken-Werbung für seinen Mauerumfall-Lauf im Januar, von Berlin an den Pozzblizzer Griebnitzsee, empfehlenswert.

Es kommt Bewegung in die Affenbande, die Zeit für den Start von Welle zwo ist gekommen – die Ersten sind schon eine Stunde früher los.

Kolibri als Führer, von vorne und von hinten.

Die Obernull Georg stellt gerade noch die neuen Nullen vor, also die Täfelchen und Aufkleber, jetzt in schwarz mit weißer Zero, aber nur auf den letzten 5 Kilosmetros – plötzlich ruft er:  “Ein Wunder ist geschehen, Jobst kommt zum ersten Mal pünktlich!” – Jobstus flizzicus fragt besorgt:  “Der Start ist doch um Neune, oder?” – ja, Jobstus supramaximus, aber nur für die Flizzer, die dritte Welle an dieser Stelle.

Es ist doch noch um 9 Uhr ziemlich duster, die Wolken hängen tief, der Nebel wabert, der Wind ist oagnäm kalt, Temperatur um die 2 Grad nur.

Tübbische Bauernhäuser erfreuen die Sinne - kosten aber Zeit und so bleibt nur das Hinterherdaggeln und mit dem Kopf-Waggeln.

Die unterschiedlichen Varianten der Nullen sind gut zu erkennen, wenn man da hin guggt, aber man guggt halt da nicht immer hin – während 60 Etabben in 9 Etabbenläufen nie verlaufen (oder kaum), aber hier schon – in 2006 einmal saftig und dieses Mal wieder zweimal, einmal den Anderen hinhergetrampelt, einmal nen Pfeil unter der 0 falsch angeguggt und verkehrt interpretiert, doof-bleibt-doof da helfen keine Dingsbums.

Zu betonen, dass es permanent rauf-und-runter geht, ist nicht nötig – vermutlich ist man auch gar nicht die meiste Zeit im Wald, aber es kommt einem so vor.

Ganz schön heftig auf den Hermann-Hügel hoch – ganz oben weisen oberlustische Schlabbohren den Weg - ansonsten ist es hier oben gar nich lustisch, saukalt, neblig, eisiger Wind an den offenen Stellen, nix wie wech, zefix - die ersten der Spätstarter fangen auch an, einen zu versägen, aber es wird nett und lieb gegrüsst, brav!

links:   Mit dem roten Ding aufm Kopf sucht sich Hagen nen Weg durch Matsch und Nebel.
rechts:   Irgendwann gibt man auf, alles hochrennen zu wollen – besser so.

An der zweiten Station raus aus dem Wald präsentiert der Spätstarter-Einholer Jobstus flizzicus stolz sein modisch abgestimmes Ensämbel – richtig so verstanden? die früher gelbe Hose komme von Löffel? auch vorher gewaschen worden?


Schnell Hagen wieder einfangen und hinterhertrabsen – der kennt a bisserl den Weg, war schon zweimal da – der Matsch beginnt, epische Dimensionen anzunehmen, sowohl in Tiefe, Höhe und Breite als auch in Qualität und Quantität, der beste schönste tiefste grandioseste Matsch des Jahres.

links:   Immer schön die Augen nach der 0 offen halten.
rechts:   Als spätstartendes Dreier-Pagg versägen diese drei Pänner namens Sülvia, Ulli und Dieter den armen kleinen Hasehumpel – “Ey, Ihr wilden Pänner!” - später wird gefragt:  “Wieso Pänner?” – “Ach, das ist doch ein schneggsches Kosewort, sozusagen ein priviligiertes Bonnbonn!”.


Das Osnabrüggsche Ortsschild kann man wahrnehmen (oder auch nicht) – auf nem schönen Weg (kein Matsch, gefegt, richtig abgeleggt) steht bei km 27 ein Mensch und klatscht und klatscht – holyschitt, der erste und, wie sich herausstellen sollte, letzte einzige supreme Klatscher – davon muß ein Foto fotofiert werden – “Wie heißt Du denn, kriegst Du Geld dafür, oder haste ne Meise?” – “Ich bin der Dirk und ich wäre gerne mitgelaufen – Du bist die radikale irreale spinale Powerschnegge, wir kennen uns seit 107 Jahren, damals in Bottrobb!” – boaaaaaa, wat für ein Gedächtnis, der Junge – brav! weiterklatschen!



Hagen eingeholt – am Osnabrügger Verpflegungsstand – vor Schregg fällt ihm der Becher aus der Hand.

Die wilde Hilde, äh Simone kommt dahergedaggelt – am Stand, erst an die Nase fassen und nachdenken:  “Wat nehm ick nu? die Auswahl ist so riesig, wa! – Tee oder Cola, Cola oder Tee, wa? Banane oder Banane? oder Banane, wa?”.

Wie soll man sich bei so viel Information für ein kleines Schneggenhirn zurechtfinden? hä, also mal ehrlisch? – der Baum ist von Matsch umzingelt, das ist noch die unmatschigste Stelle.



Bei km 36 hängen ein paar Tübben rum und versperren den Weg – Sigggi, der unbedingt ein Foto fotofieren will, und Jürgen, der seine rote Nase für wehwehweh-rote-Nase-dä.äh präpariert und arrangiert – ja, schon ein schweres Leben, wenn die Miezen schnell laufen müssen und die Herren den ganzen Tag bummeln und in der Nase bohren können.


Am Stand Waldesruh rennen gerade ganz verwegene Schnellflizzer davon – wieder die perfekte Auswahl:  Tee, Wasser, Cola und Banane, va bene, reicht vollkommen – Karl-Walter, ein im-Maul-Rumwühler (also ein zahnloser Fast-Arzt), ist der gemeinsame Pfadfinder für circa 10 Kilosmetros, der war schon dreimal hier, der muß sich auskennen, so halbwegs.








Hach, wieder ein paar entdeggt, die subtil diffizil oder massiv big angebrachten Nullen.

Was, ne Trieb-Jagd auch noch? – in der Tat wird ganz schön rumgeballert – aber Karl-Walter der Erste und Lahmsogge zittern sich geduggt bis an die letzte Station im Zillertal.

Gottfried und Führer Helmut – kamen die nicht gerade aus einer einsamen Seitenstraße? – könnte das ein Berg-Tal-Führer-genehmigtes Verloofen gewesen sein?

links:   Ha, wiedererkannt – über diesen Agger haben Flizzelaus und Hasehumpel im letzten Jahr noch die Kurve gekriegt – auf dem Gelände der Gaststätte nicht wie erforderlich durch den Hof und das hintere Gartentürchen, sondern geradeaus damals, aber dann Riese Mütze von weitem linkerhand oben am Waldrand auf dem richtigen Weg gesehen und sich schnell über und dann vom Agger gemacht.
rechts:   Juhu, ein neues Kleberl und gleich entdeggt.

Noble Höfe sind unterwegs wieder zu bestaunen – auf dem Weg vor dem roten Haus jibbs zwei rote Kreidepfeile auf dem Boden, einen nach links und einen geradeaus, am geradeaus Pfeil steht 51, aber nix von Null oder GMH oder anderer Kram, hmmmm wat nu? – hinterher hört man, dass es ein neues und ein altes Endstügg gebe (oder gäbe?).

links:   Ah, wieder eine dezent verheimlichte Null – soll ja nicht jeder gleich sehen.
rechts:   Und plötzlich das Ortsschild – hey, so kamen wir letztes Mal aber nicht rein, seltsam seltsam.

links:   Noch a bisserl in Oesede rumtigern – irgendwann schreien und winken ein paar Tübben, sehen von der Weite aus wie Läufer, aber dann sind se weg, vom Erdboden verschwunden – Einheimische antworten auf Ansprechen nicht, verkrümeln sich schlagartig – ah, Richtung Kirchturm könnte doch nicht schlecht sein.
rechts:   Ente gut, Gans auch gut – das sind ja die bekannten Schlabbohren vor dem Haupteingang.

Am Eingang stapelt sich Arbeit – “Hey, Heiner, Du bist heute dran, aber zaggig!” - Heiner freut sich schon drauf.

Ulli und Dieter freuen sich diebisch, dass es sie mit dem Schuheputzen nicht erwischt hat – "Ätsch, Heiner, Du bist heute dran!" - Heiner ruft seine Schulklasse herbei:  “Hey, Kinder, hier jibbs was ganz Tolles zu machen!”.


Da isser ja wiedermal, der gute Willem – bei Old Siggie wirkt die anti-Falten-Creme schon durchschlagend, heute ihr zweiundzwanzigster Nuller, also 0000000000000000000000.

Futtern und Quatschen sind jetzt groß und breit angesagt.

links:   Die Wäscheleine leert sich – ah, da ist ja die Urkunde von Frau Pöbelwitz.
rechts:   Willem sagt zu Karl-Ernst, dass er ihm näxtes Mal gehörig die Birne waschen werde, wenn der ihn nochmals versägen sollte.

links:   Wolfgang guggt, was er vom Teller stiebitzen kann – legt dafür ne Visitenkarte auf den Tisch (siehe unten).
rechts:   Willem:  “Na, Jungchen, biste aber ganz schön klein geworden, in letzter Zeit!”.

Sülvia erkennt Jürgen wieder, der erst im vierten Anlauf so richtig scharf wird, der scharfe Knabe.

links:   Die Haarpracht und die Scheitel sind beim 100MC ganz divers.
rechts:   Beim Wegfahren will Schneggi noch zwei Landstreicher nach dem Weg fragen – antwortet der Blaue:  “Ich bin der Peter, der ist der Christian, kannste uns mitnehmen?” – “Nö! kennt Ihr aber den Weg?” – “Nee, wir kennen nie den Weg, wir sind Läufer!”.

Die luftige lustige Beute:


links:   Die Urkunde von der Wäscheleine runtergezerrt.
rechts:   Die kleine Karte von Wolfgang, nochmals Werbung für einen Lauf – meint Heiner dazu:  “Wir Bläggbois brauchen keine Triple mehr.  Nach unserer BläggBoischen Mara-Zählordnung laufen wir zum Beispiel in Biel den Hunderter und kriegen dafür 2 Maras, plus die restlichen 18 Kilosmetros nehmen wir mit – bei drei Hundertern macht das 7 Maras und noch 6 kms auf der Habenseite und die Ultras zählen wir noch extra, also 3 Stügg – ein TransEuropa bringt uns mindestens 120 Maras und 60 Ultras, muhahahahahahaha!”.

Wunderbarer einmaliger Lauf, das Wirrwarr am Ende ist bizarr, macht aber nix.  Vielleicht näxtes Mal im Sommer, dann müsste es eigentlich noch viel schöner sein.

Grüzi
Schneggi


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Kommentare ...

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Günter am 23.12.2009 um 07:59 Uhr
moin Schneggi,
wünsche Dir und MMchen ein schönes Fest und bleibt gesund, auf ein hoffentlich besseres 2010 ( aus meiner Sicht)
und die neue Zählweise sollten wir unbedingt einführen
Euer "dicker" Bläggboi
Christian am 17.12.2009 um 02:06 Uhr
Wie immer: ein wirklich schöner Schneggi-Artikel, der die Null trefflich widergibt.

Kaum zu gluben, dass der Autor erst zweimal hier war!
Wolfgang am 14.12.2009 um 19:06 Uhr
Wie immer ein netter Bericht mit tollen Fotos, von dem breiten Scheitel mal abgesehen. Da du leider sowohl schneller läufst, als auch futterst, konnte ich gar nichts vom Teller stiebitzen. Wenn ich lügen könnte würde ich ja sagen war schön dich mal wieder zu sehen.

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