Marburg – Lahntallauf, 18. Frühjahrsvolklauf Ultramarathon, 28. Februar 2010 – „Hochwasser und Orkan, da wirste meschugge!“

Dienstag, 2. März 2010


“Der Ersatz vom Ersatz”, wie Volker, Löffelpapa, es formuliert.  Zuerst klabbt das nicht mit dem Schullandheim an dieser ollen Mühle, wo sonst jedes Frühjahr rumgeturnt wurde, und es soll dieses Jahr im Februar und auch noch an nem Sonntag stattfinden.  Dann kommt das große Hochwasser und die ganze Schose soll ersäuft werden – es sollen wohl im Veranstalter-Club viele dafür und manche dagegen gewesen sein – entweder hat sich die Mehrheit oder der/die mit der größeren Klabbe durchgesetzt – durchgesetzt in Richtung:  “Wir Hessa, wir zieha das durch!” – da wussten se vermutlich no näd nix von dem Stürmle, Xantibbe oder so, wie er/sie hieß.

Ankunft in Marburg gegen Achte, es regnet heftig, Mist Mist Mist – kurz auf einer der Hauptbrüggen angehalten und in die Lahn gespuggt und se fotofiert – (links) flußabwärts in der Tat hohes und dazu wässriges Hochwasser, da rennt man an der Promenade, da wo das Geländer isch, doch immer im Juli in der Hitze beim Sommer-Mara, gell! – (rechts) Bligg flußaufwärts, seltsamerweise auch Hochwasser, meine Fresse und holyschitt.

Erst mal diese Frankfurter Straße mit der neuen Unterkunft, irgendeine Schulhalle finden – ah, eine urgemütliche Halle, ein richtiges Juwel, gar kein Vergleich zu diesem hässlichen Schullandheim, mit dem kuscheligen Innenhof und den lieben Cafeterrier.

Man hat nirgends mehr Ruhe – sofort tauchen irgendwelche Figuren und Gestalten auf, wie heut DiggeBagge, Hermann-der-nicht-Cherusker-sondern-Bayer, der bullige Sigggi und seine nicht-bullige Conny.



Also, ne Ersatzstregge musste gefunden werden und ward gefunden – von der Halle dahin nur 1,5 Kilosmetros – manche Angeber müssen da hinwetza – Temperatur wird heute nicht das Problem sein, satte 9 Gräder – ach so, regnen tuts natürlich, logo.









Der klausige mausige Peter sinniert ins Hochwasser hinein, träumt von der Bezwingung des Sambesi, Nil, Ganges und der Amazonen.

Für die Nichtgläubigen Ungläubigen wurden noch Du-guggen-hier-Hochwasser-Schilder aufgestellt.

Joh, ein langer Weg, dieser Weg an die Front – irgendwann kommt einem das doch verdammt bekannt vor – “Ey, diese Brügge kenn ich doch – an dieser Trebbe rennt man doch immer hoch – da unten steht kurz vor der kabudden Straßenlaterne doch sonst immer die Verpflegung – hey Pfeile auf dem Boden – war früher so km 4!”.

Sieht zwar aus wie ein Agger, ist aber ein Fußweg – gleich trotzdem Zeit, sich wagger vom Agger zu machen – der Strumpfbogen wird gegen Nachmittag abgebaut, Zelte ebenso, weil die einfach sonst weggefliegt werden würden.

Antje versucht Ordnung in die Chaoten zu bringen – es gelingt ihr – Frauen an die Power auf der Mauer, Powerfrauen mit sanften Klauen.

Manche Treter eingemummtelt wie im Winter – andere sagen sich:  “Kruzidürken, morgen ist März, ich laufe in kurzer Hose und noch kürzerem Hemd!” – DiggeBagge und Walter, der in 2 Wochen Millionen Meilen im Land der Griecher (für die Nichtschnellmerker:  “... wenn Griechen hinter Griechen griechen ...”) rumzabbeln will, kann man nur sagen:  “Meingottwalterindeinemalter!”.

Abbi, der Zahninscheniör (“dem Inscheniör ist nix zu schwör”) – was macht ein Friese (Nord oder Ost? weiß der Geier) in Marburg? – der Bubi hat dort studiert, jawohl, hats was genützt?  - “Abbi, was ist denn das für eine Kabbe!?” – “Eine ganz billige!” – “Abbi, was ist denn das für eine Tüte?” – “Das ist mein Kondom!” – “Abbi, Du Angeber!”.

Zwischen den Leutchen kann man die orangschenen Ohren sehen – die müssen später beim Orkan festgehalten werden, sonst tschüss-weggepustet – die gelbe Möhre Norbert hat nen dornigen Sporn an der Ferse, Zwangspause, aber die Mülltüte steht ihm subba.

links:   Sigggi – ein heftiger Anfeurer mit Feuer – irgendwann verzieht er sich und lässt einen alleine ziehen.
rechts:   Die Wagners, Constanze und Walter mit nem Riesenmonstersubbadubbaobjektiv – “Hallo Rennschnegge!” – der Walter kann sich das nie nie nie nimmer merken:  “Mannomann alter Walter, Power Power Power, nicht Renn Renn Renn!” – Heiko Krause beim Sonntagsspaziergang mit Regenschirm.



Jetzt wird auch die Rennstregge klar – eine 5 km-Runde, die ersten 2 kms gegen die frühere Laufrichtung bis zur Unterführung unter der Schnellstraße, dann einen lumpigen Kilometro im Karre-juhe, zurügg dieselben amüsanten eklatanten toleranten zwo Kilosmetros – hinten tummeln sich die schönen und lieben und klugen Läufer, zum Beispiel Volker und Sülvia.







Schon kommen die Schnellen entgegen – wird am Anfang hektisch und stressig, zuviele Lahme und zuviele Schnelle, Entgegen und Überholen und Fahrräder für die Führenden dazu, das gibt keine Ruh auf dem zu schmalen Weg – aber nach ein paar Remplern und mit der Zeit entspannt es sich und man wird entspannter und galanter und scharmanter.

In Cappel der Wendeteil – eine von zwo Stationen, später im Sturm kann man das da nicht mehr hinstellen, alles fliecht wech.




Viermal um eine runde Egge und wir sind wieder auf der Zurüggstregge - alte Marburg-Läufer erkennen alles wieder, gelle!










Bei km 3 schleicht sich einer von hinten ran – stellt sich raus, ein säxischer-hässischer Harald – er will mal diesen Schreiberling kennenlernen, der ihn verführte, mit dem Ultralaufen anzufangen und sich wegen der ThüringenUltra-Berichte vorgenommen hat, denselbigen auch zu laufen – huhuhu, das wird lustisch werden - aber von null auf 50 kann das kaum sein, so logger wie Harald der Hässensaxe die Fuffzig runtergespult hat.

links:   Der Werner, konzentriert, Haare im Wind.
rechts:   Conny, vor 6 Jahren in Bottrop übelst ver- und zersägt, das hat sie nicht vergessen – heute keine Schance gegen sie, aber wenigstens keine Überrundung wie neulich in Rodgau, dort ja ooch 5-km-Runden.

links:   Nobbie, der Flizzer – “Ey, alte Krügge!” – “Selber”, schreit er zurügg – na na na, Vorsicht mit der Wortwahl, alter Mann! - plötzlich isser wech, heut nur nen Halben.
rechts:   Heiko findet, dass er entgegen den Behauptungen in der Boulevardpresse kein einziges graues Haar im Bart habe, und er eigentlich Gegendarstellungen haben möchte, juristisch oder nicht, die seien nicht grau, sondern blond – okay, dann eben blond gefärbt.

Schon wieder der Werner, meine Güte, was der heute wieder saust – Klaus-Peter, der Umweltsünder, glatte 3:28 min für 7,4 Liter, sehr guter Strahl.

Nach ca. 4 Stunden dann der große Sturm, der Orkan, die Xanthippe mit der diggen Libbe – dagegen laufen, sehr schwierig, selbst im Sturm hats noch Böen, die einen rüggwärts treiben – mit dem Wind laufen, auch schwierig, man kann gar nicht so schnell wieseln, wie es einen dahinflattert.  Die meisten Treter schon von der Piste – in der letzten Runde dann noch ein paar Entgegenkommer und schon ist man total einsam – hinten nur noch Walter (nicht der Wagner, der alte Mann, kann ja nicht mehr so weit laufen), Walter Zimmermann ist gemeint – vor einem auch nix – halt bei km 47 noch ne junge große Mieze eingeholt, sie geht, zuvor immer so nen halben bis mehr Kilo vornewech – Schneggi schleicht sich an, paggt sie am Arm, will sie mitreissen – “Hilfe Hilfe, ein Wüstling!” – “Nee, komm lauf mit MiezMiez, gleich färtisch, gleich da!” – “Nee, ich kann nich mehr, dieser Wind hat mich getrieben und zerrieben und ich bin nur noch akkugetrieben [also triebgesteuert], ich gehe den Rest”.

Der Walter holt auf, der darf nicht überholen – also mit Rüggensturm noch nen halbigen Endspurt – bei km 49 kommt Antje Krause auf dem Fahrrad entgegen:  “Letzte Runde?” – “Nö, Antje, ich habe noch 3 Runden!” – muhahahaha, brüll, will sie nix von hören, fällt sie lieber in Ohnmacht.   Sie liebäugelt sicherlich mit dem Gedanken an Abbruch, aber es sind nur noch Postler-Walter, Löffelpapa, MiezMiez und Lahmsogge auf der Piste.


Walter und Volker im Ziel, (aber nicht in Biel, sondern in Marburg) – alles schon abgebaut – oder weggeblasen – viele der Fuffziger sind auf Mara umgestiegen – Walter:  “Ich hatte Dich immer im Visier, hätte Dich zu jeder Zeit versägen können!” – oh oh oh, dieser Post-Walter.

Letzte Zeitnahme für die junge MiezMiez im Auto, also alle vier letzten Heuler haben es geschafft – der Mann-mit-gutem-Hut baut schon ab – trotzdem die 1,5 kms zurügg sind noch zu machen, wäre zum Lachen.

Ruth vor der Halle für alle, wo sitzen eine Qualle und eine Koralle, denen läuft über die Galle und machen wüste Krawalle – der Hintereingang wieder für die räudigen Läufer, Stichwort “Restmüll” auf den Mülltonnen.

Wers nich glaubt, dass es gestürmt hat – weder ist dieser Baum beim Anpinkeln umgestürzt noch sind die Fahrräder vor Müdigkeit umgefallen – doch ehrlisch: es war windig stürmisch orkanig, es war absurd grandios, nach ein paar Hundert Maras hat man doch einiges erlebt, aber das war wieder een neues Abenteuer für das Pistenungeheuer.

Die Beute für alte Leute:


Künstlerisch hochwertige Urkunde, sogar mit angedeutendem Griecher-Meanderband am Rand, kann man kaufen am Strand im Sand, aber ohne Pfand und zuhause nageln an die Wand mit der Hand – fast ebenso künstlerisch hochwertig die arg gebeutelte, vom Orkan böse malträtierte Startnummer.

Ein Jüngling saust vor dem Lauf in der Halle von Tisch zu Tisch und legt jeweils ein Heftchen vor die versammelten Schlabbohren – und zwar immer so wie das linke Bild – an unserem Tisch drei Männer und eine Gemahlin? Partnerin? Freundin? Aufpasserin? – sie stürzt sich wie der berühmte Greifvogel auf das Heft:  “Muß ich erst mal inspizieren und genehmigen!” – ist aber die Rüggseite, die Vorderseite dann auf dem rechten Foto – brüllwieherunterntischschmeiß – wie sagt der Japaner:  “säxx sälls”  (Sigggi meint:  “Ich bin aus dem Alter raus!”).

Echte Anstrengung der Marburger Knaggfrösche, das trotz der Untiefen umzusetzen, verdient extra-Lob – vielleicht klabbts ja wieder mal mit dem Lauf in der Sonne Ende März oder Anfang April und wieder an der Mühle – wir hoffen und glauben dran, ganz feste, versprochen.

Grüzi
Schneggi


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Kommentare ...

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Frank am 03.03.2010 um 17:46 Uhr
Super Bericht - feine Sache - konnte eben mal so richtig darüber lachen - obwohl es schon eher eine ernste Sache war bei dem Wetter !!

Beste Grüße
Frank aus Thüringen

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