Tag 2, Isarrun 2006, Dingolfing - Freising, 16. Mai 2006 – „es schifft und so ein Scheißkiesweg“
Tag Zwo – um fünf rumort Türken-Mike zur linken und Keule zur rechten muß wieder einen Liter pissen - Frühstügg um 530 – Start der Lahmen um 630, Start der nichtLahmen um 730, der Unterschied liegt beim 7er-Schnitt vom Vortag – normalerweise, also an den näxten 3 Tagen, wird um 700 und 800 jeweils gestartet, aber die heutige Etabbe ist die längste, mit 75 kms, und deswegen heute so früh raus, brrrrrrrr.
Erste Ausfälle: Bert DeJong, noch ein Käse- und Sümbadieträger, kann keinen Meter gehen, ächt wahr, er kroch gestern abend auf dem Boden ins Badezimmer, Zentimeter für Zentimeter, kam gestern als Letzter wie der Tod-auf-Rädern ins Ziel reingeschliechen – Tom Kuschel steht am Start und murmelt was von Hüfte, schade Junge, biste doch ein nätter Treter, er macht weiter als Standdienstler, Du seist gepriesen.
Zehn Minuten vor Start der Lahmen fängts an zu schiffen – und hört so schnell nicht wieder auf. Die GPS-Träger (vor allem das Trio Infernale Heinz, Willem, Schneggi) lernen schnell, dass sie mindestens 5 Minuten vor dem Start schon mal draußen stehen müssen, damit ihre Forerunners die verdammten Satelliten finden, sonst gehts los und die TschiPiÄsse funktionieren noch gar nicht.

links: Es fällt schon auf, dass abends und morgens die ganzen Flizzer humpeln und schleichen und jammern undsoweiter – und dann rennen sie wie die Hasen tagsüber – das geht natürlich auch an Ränä nicht vorbei – und hier, exklusiv nur auf dieser Seite, zum ersten Mal, sensationelle Fotos wie der Ultralauf unsere blühenden jungen Männer, unsere Zukunft, kabudd und fixx-und-färtisch macht. Hinter Ränä übrigens ein ganz wichtiges Utensil: abends die Pinnwand mit den Ergebnissen, morgens die Wand mit der Stregge en detail, der Wettervorhersage und und und.
rechts: Hier mussten die bösen Jungs schlafen.

links: Ja genau, es ist nass und glitschig um 620 vor dem Hotel.
rechts: Der Marienplatz in Dingolfing, duster trübe kalt nass.

links: Uli Welzel (rote Jagge) beim Appäll, Ablesen der Namen, Anschnauzen-wer-sich-nicht-gleich-mit-HIER-meldet – Heinz Jäckel mit Leuchtstreifen, Bill Nickl mit Intensivstationschläuchen und Bernhard Sesterheim (No. 24) – hinten links könnte von der Statur her der Riesenlulatsch Willem Mütze sein.
rechts: Uli spricht zur Meute, keiner hört zu (wie jeden Morgen).

links: Erste Station im Regen, rechts die Isar, angestaut – links ein verwunderter Zivilist „Was für einen Quatsch machen die denn da?“.
rechts: Eines unserer allseits beliebten Kernkraftwerke, dieses heißt OHU, is ächt wahr! Die Isar soll da ein paar Grad wärmer sein – und nach dem Baden braucht man keine Leuchtstreifen mehr auf den Jaggen, man leuchtet spontan, muhahahaha.

links: Immer noch um die gestaute Isar rum, aufm Damm, immer noch im Regen, das da vorne könnten Michael aus Wien (Schneggi dachte, der Tübb heißt Manfred, gibbs aber gar keinen Manfred in der Liste, donnerblizz aber auch, also heißt er ab jetzt einfach Michael) und davor noch Gijs aus Ollandia sein.
rechts: Eine unser beliebten Boden-Markierungen – ist gut für auf-den-Boden-Gugger, weil diese Eumel nämlich die Pfeile in Augenhöhe verpassen, die Pänner.

Die Jungs kommen aus dem Staunen nicht mehr raus – Angler am Kernkraftwerk-Isarstausee – aber sie wissen andere Beklobbte zu schätzen und grüßen herzlich mit dem Mittelfinger.

links: Nächste Station – immer noch am Isar-Stausee, immer noch Regen – mit dem Zopf ist Michael alias Manfred aus Wien, ganz rechts Gijs, der Käsetreter (hatte die Frechheit gestern abend mit nem orangenem TieShört rumzulaufen, wo draufsteht: „Wer Weltmeister werden will, muß erst uns schlagen“ – na wenns so einfach ist, muhahaha) – in der Mitte in rot Sonja Welzel.
rechts: Die beiden lästigen Plagen (Willem und Heinz) sind auch schon wieder an Schneggis nassen Soggen dran, die wird man einfach nicht los, dieses Pagg.
unten: Schnell Becher wegschmeissen und abdampfen, wenigstens ein paar Meter Vorsprung ergattern, die machen einen fertig, ährlich.

links: Bernhard Sesterheim meinte letztes Jahr schon: „Hey, Mann, Du solltest also wirklich anfangen, Hundesteuer zu zahlen!“ – und oben auf dem Weg saust er auch vorbei, der gute Bernhard, aber er wird wieder eingefangen.
rechts: Ein einsamer rot-besprühter Stein, inmitten einer Pfütze, riskante Markierung, bald wird er überschwemmt sein.

links: Wir sind in Landshut angekommen, ca. km 30 – Bligg ans andere Ufer.
rechts: Eigentlich schöne Kastanienblüte, tja, zu nass heute.

links: Fotofieren kostet Zeit und von hinten kommen schon die Verfolger: BamBam (heute ganz mies drauf, nicht Laune, sondern die Beine) und Bill Nickl.
rechts: Runter in den Fußgängertunnel.
unten: Schnell überholt und noch mal von der Seite – sieht nicht gut aus, aber nur noch 2 kms bis zur näxten Station, da wird Gabi sein.




Noch mal was von Landshut - Bligge stromabwärts und stromaufwärts von der Isarbrügge, da wir jetzt vom rechten Isarufer für den Rest des Tages (äh nur noch 40 geradeaus-kms) auf die linke Seite wechseln.

links: An der Station km 32, gleich nach der Isarbrügge – der Schäffe macht seinen Rundgang, äh Rundfahrt, ob hier auch kein Mist gebaut wird: „Alles in Ordnung, Schneggi?“ – „Nö, BamBam kann nicht mehr, will nicht mehr, schleicht gerade über die Brügge – Gabi, hol mal die Peitsche raus!“.
rechts: Türken-Mike hat die eine Stunde später Start schon rausgewieselt, donnerkeil, sucht gerade nen Döner.
unten: Heute laufen Berlin-Felix und Türken-Mike zusammen, kann nix Gutes dabei rauskommen – sieht Berlin-Felix nicht schon völlig färtisch aus?

links: BamBam hats mit letzter Kraft zum Stand geschafft – Schäffe Uli jagt Schneggi aus dem Stuhl („Verpiss Dich, zieh Leine, hast ja noch 40 kms!“), platziert BamBam rein – und fängt an zu massieren – zuvor noch das Bein mit Margarine eingerieben, yes Sir, Sie haben richtig gehört: Margarine, von den Butterbroten für die Läufer runtergekratzt, wir können alles bezeugen, wir habens gesehen, nicht wahr Türken-Micki? Türken-Mike meint: „Uli, kümmer Du Dich mal um die Organisation, ich übernehme das!“.
rechts: BamBam denkt gerade, wie kriege ich die Butter von meinem Bein auf mein Croissant?

links: Autos dürfen an dieser Stelle nicht rein, also der gute Hans fährt mit dem Radl und ner Batterie Wasserflaschen rein und macht ne Station auf – allerdings heute wird er sein Wasser kaum los, es schifft genügend von oben.
rechts: Schon wieder diese Posiererei – man beachte den ätzenden Schotter auf dem Laufweg – kommt noch schlimmer, später mehr davon, grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr – übrigens der Fluß am rechten Bildrand ist die Isar, muhahahaha.

links: An diesen Schildern am Wegrand kann man sich geistig entlanghangeln, alle 200 Meter eins – man könnte auch Intervallträning machen – oder so wie Schneggi: 200 Meter gehen, 200 Meter laufen, 200 Meter tragen lassen, 200 Meter beim Fahrradfahrer hintendrauf mitfahren (oooops, das ist ja gar nicht erlaubt), neuer Zyklus 200 Meter gehen …..
rechts: Jörg Hafner hat noch zuviel Kraft, spurtet quasi dahin, ist besorgt wegen des Zeitlimits – am letzten Tag müssen wir ihm die Soggen aufschneiden, so digge Füße hat er.





Ach herrje, der schon wieder, sieht ungemein dynamisch aus, frisch geduscht? – noch ein Paar Fotos von der Isar.

links: Die Sonne kommt raus, es wird herrlich schwül, klasse danke – Lothar Preisler in gelb unterwegs.
rechts: Hier solls Indianer geben.

Das ist der grandiose Kiesweg – weicher Kies, schlimmer als Sand – am Abend fluchen alle drüber – Bligg nach vorne - Bligg nach hinten, meine Güte, da kommt ja jemand, vor lauter Schregg das Bild verwaggelt.

links: Ihm ist das schnubbe.
rechts: Ein einsamer rotmarkierter Stein – man ist ja dankbar für alles.








So kurz vor km 60, als man kurzfristig den Scheißkiesweg verlassen darf, gibt’s im Wald ne Kunstausstellung – hat die überhaupt jemand außer Schneggi bemerkt? – vor 2 Jahren, als wir in die andere Richtung liefen (also von Scharnitz nach Plattling) war sie einfacher zu erspähen, außerdem war das Zeux damals noch nicht so zugewachsen – also, hier bitte bemalte Baumstämme, „Kunst im Wald“ steht auf dem Schild – kostet 10 Minuten Zeit vor den lästigen Verfolgern, Dutzende an Mistschnakenstichen, Brenneseln helfen auch mit.


links: Nach der Ausstellung läuft Bernhard auf, ist völlig außer sich, wegen dem Scheißkiesweg, kann sich gar nicht beruhigen.
rechts: Bill Nickl gleich hinterher - der Bill ist ein absolut zäher Bursche, ein Beißer-ohne-Ende.
unten: Endlich mal wieder Asphalt, ein Genuß, eine Laabsaal – die roten Pfeile sind die unsrigen.

links: Seitenarm der Isar.
rechts: Das darf doch nicht wahr sein: diese Nervensägen wieder, quasi 6 Stunden später seit dem OHU-Dingsbums.

links: In Freising sind wir – der Sprüher sprüht überall – unser roter Pfeil.
rechts: Weihenstephan in Freising.

links: Ah, jetzt in die Tigerwash rein – nur noch duschen, und alle viere von sich streggen.
rechts: Noch so ein barogges Bauwerk – ist das Barogg? wotäver! – die Uhr zeigt Zehn vor Fünf und es regnet schon wieder und noch 2 kms to go – ein langer Tag, wird ne 10:34, mammamia.
Ausfälle: die Beckers geben heute auf, Zeitlimit schien nicht mehr erreichbar – Michael alias Manfred schmeisst auch hin, will aber definitiv nach Wien zurügglaufen – Lothar Preisler hört nach der Etabbe auf (mehr wird nicht dazu gesagt) – Bernhard Sesterheim ebenso (wegen was in der Familie).
Unterkunft im Hotel Lerner, wieder dieselbe Bande in dem einen Zimmer wie in der Nacht zuvor, allerdings kriegt Schneggi ein richtiges Bett, geschnarcht wird trotzdem (nicht Schneggi!) und Keule pinkelt dreimal jeweils 2 Liter.
Das war Tag Zwo, genauso wars und nicht anders, die Wahrheit und nix als die verlogene Wahrheit
Grüzi - Tag 3 des Isarruns 2006 demnäxt.
Schneggi
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