Tag 3, Isarrun 2006, Freising - Wolfratshausen, 17. Mai 2006 – „zweimal verlaufen, doof bleibt doof“

Montag, 29. Mai 2006


Tag Drei – von den ursprünglichen 56 Startern sind jetzt sieben Treter raus – dabei bleibts aber auch, keine weiteren Ausfälle mehr – zum Vergleich: in 2004 sind von 44 Startern vier raus und in 2005 von 56 Startern glatte 13 raus.

Heute Start um 700 Uhr, langsam bewirkt der Schlafmangel Müdigkeit und digge Augenringe – dran denken, unterwegs mal Ohropax zu kaufen, heißt Friede für die Ohren, genau, das ist nötig, bei Kirchturmgebimmel die ganze Nacht alle halbe Stunde, Sturmsausen und Geschnarche.
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links:   650 Uhr, auf den Stufen vorm Hotel, Schneggi setzt sich lieber noch mal auf die Stufen, es gilt noch mit der SMS-Technik zu kämpfen – da setzt sich dieser subba gelaunte junge Mann daneben, sieht aus, als ob er hier im Ferienlager sei – Ränä meint, er habe BamBam in der Nacht noch überzeugen können, nicht aufzugeben, zuerst war die Befürchtung eines Muskelfaserrisses im Raum, gestern kam sie als Letzte mit knäbbli 8 min vor dem Zeitlimit rein – Zeitlimit ist 9 min pro km, da gibbs gar nix zu lachen, manchmal nicht so einfach bei einem Etabbenlauf (erst mal selber laufen und dann lachen).
rechts:   Uwe Schiwon, eigentlich Dreifach-Ironmän, letztes Jahr erfolgreich durch den DL gestolpert, zumeist Rudelführer der Lahmen-7Uhr-Trubbe – sehr ruhiger aber exträm sümpato-Tübb.
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links:   Einige der nichtLahmen beobachten den Uli-Appäll der Lahmen auf der anderen Straßenseite – von links: Theo Unhold äh Huhnholt (Urbayer, kriegt allerdings kein Visum zur Ausreise in andere Bundesländer), Olaf der schmale Fuß, Gerhard Lusskandl (Österreicher, trotzdem okay der Knaggfrosch), Gabi Werwolf, Michael Irrgang (aus Trooosdooof).
rechts:   Hotel Lerner, unser Hotel, mit Maibaum – die werden sicherlich drei Kreuze machen, wenn wir Chaoten wieder verduftet sind.
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links:   Uli brüllt: „Es geht los, haut endlich ab!“ – keiner bewegt sich – nach ein paar Minuten dann eben doch.
rechts:   Letzter Bligg auf Weihenstephan.
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links:   Der Tag fängt beknaggt an: gleich nach 500 Metern in die Büsche – in der Nacht hats geschüttet wie blöd, jetzt mit der Morgensonne isses irre schwül – nach 1 km schon schweißgebadet – da muß mehr Qualität rein, erst mal ein Magnum an der Tankstelle holen.
rechts:   ... und so geht der Tag weiter, im Schneggentempo.
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Brügge in Freising über die Isar - aber da trampeln wir nicht drüber, erst mal aufm linken Ufer bleiben, 35 kms bis München.
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Die liebe Isar und ab-und-zu nette Schilder, da kommen wir her, da wollen wir hin.











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links:   Tägliches Ritual: wann kommt Ränä, der SubbaFlizzer? wer hängt denn da an ihm dran? ein Tagesetabbenläufer, den hat er bestimmt später noch vernascht.
rechts:   Ein anderer Tagesläufer, unser Sebastian Schöberl – leider nur am Mittwoch unterwegs, habe zur Zeit keine Zeit.
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Das Rudel der Verfolger, erste Reihe mit Eberhard, Theo und Jürgen, von hinten am rechten Rand Carmen im Erdinger-Hemd (einzige Dame in dem Männer-Sauhaufen, hoffentlich benehmen die sich auch, und es wehen nicht nur Winde und Flüche und zottige Wizze).
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Plötzlich, man denkt an nix Böses bzw. man denkt seit gestern überhaupt nicht mehr, man reagiert nur noch wie ein Wurm – also mitten im Weg ne Schnalle in Bundeswehrkluft, langer blonder Zopf, Händie in der rechten Hand, Kippe in der linken, Walkmanstöpsel in den Ohren – ein Tübb mit Drei Streifen an der Schulterklabbe (heißt: kann lesen und schreiben) hoggt auf ner Kiste – „Was macht Ihr Eumel denn hier?“ – irgendwiewas mit „Marsch“ drin murmeln die ziemlich unwirsch – in der Tat die nächste Stunde oder so werden Dutzende von lahmen oder diggen oder fußkranken oder kabudden Soldaten überholt, jeder (hobbla, ca. ein Drittel Frauen, sogar ein paar leggere Miezen dabei, aber eher muffig grätig grantig, dann eben nicht) mit einem 10 kg Ruggsagg – der Tübb ganz rechts auf dem Grubbenfoto läuft mit Schneggi im 8er-Schnitt ca. 10 kms, ist fitter als die Anderen, ungefähr 310 beim Marathon, allerdings in normalen Schuhen und ohne Ruggsagg, heute bescheuerte 30 kms als Teil des Frühjahrfitness-Tests, muhahahaha.
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Es kommt wie es kommen muß: zwei Soldaten bei ihren Beinkrämpfen geholfen diagnostiziert therapiert prognostiziert große-Klabbe-gemacht, mit anderen gequatscht, und schon offenbar die Abzweigung verpasst – plötzlich das Ende des Weges, ein Armeebus, lauter ausgelutschte BW-Marschierer, keine Isarlauf-roten-Pfeile mehr, nix nirgends nada niente – „Sind hier die Läufer durch?“ – „Nöööö, was für Läufer?“ – kruzidürken, Scheiße im Quadrat – zurüggwatscheln? nee, Roadmäbb raus, Gedächtnis strapazieren, man mußte letztes Jahr doch vor München auf die andere Seite, auf einer diggen Wehr – yäbb yäbb yäbb - „Isarwehr Oberföhring km 32.9“ steht aufm Plan - wie jetzt dahin kommen, die Eingeborenen befragen? – erst mal durch einen Teil des englischen Gartens ohne irgendwelche Engelländer drin, Biergärten en masse, juhu das Wehr, tolle Aussicht, aber keine Zeit – hinter dem Wehr gleich Station 3 – heute von Gabi, hat schon abgebaut, aber noch Reste auf der Parkbank - „Schneggi! endlich, wo bleibste denn? siehst ja völlig färtisch aus! nimm erst mal die handvoll Salztabläddsche!“ - 2 min vor dem Zeitlimit, holySchitt, der Schäffe Uli ist auch da, quasselt mit Eingeborenen – nu aber hurtig spurtig furtig durch Münscha, letzter Platz, Zeitlimit im Nagga, kein Spass mehr.
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En passant, sozusagen aus der Hüfte geschossen, noch a paar Fotos von München und seiner Isar, Deutsche Museum auf der anderen Seite, keine Zeit, muß Zeit aufholen.
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Einen, der aussieht wie Münchner, gefragt, was das für ein Gebäude sei? „Hmm, do hams mä aba jezzä voll därwischt! waas i näd“ – was will die Steinfigur dem Schneggi sagen?
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Nochmals die tolle Kirche und, man liebt ja Technik, noch irgendein Kraftwerk – unter der Wittelsbacher Brügge warten Reinhard und Erwin am Stand 4 bei km 39 - 6 Minuten reingeholt, grandios geschmeidig fantastisch spastisch immer noch elastisch, pfffffffffuh.
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Heute ist der Brüggen-fotofier-Tag.
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Es geht in den Münchner Stadtwald, der bald zum Urwald wird – an der Isar entlang, purer Sand, singleTreil sagen die gscheiten Leute dazu - und sakra, plötzlich geht’s nimmer weiter, bei der letztjährigen Überschwemmung aufgetürmtesTreibholz in Riesenbergen, keine Pfeile, wieder nix – bluadige Hännakepf (schwäbisch für blutige Hühnerköpfe), verflucht nochmal – hilft nix, rüggwärts und dann aus dem Gedächtnis von 2005 wieder vorwärts, irgendwie sich erinnern wos ungefähr circa beinahe in etwa fast möglicherweise oder doch nicht ganz bestimmt verdammte Scheiße hier nicht dort drüben vielleicht entlanggeht – Schneggi hat die Schnauze gestrichen voll, heiß, schwül, Stechmüggen ohne Ende, Wasserflasche leer, Durchfall: „Bäh, ich will nicht mehr, ich leg mich jetzt hier hin, ich beweg mich nicht mehr, und die Archäologen werden mich dann im Jahr 2506 ausgraben („Woa, gugg amol, ein prähistorischer Isarläufer!“) – Bligg streift nach rechts, uaaaaaaaa, mitten in diesem Urwald ein Straßenrandpfosten, wer hat den hierher geschläbbt? halleluja mit nem roten Pfeil drauf und ein himmlisches Zeichen von einem MM-Herzchen – neue Lebensgeister, Plan murmelt was von „Pumpwerk“, ja genau, irgendwo blubbert plätschert es, yäh yäh yäh „pumpt“ doch was jemand, ach solange die Ohren noch funktioneren – aber wo ist das Pumpwerk? Schneggi ist doch kein Indianer – keine Ahnung wieviel Zeit und Stregge der Schlamassel gekostet hat – später heißt es, daß ein Flatterband wohl von bösen Mächten illegal illegitim fahrlässig mit Vorsatz entfernt wurde undd daß alle außer Jürgen Schoch (Markierer und Streggenaustüftler von 2004 und 2005) sich verfranst hätten.
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Endlich aus dem Münchner StadtURwald raus, Verpflegung No. 6 auf nem Parkplatz, die näxten haben 25 min Vorsprung, ogottograus – wieder rein in den Wald, dieses Mal auf breiten Wegen, dafür rauf und runter und wieder rauf und runter, endlose Hügel und schwül und heiß und einfach keine Lust mehr - „Holiday, oh what a lovely day today, I am also glad that they send me away to have a little holiday today, oh what a day! Tralalalal“ – ein Ende kommt in Sicht, die Kapelle – letztes Jahr hat es 8 Stunden geregnet, gegossen, das Wasser stand in diesem Wald zum Teil 50 cm tief, Pfeile weggewaschen futsch – ja, diese Kapelle, dann nur noch13 kms.


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Verpflegung „Kapelle am E-Werk Mühltal“, heißt es – herrlicher Bligg über die gestaute Isar, jetzt auf ner geteerten Straße entlang – der heutige letzte Platz ist definitiv sicher, na wenigstens etwas.
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Dann rauf auf den Isarkanaldamm, nur noch schlurfen geht – am Ende des Kanals, am Ickinger Wehr, Gabi (und Helfer) wartet treu und brav und verpflegt und was für eine gute Fee sie doch ist (manchmal) – noch 6 kms in 50 min – „kein Problem“, meint Gabilein – „Okay, wenn Dus sagst, dann auffi!“.








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links:   Erst mal 3 kms geradeaus, auf Straße, leicht hoch, volle Pulle, Puls am Anschlag, Schweiß fließt, könnte 6er-Schnitt sein, viellleicht, hucärs? – verdammt, in natura war in diesem 2-Meter-großen Herzen auf der Straße doch ein MM gestanden, todsicher ährlich ganz bestimmt, muß jemand aus dem Foto wegretouschiert haben.
rechts:   Von der Brügge, die nach Wolfratshausen rein führt – der Fluß ist die Isar, wirklich ährlich.
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Das ist Bill Nickl auf den letzten 50 Meters, Ziel hinter der überdachten Holzbrügge – 1 km vor Ziel auf Bill in Wolfratshausen aufgelaufen, er sieht keine Pfeile mehr (sind tonnenweise vorhanden), fragt Eingeborene, kommt Schneggi dahergeflogen und er kennt den Weg, man geht, äh schleicht zusammen rein – 10:38 h, sagenhafte 6 min vor dem Zeitlimit, genial.
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links:   Diese unrasierten Gesellen amüsieren sich köstlich über die kriechenden beiden Letzten – Peter, Ränä, Löffel.
rechts:   Nochmals die Holzbrügge, durch die wir wie die Hunnen gelaufen sind, zum Ziel der Etabbe 3, hartes Stügg Lauf, verdammich, von nun an kanns nur noch bergauf gehen.
unten:   Ute und Eberhard sehen die Sache wesentlich seriöser, eben richtige Sportler und liebe Menschen, nicht solch übles Gesindel.
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Heutiges Hotel ist die schon legendäre Humplbräu, genialer Name – uaaaaa, ein Dreibettzimmer mit wahnsinnig viel Platz, Christian zur rechten, Türken-Mike zur linken, diese Mutante von Keule im Nebenzimmer (drei Kreuze gemacht), Fernseher (Tschämpions Lieg Endspiel London gegen Parzelohna) aber eigentlich sollten wir schlafen – neben der Humplbräu diese Kirche und davor ein Brunnen, um den sich für gewöhnlich (wie auch heute) die Läufer lümmeln und die Bevölkerung zum Staunen bringen –subbaEisdiele (angeblich italienische Gelateria, aber keiner parla italiano, normal heutzutage) keine 50 Meter weiter, hmmmmmmmmmmmm – ey Dromäus, was waren das noch für Zeiten? nach den Spreelauf- und Isarlaufetabben äväriedei in die Eisdiele (als Du noch schnell warst und nicht kneifen mußtest, muhahaha).
Grüzi
Schneggi


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