Tangermünde – 3. Tangermünder Elbdeich-Marathon, 11. April 2010 – “Hinter dem Horizont geht`s weiter”
In dem Rätsel in den News wurde nach dem Fluß gefragt, an dem viele Städte liegen, die einen Mara veranstalten – die Elbe natürlich: Hamburg ganz vorne weg (oft, zu oft, dort gelaufen), Magdeburg (letztes Jahr zum ersten Mal, sicher wieder mal, war prima), Drääsden (Schande, bisher noch nicht, bietet sich an, jibbs ja auch zwei davon pro Jahr, also sicher terminierbar), kann man Stüde mit dem Elbe-Seitenkanal auch noch dazunehmen? und Rentner-City, äh Cuxtown, ganz am Ende der Elbe, wo gar keine Elbe mehr da ist, okay Cuxtown kommt noch dazu.
Dieses Wochenende Wahl zwischen Rentner-City und Tangermünde an der Elbe – beide mit aufm Deich-Schlurfen – aber Cuxtown war letztes Jahr schon dran, also auf nach Tangermünde – erstens was Neues (sagte schon Biene vor 6 Jahren: “Lauf nicht immer dasselbe!”) und zweitens vermutlich einer dieser herrlichen kleinen Maras im Osten und drittens km-technisch am näxten gelegen.
Tangermünde – klein aber fein – einiges an wuchtigen Hütten zu sehen – trotzdem würden wohl manche Schlabbohren hier nicht tot überm Zaun hängen wollen – der Sprecher am heißen Mikro faselt was von Kaiser- und Hansestadt, daher wohl früher reich und Geld für diese vielen monumentalen Bauten da gewesen, es war einmal.

Wie man sieht, regnet es – dazu noch kalter, nö eisiger Wind, Temperatur 6 Grad, gefühlt minus 10, mit einem Wort total oagnäm – Anmeldung im Grete-Haus, wo in 2005 die Affenbande des Deutschlandlaufes DL05 zu Abend gefuttert hatte, erzählt Karl-Heinz Kobus, damals wohl ne Bruchbude, jetzt fein renoviert.

Läuft alles am Schnürchen – Startnummern gibbs keine mehr, muß man später am Start aus dem Drugger rauszerren – ansonsten trotz Nachmeldung nur 25 Mäuse, so kann`s weitergehen.

Alles wuchtig und in rotem Baggstein.

Kirche mit nur einem Turm, tübbischer Fall von wer-soll-das-bezahlen-wer-hat-soviel-Geld? – und noch ne Kirche, mit den Zelten des Mara-Zirkus drum herum (oder ist das gar keine Kirche?, äh nun, nicht genau rescherschiert).

Im Ziel wird noch gebastelt, ansonsten nix los, so um 8 Uhr – Start des Mara um 10.

Dann lieber zurügg in die Turnhalle, wo`s warm is – vorbei an Burg und alten Briefkästen.

Wolfgang und die Pänner – Dieter Merker erkennt richtig, dass das Prädikat “Pänner” erst verdient sein will und eine Art Auszeichnung sei – sie seien das DU-Tiem, Dieter und Uli, muhahahahahahaha – Dieter, zum dritten Mal hier, weiß, wie mal das heute am besten deichselt: “Du schnabbst Dir ne fesche Halbmara-Mieze und bleibst dran, die starten zwar ne Viertelstunde später, aber dann musste Dich halt anstrengen, Du hast die große Auswahl!”.

Zurügg zum Start, man legt hier einige gehende Kilosmetros zurügg.


Jetzt alles bereit, Ersatz-Startnummer wird ausgedruggt, aus schnöden Papier, reisst auch prompt an allen Eggen ein und geht im Wind verloren – Old Siggie auch dabei.

An den Händen und Füssen gefesselt, Old Siggie und ihre Freundin, nicht bekannt, was die beiden (wieder) angestellt haben.

Wikinger aus Danmark rübergekommen.

Einige Hannoveraner im Startrudel - 98 Vollender insgesamt, laut Liste im Ziel.

Karl-Heinz Kobus und Old Siggie versuchen vergeblich, Lahmsogge zu versägen - Karl-Heinz, der notorische und unverbesserliche Schalke-Fän ("einmal Schalke, immer Schalke!") kommt aus Hannover, wo gestern die Schalker gewaltig versägt worden sind, muhahahahahaha.

Ingo Schlitzohr stellt sich in den Weg (“So viel Zeit für dieses Foto muß sein, mach mal Schneggi!”) – dahinter noch Carsten Bölke, vor 2 Wochen noch beim Sechser in Fröttstädt knäbbli vor Schneggi, heute keine Lust zum Wieseln.

Nach dem ersten km auf Kopfsteinpflaster raus aus der Stadt, durchs Riesentor und 1 km geschafft – wie man sieht, zwei identische Runden zu absolvieren (“äh, nich ganz klar, wie das meter-technisch hinhauen soll, dass die Schilder für Runde 1 und Runde 2 immer am gleichen Platz stehen, wurscht egal hugivesaschitt”).

Fluggs-schwubbs aufn Deich und Bligg zurüg – hobbla, schon kommt ein bulliger Besen daher, guggt ziemlich brummig, Schneggi is der Letzte (“wohl zu langsam, wa?”).

Alternative Markierungen? – Uli aus Berlin übernimmt die Laterne, die rosarote.

Einsam und allein – und quasi fast immer irgendwie geradeaus.
Hier die Streggenkarte direkt von der webbigen Seite der Tangermünder Macher www.elbdeichmarathon.de:
Aus dem roten Knödel oben raus, entlang dem blauen Ding (soll die Elbe sein) nach unten, die Mara-Treter nach ca. 4 kms Richtung Dorf Bölsdorf, dann zum Dorf Buch, weiter Richtung Elbe zu, zurügg von 6 Uhr nach 12 Uhr, alles färtisch - dat Jance zwee mal.

Wenige, ganz wenige, äh fast gar keine Anfeuerer – später in zwei Dörfern schon mehr – die “Elb-Blitze”, so auch die Fahne, sind stark vertreten, zumeist als Halbe – bei km 4 dann Trennung der Wege.

Die Halben mischen uns schnell von hinten auf, richtiges Gedränge – einige solche Bettlaken liegen am schrägen Deich, jetzt geht`s hinterm Deich entlang, Susi muß beliebt und geliebt sein.




Bölsdorf gibt sich enorm Mühe, Luftballons, Blasmusik, Bierausschank, etliche Bettlaken – der Gruß an die Säufer, äh Läufer, kommt von der Kinderkrabbelgrubbe – in der zweiten Runde sind einige der Dörfler, vor allem im näxten Dorf namens Buch, schon verdammich lustig, kruzidürken.

Ein wenig Kopfsteinpflaster, um den Übermut zu dämpfen – und endlich wieder mal die seit dem DL vermissten Plattenwege, herrlich.

Im zweiten Dorf, in Buch, sind se enorm lustisch, wahrlich!

Es ist flach und die Kilosmetros sind lang und der Horizont ist weit wech.



Rüggkehr nach Tangermünde, von weitem schon der Kirchturm sichtbar - zum Schluß nochmals sakrisch auf Pflaster nen Hügel hoch, unnötig, zefix.

Das Ziel am frühen Nachmittag, jetzt bricht der Himmel auf und die Sonne kommt raus – hatten wir ein Glügg, dass das nicht früher geschehen ist, was hätten wir geschwitzt und gejammert, holyschitt!

Nach luschiger ersten Runde, eine noch luschigere zweite Runde, mit Spied-Intervallen sozusagen – trotzdem, niemand wagt es, Lahmsogge auf Runde Zwo zu versägen, außer dieser schnuggeligen Mieze, die vom halben auf den Mara ummeldete (siehe blaue Nummer) und bei km 27 vorbeisegelt, wow wow aber richtig mit Tempo und Technik – Old Lame Hasehumpel hinterher, keine Schance, gleich 500 Meter weg – ihr Problem is, dass Mara gelegentlich öfters manchmal meistens 42 Kilosmetros hat, und wenn man bei den Verpflegungen 100-200 Meter geht, tja dann ... - bei km 31 noch nen halben km im Miezen-Windschatten (da kennt ein Schovi Macho keine Gnade) - nach 5 kms is die Luft raus und die Mieze kann den subba-eleganten unwiderstehlichen schenialen schneggschen Laufstil von hinten bewundern, aber danke für die scharmante Adrenalin-Toasteron-Progenitalon-Össigen-ausschüttende Überbrüggung der potentiellen Krisen-kms – Detlev aus Brandenburg mit der 920 ruft bei km 36: “Auch noch von Schneggi versägt zu werden!” – und meint im Ziel: “Was haben sie denn Dir in den Tee getan?”.

Noch n Wort zur Verpflegung: spitzenmäßig, Anfragen schon 50 Meter vorher und Rüberrufen zur Station, subba-kompetent im Anreichen, Wasser und Cola im Überfluß, keine Ahnung, was es sonst noch so gab, waren wohl auch Äpfel, Bananen und viel anderes Gesöff zur Auswahl da, dazu noch Ansporn Klatschen Johlen heiße Musik, wat willste mehr? – nicht die häufigen grellen gelben Jaggen, die man nur mit Sonnenbrille ertragen kann, sondern die Ästhetik-schmeichelnden dezent grünen Jaggen.

Uli vom DU-Tiem kommt aufm Weg zur Halle und den exquisiten Duschen entgegengewieselt: “Der Dieter ist gestürzt, Knie aufgeschürft, Steinchen, nee Felsbroggen drin, beide Hände zerschunden, vielleicht 2 Finger gebrochen, ist aber durchgelaufen, muß ihn im Sani-Zelt abholen!” – mit Dampf vor der Linse muß das natürlich dann später im Umkleide-Duschraum dokumentiert werden – bei km 29 über nen Schnürsenkel gestolpert und auf die Fresse, äh Hände und das Knie gehämmert, aber heroisch zu Ende gebrettert, holyschitt.


Nochmals zurügg zum Start-Ziel, die urige Kunde abholen – die Sonne kommt tatsächlich raus – Ingo lungert immer noch rum, seine Inge stösst dazu – “Ingo was treibt Dich denn nach Tangermünde?” – “Ich bin hier geboren!” – kruzidürken, ein berühmter berüchtigter Sohn der Stadt.

Zeit für ne Eigen-Belohnung: prima und subba-günstiger Eisbecher – die roten Käbbchen haben nix mit Schneggi zu tun.
Die Beute von heute:

Die Startnummer war sowieso nur auf Schreibmaschinenpapier, in schwarz-weiß und ist unterwegs perdü gegangen – schönes Funktionshemd, brauchbar – urige Kunde auch ansehnlich.
Die Trinkflasche ist nicht der Rede wert, erinnert aber an den heutigen Geburtstag eines grandiosen Ex-Läufers, der große Meister, der sich irgendwann mal gesagt hat: “Hinter dem Horizont geht`s weiter!” – ein Spruch hier geborgt vom Braunschweiger Spezi Tom Staats. Auch beim Tangermünder Mara geht`s hinter`m Horizont immer weiter, aber angenehm und laufbar, es macht Spaß und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar. Das erwartete Juwel im Osten.
Grüzi
Schneggi
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kann sich dieses mal ja sehen lassen die 4:24:30,894587 oder ?
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