Teichwiesen - Werner Heisenberg Marathon am 05. Dezember 2004 - “Walkerinnen versägen 100 MC-Alte Herren”

Montag, 6. Dezember 2004


Vor Wochen bemerkte Speedy schon, dass am 1. Dezemberwochenende eine Lücke ist, das heißt eine Lücke in den Marathons bei Helge’s www.marathon.de - Steppenhahn’s Ultraliste bot einen Hunderter an - uuaaaa, nee, drei pro Jahr sollten reichen - außerdem in Selb - wo der Geier ist denn das nun wieder? - Postleitzahl was mit 95, das muß doch in Bayern sein, ach ewig weit weg.

Also mal ins Ausland guggen: Treffer - Palermo, Sizilien.
- Schneggi: “Da gibt’s die beste Pizza der Welt, habe ich mal nebendran in Trapani gegessen, Rotwein ohne Ende, da ist es bestimmt noch warm, man könnte vielleicht baden.”

Speedy ist Feuer und Flamme, die schönen lockigen Haare brennen quasi schon.
- Schneggi: “Und es sind die italienischen Marathonmeisterschaften!"
- Speedy: “So what? schau lieber mal, dass Du an nen Flug kommst!”
- Schneggi: “Okay, okay, kein Stress hier! - nessun problema, entweder hier den von Air-WeAreTheCheapest zu EUR 10.000 direkt und bequem - oder den sehr günstigen hier von der Cosa-Nostra-Sektion-Palermo-Wings - allerdings sollten wir beim letzteren so ungefähr um die 3 Stunden den Marathon laufen, nicht am Ziel stoppen und gleich weiter zum Flughafen brettern.”
- Speedy: “Äh - huh - äh.”
- Schneggi: “Wie wär’s mit Lissabon, auch am 5. Dezember?”
- Speedy: “Juhu, Lissabon war ich noch nicht!”
- Schneggi: “Wie wär’s mit Montag freinehmen?”
- Speedy: “Uh - oh - oh - alle 100 Urlaubstage schon verbummelt dieses Jahr - Sonntag muß Rückflug sein!”
- Schneggi: “Hier ein Flug von Mona-Lisa-Air, äh, Bona-Lisa-Air, nee, Lisa-Bona-Air - müssen wir nur 3:30 laufen und rauf auf’s Taxi-Motorrad und volle Kanne zum Airport!”
- Speedy: “Okay, dann machen wir das mal im nächsten Jahr.”

Am Freitag fragt Speedy: “Was machtse nu? erstes freies Wochenende seit 2 Jahren, häh? [“na na na - erst im Mai gab’s ein freies Wochenende und im Januar auch schon, das artet sonst aus”] - kannste ja Deine Straße rauf und runter eiern!”
- Schneggi: “Gute Idee - ist eine Sackgasse mit Wendedingsbums - da könnte die Riesenzickennachbarin einen Stand hinstellen - gleich mal mit Fahrrad abmessen, müsste ca. 90 Meter sein - also ca. 468,8 mal hin und her!”

Bei anderswo marathonfreien Tagen,
brauchst Du nicht zu verzagen
kannst den 100 MC nämlich fragen.

Auf zu den Teichwiesen, zehn Uhr Start des “Werner-Heisenberg-Marathons”, läppische 240 kms bis dahin, neue Reifen, neuer Keilriemen (uaaaa, Katastrophenheimfahrt vom Bertlich-Marathon mit durchdrehenden bzw. gar nicht drehendem Keilriemen), Scheibensprüh-Wischwaschanlage repariert, was soll da noch passieren können? - acht bis zehn Grad mit Regen und Niesel angesagt: super, Heiner-cum-Schneckerich-Bestzeiten-Wetter, der kalte Wind ist lästig.

Wer startet heute? Sigrid Eichner und Rosi von Kocemba (haben beide Japan überlebt), Fränkieboy Berka, Hartmut Feldmann, Arne Quenschie Franck, HaJo Meyer, Il Capo Christian Hottas, Torsten Schacht, Gerd Schneeflocke Penzel, Peter Wienecke (unrasiert, so was!). Manfred Hopp ist am Stand und am Kuli - HSV hat verloren, kann man ihn noch dazu schön reizen. Sechzehn Runden (müssten 2583 Treter-Meter sein) plus eine Drittel Runde zu Beginn. Traditionelles Rüberwatscheln vom Ziel-Verpflegungspunkt zur legendären Parkbank. Plötzlich aus dem Nichts zwei Walkerinnen, eine mit den ich-mach-Dir-noch-ein zweites-ALoch-wenn-de-nich-gleich Platz-machst-Stäggen - energisch, flott, nix wie aus dem Weg, totale Versäge aller alten 100 MC-Herren.

Arne, Hajo und Torsten brettern los - am Wendepunkt (nach der ersten Drittelrunde) fragt Fränkieboy: “Hey Torsten, was soll das heute werden? hier mit den schnellen Jungs losziehen?”. Fränkieboy sollte der ständige Hintermann (nie mehr als 50 Meter), Nebenmann oder Vordermann für die 16 Runden werden - davor tummelt sich noch Gerd.

In der vierten Runde dann Attacke:  runter vom Baumstumpfhügel, in der zweiten Rechtskurve, beide Gerd und Frank überrannt - Frank ahnt den Angriff und klebt sich dran, Gerd meint nur: “Jetzt wollt Ihr’s aber wissen, hä?”. Bis dahin gemütliches Laufen in 14er-Runden, jetzt die erste 13er-Runde. Am Ende der sechsten Runde, beim Ansteig zum Zielhügel, quasselt Fränkieboy mit den überrundeten Rosi und Christian - gleich Vollgas und zwischen denen in der Mitte durch - Frank: “ ‘Tschuldigung Christian, das geht so nicht, da muß ich dranbleiben.” Hmm, das Frankische Tagesziel wird klarer und klarer: heute-nicht-gegen-die-lahme-Ente-verlieren.

Huh, dann in der achten Runde, mal richtig Durchziehen, schau mer mal, ob Fränkchen heute mithalten kann - kann er, der Lümmel, schnauft zwar gewaltig, aber weniger als die Lokomotive Schneggenmann - und läßt sich nicht abschütteln, beißt sich fest, zwar 50 Meter über die ganze Runde zurück, aber gibt nicht nach - hmm, das Schlappohr muß am Ende versägt werden, also später.

Arne, der Führende, überrundet in der 12. Runde - wo sind HaJo und Torsten? In der vierzehnten Runde sieht man HaJo zweihundert Meter davor - Frank: “Heute könnten wir mal HaJo knacken!” - Schneggi: “Täusch Dich mal nicht - das Spiel habe ich ein halbes Dutzend Mal dieses Jahr mitgemacht - in den Dreißigern schwächelt er, aber sobald Du ihn überholen willst, macht er Dich so alle, dass Du nicht mehr weißt, was Deine Muttersprache ist.”

Aber in der fünfzehnten Runde den langen Starthügel hoch, wird HaJo gepackt - Fränkiemann zieht gleich gewaltig los - HaJo kettet sich an die arme Powerschnegge - die letzten paar Runden waren fast nur 13er-Runden - in der vorletzten Runde: sich schonen für den Endspurt, heute ein 2.5 km-Endspurt, um diesen Berka noch zu kriegen, aber HaJo nicht aufkommen lassen - Frank ahnt das und wird schneller und schneller - Arnie, selbst schon färtig, ruft zu Beginn der letzten Runde: “Beiß Dich dran!” (er meint damit nicht an die arme Oma, die im Weg rumsteht, sondern an Herrn Berka) - es wird noch die schnellste Tagesrunde zum Schluß, Mann, was für eine Hetzerei - er ist nicht mehr zu kriegen, 100 Meter Vorsprung im Ziel, “Respekt Junge” (Jahresmarathonbestzeit für ihn) - HaJo gibt das Wettrennen auf.

Wo ist Torsten? der müßte doch längst eingebrochen sein, aber nirgends zu sehen, wird nicht überrannt - hat bestimmt bei Halbmarathon aufgehört - nix da, Manfred klärt im Ziel auf: er ist mit Arne 12 Runden lang gedonnert, hat dann Muffe bekommen und hat sich letztlich durchgebissen - kann mal wohl sagen: das Protokoll zeigt lauter 15er-Zeiten für die letzten vier Runden - bei einem Fünfziger wäre er noch gnadenlos versägt worden - so eben doch noch neue Total-Marathonbestzeit - bene bene bene - irgend jemand nuschelt, ob Arnie-FlitzerMann ihn wohl huggebagg ne Runde getragen hat?

Manfred zwingt noch alle mit vorgehaltenem Kugelschreiber, das Blech an Apfelkuchen niederzumachen, sonst wird die Gemahlin nie mehr einen Kuchen für diese Verrückten baggen (wenn er die Hälfte wieder nach Hause bringt).

Der Coach wird’s auch zufrieden sein (aber er wird sicher was zum Maulen suchen und finden): erster Teichwiesen-Marathon sub-Vier und dazu noch negativer Split 50.5% zu 49.5% - obwohl der Halbmarathonpunkt nicht markiert ist, kam Schneggi die Supergenialidee, wie man das ausrechnet: die ersten acht Runden minus die Hälfte des Eingangsdrittels dividiert durch Windgeschwindigkeit plus Nachbebenstärke des nächtlichen Badensien-Erdbebens (uaaa, Coach wurde aus dem Bett geschmissen) multipliziert mit Nieselkoeffizienten abzüglich der Erdumdrehung geteilt durch Zero - avete capito - wahrscheinlich “nö” - macht nix - Coach ist angeblich Mathematiker, zumindest wird gemunkelt, er könne das Wort Mathematik buchstabieren (halbwegs, so in 20 Minuten etwa).

Gerd verabschiedet sich mit Frau und CampingSuperDuper-war-schon-überall-Bus in den viermonatigen Skiurlaub in den Dolomiten und drum rum - diese Rentner und Pensionäre machen einen doch ächt färtisch - sei’s ihm ausnahmsweise gegönnt, er läßt Schneggi dieses Jahr immer ohne unnötige Faxen überholen. Weder Hinfahrt noch Heimfahrt mit dem Hauch eines Staus, hähähähä, was ist los? - nur um Hamburg gibt’s mal eine kurze Schleichtempo-Strecke auf der A1, na ja, wird nochmal verziehen.

Fazit:
Bei anderswo marathonfreien Tagen,
brauchst Du nicht zu verzagen,
kannst den 100 MC nämlich fragen.
Die werden Dir sofort sagen:
“Hör endlich auf mit Deinen Klagen,
fahr nach HH mit Deinem lahmen Wagen -
an den Teichwiesen muß man sich zwar plagen,
diese Hügel tun doch in der Summe überragen,
aber erstens, Liebe geht durch den Magen,
zweitens, kannst Du hier den Schneggi jagen,
drittens, läßt sich hier an Bestzeiten nagen,
viertens, muß man mal was Neues wagen,
fünftens, geht’s manchem Flitzer an den Kragen,
weil die gerne hier einbrechen, in allen Lagen,
es gab mal einen, der hieß der “schöne Hagen”,
den mußten wir am Ende vom Platze tragen”.
Ergo, Warnung an all die superschlauen Schwätza:
“Nie die ollen Teichwiesen unterschätza,
hier mußte ziemlich happig wetza”.

Grüzi
OberWetzerSchwätzer Schneggi


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