Waldhessen - 6-Stunden-Lauf am 21. März 2004 - "Powerschnecke bei den Hessen - Steppenhahn Erster in Rotenburg ... (in der Kantine)"

Montag, 22. März 2004


Vor zwei Wochen bei den Käsetretern, letzte Woche bei den Franken, dieses Wochenende bei den Hessen und nächste Woche bei .. (hähä, wird nicht verraten). Man kommt rum. Allerdings hatte Gemeinling Steppenhahn in alle Welt hinausposaunt: “Powerschnecke unterliegt erneut dem Rentner!” [Was nicht gestimmt hatte, denn der Rentner hatte weniger Runden als Powerschnecke! D.Red.] Nachdem dann schon der Bäcker an der Ecke beim Brötchenholen ausrief: “Hey, Powerschnecke, große Klappe, wa - nichts dahinter, wa?” musste Powerschnecke sich quasi eine Woche lang verkrümeln. Daher erst mal die Teilnehmerliste bei den Hessen gecheckt, welche und wie viele Rentner da wieder rumrennen werden, bevor es wieder in den Süden ging. Berufsbezeichnungen waren in der Teilnehmerliste nicht angegeben, aber etliche Leute in den Altersklassen 60 und drüber. Plus mindestens zwei Beamte, die sich ja die ganze Woche über ausruhen können. Also Vorsicht und Tempobolzen war angesagt, um nicht wieder von der Rentnerwelle überschwappt zu werden.

Auf geht’s zu Harald, wie woanders fast liebevoll zu lesen war. Aber Harald (Heyde) ist nicht nur ein total unhektischer und begabter Organisator, sondern auch noch ein prima Läufer, allerdings einer von der Sorte “Schlawiner” und “hat’s-faustdick-hinter-den-Ohren”. Für gewöhnlich stellt er sich mit totaler Unschuldsmiene “vor-mir-braucht-niemand-Angst-zu-haben-ich überhole-heute-niemanden” ganz hinten beim Start an und trabt äußerst piano los. Aber gegen 30 bis 60 Minuten dann saust er an einem vorbei, dass die Segelohren nur so wackeln - schon dreimal in jüngster Zeit erlebt, in Arolsen, Humfeld und Rodgau. Dabei fragt er noch höflich an: “Darf ich mal überholen?”.

Frühlingsanfang in Rotenburg. Der Sturm raste über Braunschweig ab Freitag. Powerschnecke trainierte extra gegen-die-Orkanböen-bei-Platzregen-Ankämpfen am Freitag und Samstag. Völlig umsonst, da in Rotenburg nur ein vergleichsweise leichtes Lüftchen wehte. Dafür gab es Sonne und Regen im munteren Einanderüberholen, dazwischen noch ein bißchen Hagel, aber nur wenig. Steppenhahn meinte, dass man nicht meckern könne.

Übrigens Sonne: La Senora María Victoria Juvín Suárez war von der Athletenbetreuung und vom Laufspektakel (“man wird beim Zuschauen auch selbst dermassen müde und fix und fertig.”) so gestresst, dass sie sich eine Parkbank in der Sonne entlang der Strecke reservierte. Kein Wunder, dass dies etliche Kommentare, eine kleine Ladung Spucke vor die Füsse und eine rote Birne (Sonnenstrahlen) zur Folge hatte. Man sollte mal Begleitpersonen auffordern, aus ihrer Sicht Berichte zu Ultra-/Marathons zu verfassen.

Thema Rentner: HaJo (Meyer), frisch aus dem Skiurlaub (ja, die Pensionäre haben es schwer), bretterte los, wie vom Teufel verfolgt; jedoch gab es dann später Gehpausen und zähes langsames Traben; so wurde er logischerweise Runde um Runde doch wieder von Powerschnecke eingesammelt. Ungefähr 30 Minuten vor Schluß merkte er beim Passieren der Zählerbrigade 5 Meter hinter Powerschnecke, dass er nun in der Tat hinter der frechen Powerschnecke lag (die Zähler sagten die zurückgelegten Runden an). Das muss wohl HaJo dermassen stimuliert haben, dass er wieder aus seinem Tief rauskam und loslegte - Powerschnecke aber dieses Mal hinterher. Endresultat: Der Pensionär hatte zum Schluss 200 Meter Vorsprung. Keine Chance gegen unsere Oldtimer. Auch René (Wallesch) fand zu alter Form zurück; seine Erklärung: Er muß am Tag zuvor einen Marathon laufen.

Uli “alte Socke” Schulte (keine Ahnung wer ihm diesen seltsamen Namen verpasste) kämpfte wacker gegen die Versuchungen der Schokolade und muss jetzt wohl für ein neues Paar Laufschuhe für Tochter Daniela blechen. Und Powerschneckes Milch nach dem Lauf schmeckte ihm auch köstlich - aber Vorsicht, ein Liter Vollmilch hat mindestens 1000 Kalorien - mal so geschätzt, die Eumel schreiben das ja nicht drauf. Apropos Milch, das Powerschnecksche Zaubergetränkrezept lautete dieses Mal: Coca-Cola, Schwarztee, Apfelschorle, Milch - eigentlich getrennt, aber vielleicht ist eine Mischung noch potenter, mal ausprobieren. Dazu Schokolade (dieses Mal Milka Sahnecreme und Ritter Sport Cappuccino - stopp, stopp, hier werden ja sämtliche Erfolgsgeheimnisse preisgegeben) und Salzletten. Salzletten sind superpraktisch, kann man eine Handvoll nehmen und weitertrabend futtern. Überholenden Läufern wird dann immer davon angeboten (um sie etwas zu bremsen, hähä); einer nahm eine einzelne Salzlette: “Du kannst ruhig mehr nehmen.” - “Nee danke, ich will mich ja nicht überfressen.” Uuuiiiii !!!

Felix (Kainz) darf dieses Mal nicht unerwähnt bleiben. Zuerst meinte er, der Berliner Witzbold: “Du kriegst auch nie genug, wa” - dabei verfolgt er Powerschnecke von 6-Stunden-Lauf zu 6-Stunden-Lauf. Dann, übrigens wie jedes Mal, ist er viel zu warm angezogen - und gibt das wenigstens nach etwa einer Stunde jedes Mal auch zu. Drittens stöhnt er ab circa 30 Minuten so sehr, daß man denkt, ob er es wohl bis zur dritten Stunde schafft. Aber, nichts da, der Berliner Junge kann flitzen, was das Zeug hält: 71 km + 71 km + 70 km in 6-h-Läufen an drei aufeinanderfolgenden Wochenende {diesmal mit dem Springe Deister Marathon am Vortag! D.Red.] wollen erst einmal nachgemacht werden. Bravo Felix, da bleibt einem die Spucke weg - und wenn dieser Berliner dann noch etwas Deutsch lernte, was prinzipiell mit Schwäbisch gleich zu setzen wäre, dann kann man ihm auch noch besser verstehen, wenn er vorbeidonnert. Von seinem T-Shirt nach dem Lauf aus zu schließen, trifft man sich nächstes Wochenende wieder.

Wenn es so etwas wie “politisch korrektes” Laufen gibt, dann muß man hier die sturen Vorfußläufer Sabine (Weiss) und Eric Käsetreter (Tuerlings) erwähnen. Eric mag es übrigens überhaupt nicht, wenn man ihn “Holländer” nennt. Powerschnecke probierte im Jahr davor aus, ab wann er sauer werden würde, aber auch beim sechsten Mal korrigierte er noch geduldig beim Vorbeibrettern: “Nein, nicht Holländer, ich bin Niederländer”. [Stimmt ja auch: Er kommt aus Brabant oder Limburg! D.Red.] Also, wenn Sabine oder Eric dann zum zwanzigsten Mal an einem vorbeitänzeln - natürlich immer noch beim Vorfusslaufen - dann stinkt es einem ob des eigenen Unvermögens schon, man möchte stehen bleiben und brüllen: “Verdammt, warum dürfen die das stundenlang machen?” Steppenhahn versuchte in der zweiten Stunde, noch Eric einzuschüchtern, als dieser Stephan überrundete: “Ah, Eric, da bist Du ja endlich, Dich jage ich schon die ganze Zeit!”.

Zum Abschluß noch: Wenigstens hat Steppenhahn auch noch sein wohl verdientes Fett gekriegt, als ihn seine Jungs beim auf-der-Parkbank-sitzen-und-analysieren-ob-Zigarettenqualm-zu-einer-Sonnenfinsternis-führt erwischten: “Hey, Alter - kannste wohl nicht mehr!” Nichtsdestoweniger wollen wir ihm folgendes Primat keineswegs wegnehmen; wäre übrigens eine tolle Schlagzeile auf dieser einen Webseite für die Ultrabekloppten: “Steppenhahn Erster beim 6-Stunden-Lauf in Rotenburg - in der Kantine post-Ultra beim Essenschöpfen".

Zu allerletzt: Powerschneckchen hat ein schönes Motto für nächste Woche gefunden: “Einer muß schließlich der Letzte werden - warum nicht ich?”.

bis zum nächsten Mal
und grüzi
Eure Powerschnecke


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